L’Italia chiamò! Sì!
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Es ist vollbracht. Mittlerweile „emotionslos“ stelle ich fest, dass die emotionale Zugehörigkeit des überwiegenden Teils der „Südtiroler:innen“ zum italienischen Staat erfolgreich vollzogen ist.
Ganz selbstverständlich und bewegt wird von rodelnden Olympiamedaillengewinner:innen die antiösterreichische Hymne mitgesungen, der Sieg der Nation gewidmet und dem neuen italienischen – bezeichnenderweise nicht ladinischen – Eiskanal gedankt. Begleitet wird dies von der offiziellen Anerkennung durch „Südtiroler“ politische Entscheidungsträger:innen sowie von einer vor nationaler Symbolik triefenden Medienberichterstattung – dies entspricht ganz offensichtlich der Erwartung des überwiegenden Teils der Landsleute.Marginalisiert sind die rechten wie die linken Widerständler:innen gegen den banalen Nationalismus: die rechten „Gegenbanalnationalist:innen“ mit Abgrenzungsschwierigkeiten zu identitärem und ausländerfeindlichem Gedankengut, im besten Fall kaisertreu und gottesfürchtig; die linken – mich inklusive – ohne Organisationsmacht und wohl zu abstrakt.
Niemanden überrascht oder stört es, wenn österreichische und deutsche Medien von Italiener:innen sprechen und schreiben – Italiener:innen nach innen wie nach außen. Setzt sich diese Entwicklung fort – und warum sollte sie das nicht? –, wird „Südtirol“ zu jenem Land, das offenbar gewünscht wird: nostalgisch anmutende, an den ehemals tirolerischen Kern erinnernde Architektur und Bräuche sowie italienisches Flair, Lebensart und Küche – bei gleichzeitig angenehmerweise noch vorhandenen Deutschkenntnissen eines Teils der Bevölkerung; des ohnehin polyglotten, hochmobilen Bildungsbürgertums und einiger weniger resilienter Sturköpfe in einigen Tälern.
Bitter.
Wenn ich die vielen…
Wenn ich die vielen erfolgreichen Südtiroler Sportlerinnen und Sportler sehe, eingehüllt in die Tricolore und mit der übergroßen „Italia“-Schrift auf der Mütze die Hymne singend, spür ich einen kleinen Stich im Herzen und freu mich zugleich über die Leistungen...und über die vielen deutschen Namen, die man im Rest des Staates kaum aussprechen kann ;-)
Ein Nebenschauplatz von…
Ein Nebenschauplatz von Olympia, die Aktion der Pustertaler Schützen: Tiroler Fahnen, die in fast jeder Gemeinde wehen und der Schriftzug TIROL, welcher in einigen Orten zusätzlich prangt.
Und siehe da! Sehr viele Südtiroler haben damit ein ernsthaftes Problem, wenn man sich die Kommentare in den sozialen Medien anschaut. Da läuft doch etwas schief, wenn Südtiroler - wohlgemerkt nicht Italiener - sich über die Tiroler Fahne echauffieren. Und zugleich werden genau von diesen Leuten Salvini, Meloni & Co. bei jeder Gelegenheit bewundert, fast schon vergöttert. Armes Südtirol!!! Alle Anhänger von Salvini, Meloni & Co. werden irgendwann noch große Augen machen ...
ja, in der Tat zeugt das von…
ja, in der Tat zeugt das von kaum/keiner Sensibilität gegenüber der wahren Identität der Südtirolerinnen und Südtiroler. Die (Höchst)leistungen der Südtiroler Sportlerinnen und Sportler werden als eigene Erfolge verkauft, obwohl wir eigentlich rückblickend unfreiwillig hierher annektiert wurden... Die Sensibilität hat kaum mehr Platz in unserer Gesellschaft, in der es um Leistungsberichte, Gewinnmargen, Gewinnertypen, Siege, Erfolge, Steigerung des Bruttosozialproduktes, Wettbewerbe, „Gewinner“ der Ausschreibungen geht. Wer sind hier eigentlich die Gewinner der Ausschreibungen? Die Angestellten der „Gewinner“firma, die Nutznießer des Dienstes (z.B. Mensanutzer? Die einheimischen Landwirte?) oder wer eigentlich?
