Keine Impfungen mehr in der Peripherie
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In den Impfzentren von Lana und Schlanders werden keine Impfungen für Erwachsene mehr angeboten. Betroffene aus den Einzugsgebieten Ulten, Vinschgau und dem Burggrafenamt berichten, dass sie für Impfungen auf das Meraner Krankenhaus ausweichen müssten.
Entgegen der Auffassung von einigen Betroffenen, erklärt Gesundheitslandesrat Hubert Messner gegenüber SALTO, dass „die Kapazitäten in den peripheren Impfzentren, besonders in einzelnen Sprengeln im Land, auch in denen von Ihnen genannten, naturgemäß leider begrenzt sind“. Erwachsene hätten jedoch im flächendeckenden Impfsystem Südtirols genug Alternativen, um empfohlene Impfungen in Anspruch zu nehmen.
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Erschwerter Zugang oder doch breiteres Angebot?
Hubert Messner: „Seit Oktober 2022 sind die Ärzte für Allgemeinmedizin dazu aufgerufen, die Impfungen für Erwachsene direkt in ihren Ambulatorien anzubieten“ Foto: USP/Fabio Brucculeri) » [IMG 2 MB]In der Kritik steht vor allem, dass bestehende räumliche und personelle Kapazitäten nicht mehr genutzt würden, wodurch sich die Wartezeiten in den Hauptimpfzentren verlängerten. Die allgemeine Vormerkstelle des Sanitätsbetriebes bestätigt gegenüber SALTO, dass für das Impfzentrum Lana de facto keine Termine freigeschaltet sind. „Gerade in einer Zeit, in der das Gesundheitssystem ohnehin stark belastet ist, sollte der Zugang zu Impfungen vereinfacht und nicht zusätzlich erschwert werden“, heißt es in einem Leserbrief.
Ein Vorwurf, den der zuständige Gesundheitslandesrat Hubert Messner entschieden zurückweist. „Grundsätzlich ist festzuhalten, dass es weder eine generelle Einstellung noch eine beabsichtigte Reduzierung von Impfangeboten für Erwachsene in Südtirol gibt“, betont Messner. Im Gegenteil: Das Angebot sei in den vergangenen Jahren angepasst und breiter aufgestellt worden.
Für die Impfung zum HausarztEin zentraler Baustein dieser Neuausrichtung sei die stärkere Einbindung der Hausärztinnen und Hausärzte. „Seit Oktober 2022 sind die Ärzte für Allgemeinmedizin dazu aufgerufen, die Impfungen für Erwachsene, die vom staatlichen Impfkalender vorgesehen sind, direkt in ihren Ambulatorien anzubieten“, so der Landesrat. Der Impfstoff werde vom Südtiroler Sanitätsbetrieb zur Verfügung gestellt, die Leistung entsprechend verrechnet. Ziel sei es gewesen, das Impfangebot zu dezentralisieren und näher an die Bevölkerung zu bringen.
In peripheren Impfzentren - wie etwa in Lana - werde der Schwerpunkt, aufgrund begrenzter Kapazitäten, „auf die Grundimmunisierungen im Kleinkindalter gelegt, um eine kontinuierliche und zeitgerechte Versorgung dieser besonders sensiblen Altersgruppe sicherzustellen“, erklärt Messner. Mit anderen Worten: Kinderimpfung ja, Erwachsenenimpfung nein.
Erwachsene hätten aber weiterhin mehrere niederschwellige Möglichkeiten, empfohlene Impfungen in Anspruch zu nehmen. So können sich diese in den Hauptimpfzentren in Bozen, Meran, Brixen und Bruneck und bei Allgemeinmedizinerinnen und -medizinern impfen lassen. Dabei müsse es sich nicht zwingend um die eigene Hausärztin oder den eigenen Hausarzt handeln. „Insgesamt gewährleistet diese Kombination aus zentralen Impfstellen und dem flächendeckenden Angebot über die Allgemeinmediziner eine kapillare und wohnortnahe Versorgung der erwachsenen Bevölkerung“, führt Messner abschließend aus.
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Kindische Kritik: ein Impfzentrum ohne Termine ist wertlos.
Ich finde das bisherige Südtiroler System sowieso dumm:
In Österreich kann man fast jede Impfung beim Hausarzt machen, ohne dass es große Warte- oder Anmeldezeiten gibt - ausgenommen größere Impfaktionen.
In den Zentren werden nur Spezialimpfungen wie z.B. Gelbfieber geimpft.
Insofern ist die Idee das Impfen wieder über die Hausärzte zu organisieren vernünftig.
Ich würde aber bei den Tarifen nachbessern. Dass ein Kinderarzt für die selben Impfungen deutlich mehr Honorar bekommt ist nicht zeitgemäß. Das ist eine unnötige und mit Kompetenz nicht argumentierbare Herabwürdigung der Allgemeinmediziner.
Dr. MESSNER,sie beweisen…
Dr. MESSNER,sie beweisen,dass es in Südtirol mit der Sanität noch weiter abwärts geht,als bisher ohnehin schon! Ach ja der Bürger kann ja für eine 15 Minutenvisite vom Vinschgau nach Bruneck fahren,dort wäre eventuell ein Zermin frei?? Was soll das???