Das fliehende Klassenzimmer
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„Für mich ist es sehr traurig, das Theater so leer zu sehen. Es macht mich sehr traurig“, meint eine der Lehrerinnen, die SALTO nach einer Schülervorstellung im großen Stadttheater um ein Statement bittet. Es geht um die Entscheidung vieler Lehrerinnen, Lehrer und Schulen im Land, trotz laufender Verhandlungen, den Berufsstand und die Bezahlung aufzuwerten, ansonsten würden beispielsweise. kulturelle Aktivitäten abseits der Klassenräume – insbesondere Theaterbesuche – nicht durchgeführt. „Anfangs war nichts konkret geplant“, meint eine weitere Lehrerin, „doch dann ergab sich der Wunsch, dennoch ins Theater zu gehen. Da dies als sehr wertvoll für die Schülerinnen und Schüler angesehen wurde, entschied man sich, die geplanten Aktivitäten trotzdem umzusetzen.“
Alles, was man außerhalb des Klassenzimmers macht, bleibt umso mehr in den Köpfen...
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Schräge Zustände: Schülervorstellungen sind nicht nur für Schülerinnen und Schüler von großer Wichtigkeit. Auch für die Schauspielerinnen und Schauspieler. Foto: Nikolaus OstermannTrotz der Maßnahmen außerschulische Aktivitäten drastisch einzuschränken, um von der Politik – wenn auch auf dem Rücken der Kinder – eine angepasste Entlohnung für Lehrkräfte zu fordern, organisieren einzelne Kulturanbieter weiterhin Angebote für Schulen, so auch die Vereinigten Bühnen Bozen. „Es haben die ganze Spielzeit über Schulvorstellungen stattgefunden“, betont Rudolf Frey, der seit der Saison 2023/2024 Intendant der Vereinigten Bühnen Bozen ist. „Immer wenn sich spätestens zwei Wochen vor einer Premiere mindestens eine Klasse angemeldet hatte – sei es bei Lear, Alice im Wunderland oder Magdalena, ma dai –, wurde gespielt. Das war die klare Entscheidung unseres Vorstandes auf meinen Vorschlag für diese Ausnahme-Spielzeit – auch mit einer aus meiner Sicht notwendigen Signalwirkung.“
Für die Schülervorstellungen von Fabian oder Der Gang vor die Hunde waren bei einer Vorstellung 190 Schülerinnen und Schüler im Saal, bei der zweiten Vorstellung vorgestern waren es 60. „Das ist traurig und weit unter der Planzahl bei diesem Titel und dem großen Aufwand der Produktion, aber wir freuen uns und spielen für diese jungen Menschen mit Begeisterung“, sagt Frey. Auch das neue mobile Klassenzimmerstück Dschabber wird ab März nochmals mit elf Terminen in Schulen, Jugendzentren, Vereinshäusern und Bibliotheken in ganz Südtirol zu sehen sein.
In Action auch am Vormittag: Lukas Spisser, Fabian Mair Mitterer, Peter Schorn, Bernd-Christian Althoff. Hinten Robin Rohrmann. Foto: Nikolaus Ostermann„Es bleibt ein Einbruch in den Besucherzahlen an Vormittagen und ein zu erwartender Einnahmeverlust, und vor allem macht es uns traurig, dass zahlreiche junge Menschen nicht mit diesen Theaterarbeiten in Berührung gekommen sind“, meint er leicht bedrückt und fügt optimistisch hinzu: „Unsere Hand bleibt ausgestreckt.“
Die moderne Kinderphysiologie fordert schon lange: Schulbeginn erst ab neun Uhr!
Die aktuelle Produktion (sie ist noch bis einschließlich Sonntag zu sehen) gefiel den anwesenden Lehrerinnen und Lehrern sehr gut. Sie war vielleicht „für eine zweite Klasse möglicherweise etwas zu anspruchsvoll“, hieß es, aber für die ebenfalls anwesende fünfte Oberschulklasse habe es gepasst. „In zwei Wochen bringe ich meine Schülerinnen und Schüler in eine italienische Theaterproduktion ins Stadttheater. Die Passion für das Theater steht über allem“, sagt eine der Lehrerinnen, „und wir haben auch sehr großen Respekt vor den Organisatorinnen und Organisatoren“, die das Angebot trotz Hindernissen dennoch durchführen.Eine Szene wird den Schülerinnen und Schülern wohl besonders gefallen haben, nämlich wenn Fabian die Menschen einfach in Frühaufsteher und Langschläfer unterteilt und meint: „Die moderne Kinderphysiologie fordert schon lange: Schulbeginn erst ab neun Uhr! Langschläfer sind früh einfach arbeitsunfähig – trotz Fleiß und Ehrgeiz.“ Dies würden Studien, so heißt es im Stück, bestätigen.
„Diese außerschulischen Aktivitäten, die wir machen, sind wichtig für die Schülerinnen und Schüler“, meint eine weitere Lehrerin, „denn alles, was man außerhalb des Klassenzimmers macht, bleibt umso mehr in den Köpfen.“
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