„Ironische Aussage“
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Richtigstellung
im Sinne des Art. 8 des Pressegesetzes zum Artikel Waldheim war kein Nazi, nur sein Pferd, erschienen am 6. Januar 2026 auf SALTO
Normalerweise antworte ich auf Artikel und politische Bewertungen in den verschiedenen Zeitungen nicht. Wenn aber jemand, der sich „Historiker " nennt, derartig beleidigende Bewertungen meiner Person vornimmt, wie es Herr Vianini in seinem Gastbeitrag SALTO vom 06. 01. 2026, getan hat, so bin ich wohl gezwungen, eine Richtigstellung zu verlangen.
Am 15. 12. 2025 fand an der Eurac in Bozen eine vom Silvius-Magnago-Akademie organisierte Konferenz mit dem Titel Zwischen Beharrung und Aufbruch - Südtirol und Trentino im Jahrzehnt 1955-1964. Wege zur zweiten Autonomie, statt. Nach den Referaten von Zeitzeugen, Historikern und Politikern, die über die verschiedenen Abschnitte und Schwierigkeiten auf dem Wege zur Autonomie berichteten, fand am Nachmittag eine Podiumsdiskussion statt, an der auch ich als langjähriger Politiker in Südtirol teilnahm. In meinem Diskussionsbeitrag meinte ich, dass Österreich bei den Verhandlungen nach dem Zweiten Weltkrieg mit den Siegermächten keine günstige Position hatte, da Österreich ja auch an der Seite von Hitler kämpfte und in Österreich sehr viele Sympathisanten des Nationalsozialismus waren. Um dies zu unterstreichen, habe ich in einem eindeutigen Ton und klarer Gestik, die wohl von allen, (aber scheinbar doch von nicht allen) verstandenen ironischen Worte hinzugefügt: „In Österreich gab es ja keine Nazis, da braucht man sich ja nur den Einmarsch von Hitler in Wien anzuschauen“. Die meisten Teilnehmer haben über diese Pointe gelächelt. Auch der von Vianini zitierte bekannte Südtirol-Kenner und Historiker, der meine politische Einstellung gegenüber dem Nationalsozialismus genauestens kennt, kann dies sicher bestätigen.
Passen Sie bei zukünftigen Vorträgen besser auf, damit Sie die gemachten Aussagen und vor allem den wahren Sinn derselben verstehen und beurteilen Sie meine langjährige Politik in Südtirol aufgrund der wahren Ergebnisse...
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Konferenz mit Polemik: An der Podiumsdiskussion bzw. Gespräch nahmen teil: Lorenzo Dellai (Landeshauptmann a.D. Trentino), Luis Durnwalder (Landeshauptmann a.D. Südtirol), Michael Gehler (Historiker, Universität Hildesheim), Jessica Ognibeni (Historikerin), Anna Wolf (Juristin). Die Moderation übernahm: Katharina Crepaz (Center for Autonomy Experience, Eurac Research) Foto: EuracIch weiß nicht, ob Herr Vianini diese ironische Aussage, die durch Gesten und Sprechweise als solche klar erkennbar war, bewusst missverstehen wollte. Tatsache ist, dass ich durch meine Aussage unterstreichen wollte, dass es in Österreich, wie auch in Südtirol, nicht nur Opfer sondern auch Täter während der Zeit des Nationalsozialismus gegeben hat. Herr Vianini benutzt am Ende seines Artikels diese meine nicht- oder falsch verstandene Aussage, um meine langjährige Politik in Südtirol durch den Dreck zu ziehen. Das ist eines ernstzunehmenden Historikers nicht würdig. Er behauptet, ohne irgendeinen Beweis zu erbringen, dass ich 30 Jahre später erneut die von Magnago, Zelger und Rampold vertretene Opferthese, d. h., dass Österreicher und Südtiroler nur Opfer des Nationalsozialismus waren, vertrete. Er geht in seinem Artikel sogar soweit, dass er ernsthaft behauptet, „dass es sich bei meiner (von ihm nicht verstandenen) Aussage bei der Eurac nicht nur um marginale oder altersbedingte Entgleisung, sondern um ein weiteres, besorgniserregendes Zeichen dafür handle, dass der Schatten der Vergangenheit auf die Gegenwart noch dunkel-schwarz, ja sogar braun ist".
Mein Rat an Sie, Herr Vianini: Passen Sie bei zukünftigen Vorträgen besser auf, damit Sie die gemachten Aussagen und vor allem den wahren Sinn derselben verstehen und beurteilen Sie meine langjährige Politik in Südtirol aufgrund der wahren Ergebnisse, dann werden Sie wohl selber zugeben müssen, dass sie alles andere war, als „dunkel-schwarz - ja sogar braun" ist. Selbstverständlich habe ich mich mit meinen politischen Mitstreitern immer dafür eingesetzt, dass in Südtirol das Unrecht des Faschismus beseitigt wird und, dass die Grundrechte zum Schutz der sprachlichen Minderheiten im Sinne unseres Autonomiestatutes, wie Sprache, Schule, Proporz, wirtschaftliche Besonderheiten usw. eingehalten und ausgebaut werden. Nur so kann ein friedliches Zusammenleben in Südtirol garantiert und die Autonomie eine Bereicherung für alle 3 Sprachgruppen in Südtirol werden.
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Altlandesrat Durnwalder hat…
Altlandesrat Durnwalder hat vollkommen Recht. Dem "Historiker" Vianini sind auch sonst einige "Flüchtigkeitsfehler" unterlaufen. So hieß der "Dolomiten"-Chefredakteur in der Nachkriegszeit zunächst einmal nicht Rampold, sondern Heiss. Danach kam Toni Ebner sen. und erst danach, ab 1981, Josef Rampold. Der konservative Rampold hat natürlich besser in sein Konzept gepasst als der Aufbau-Politiker Ebner, den er schamhaft verschwiegen hat.
...wenn unter dem…
...wenn unter dem Hochglanzlack nicht die erhoffte Farbe Braun zum Vorschein kommt!
Auch Historiker sind nicht…
Auch Historiker sind nicht frei von Vorurteilen.
Antwort auf Auch Historiker sind nicht… von nobody
Jeder Historiker sieht die…
Jeder Historiker sieht die Geschichte anders, und niemand ist, oft ganz unbewusst, frei von Vorurteilen. Aber die Fakten - z.B. wer wann Chefredakteur einer Zeitung war - sollte man schon beachten, weil man sonst auch den übrigen angeblichen "Fakten" die Glaubwürdigkeit nimmt.