Den Schulen und den Eltern bleibt, angesichts der ständigen Lernstandserhebungen und PISA-Vergleiche, welche „die Besten“ sind, und unzähligen Verpflichtungen kaum mehr die nötige Ruhe, die es bräuchte, um den Kindern zu erklären, wer wir eigentlich sind... Es gerät so tatsächlich leider allmählich immer mehr in Vergessenheit. Gott sei Dank haben wir noch die Rai Südtirol, hier wollen wir jedoch bitte keine Einflussnahme „von außen“ über die Gestaltung unserer wenigen noch verbliebenen sehr guten Sendungen! Aber ich muss sagen, die RAI verhält sich standhaft und wehrhaft, was für die Journalisten selbst Nachteile bringen könnte. Dafür gebührt ihnen Dank. Die meisten Sendungen finde ich ausgezeichnet. Welche großen deutschen Fernsehsender machen sich noch die Mühe, so viele eigene „handwerklich“ produzierte gute, informative und unterhaltsame Fernsehsendungen zu machen. Nicht mal einige der großen staatlichen Fernsehsender des deutschen Sprachraums, bei dem man „ziemlich viele“ Filme und Krimis und andere Sendungen fragwürdiger B-Promis vor die Nase gesetzt kriegt und den Sparzwang jeden Tag ein bisschen mehr spürt.
Antwort auf ja, in der Tat zeugt das von… von Luckygirl
Hmmm ... Thema verfehlt,…
Hmmm ... Thema verfehlt, würde ich sagen.
Sorry, hab ich selbst…
Sorry, hab ich selbst gemerkt... Wenn ich im Flow bin, sage ich einfach, was ich denke... Da muss ich noch ein bisschen üben... bzw. mich kontrollieren... Man sehe es mir nach 🙏. Es wurde in der Schule so erwähnt...
Ich verabscheue…
Ich verabscheue grundsätzlich das umweltzerstörerische und geldverschwenderische Spektakel der Olympischen Spiele. Es dient nur den Interessen der Sponsoren, denen sich alles unterzuordnen hat,, wobei die Sportler als notwendiges Übel in Kauf genommen werden. Und noch dazu dienen die Spiele den Nationalisten aller Art, ganz besonders in Italien, die sich mit fremden Federn schmücken und sich stolz über die von anderen errungenen Erfolge zeigen. Dennoch kann ich nicht verhehlen, dass mir in dieser üblen nationalistischen Olympia-Orgie manche Erfolge unserer Nordtiroler Landsleute eine kleine Freude bereiten, weil sie bescheidener, sympathischer und weniger nationalistisch sind.
Rückblende in die 1970er…
Rückblende in die 1970er Jahre.
Häufige Journalistenfrage: „Herr Thöni, was ist eigentlich Ihre Muttersprache?“
Gustav Thoeni in ungefähr so: „Meine Muttersprache ist Deutsch. Ich komme aus Südtirol, dort sprechen wir Deutsch. Italienisch habe ich natürlich in der Schule gelernt.“
Es gibt eine sportlichen und…
Es gibt eine sportlichen und charakterlichen Helden dieser Spiele, den ich bewundere: Wladyslaw Heraskewytsch. Er hat auf die Teilnahme verzichtet, weil man ihm seinem Helm verboten hat, auf dem er verstorbene Sportler abgebildet hat, um ihrer zu gedenken. Für die von Sponsoren bestimmten (und bezahlten) IOC-Funktionäre war das angeblich eine politische Äußerung. Die nationalistischen Fahnenorgien sind für diese Hampelmänner hingegen „unpolitisch“.
Antwort auf Es gibt eine sportlichen und… von Hartmuth Staffler
Es ist vor allem ein…
Es ist vor allem ein Kniefall vor Putin. Allerdings habe ich es so verstanden, dass Heraskewytsch nicht verzichtet hat, sondern auf seinen Helm bestanden hat und daher keine Starterlaubnis bekommen hat. Ein wahrer Held. Jetzt hätte er immerhin noch die Möglichkeit, im Nachhinein dagegen zu klagen. Aber was bringt´s?