L’Italia chiamò! Sì!
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Es ist vollbracht. Mittlerweile „emotionslos“ stelle ich fest, dass die emotionale Zugehörigkeit des überwiegenden Teils der „Südtiroler:innen“ zum italienischen Staat erfolgreich vollzogen ist.
Ganz selbstverständlich und bewegt wird von rodelnden Olympiamedaillengewinner:innen die antiösterreichische Hymne mitgesungen, der Sieg der Nation gewidmet und dem neuen italienischen – bezeichnenderweise nicht ladinischen – Eiskanal gedankt. Begleitet wird dies von der offiziellen Anerkennung durch „Südtiroler“ politische Entscheidungsträger:innen sowie von einer vor nationaler Symbolik triefenden Medienberichterstattung – dies entspricht ganz offensichtlich der Erwartung des überwiegenden Teils der Landsleute.Marginalisiert sind die rechten wie die linken Widerständler:innen gegen den banalen Nationalismus: die rechten „Gegenbanalnationalist:innen“ mit Abgrenzungsschwierigkeiten zu identitärem und ausländerfeindlichem Gedankengut, im besten Fall kaisertreu und gottesfürchtig; die linken – mich inklusive – ohne Organisationsmacht und wohl zu abstrakt.
Niemanden überrascht oder stört es, wenn österreichische und deutsche Medien von Italiener:innen sprechen und schreiben – Italiener:innen nach innen wie nach außen. Setzt sich diese Entwicklung fort – und warum sollte sie das nicht? –, wird „Südtirol“ zu jenem Land, das offenbar gewünscht wird: nostalgisch anmutende, an den ehemals tirolerischen Kern erinnernde Architektur und Bräuche sowie italienisches Flair, Lebensart und Küche – bei gleichzeitig angenehmerweise noch vorhandenen Deutschkenntnissen eines Teils der Bevölkerung; des ohnehin polyglotten, hochmobilen Bildungsbürgertums und einiger weniger resilienter Sturköpfe in einigen Tälern.
Bitter.
Wenn ich die vielen…
Wenn ich die vielen erfolgreichen Südtiroler Sportlerinnen und Sportler sehe, eingehüllt in die Tricolore und mit der übergroßen „Italia“-Schrift auf der Mütze die Hymne singend, spür ich einen kleinen Stich im Herzen und freu mich zugleich über die Leistungen...und über die vielen deutschen Namen, die man im Rest des Staates kaum aussprechen kann ;-)
Ein Nebenschauplatz von…
Ein Nebenschauplatz von Olympia, die Aktion der Pustertaler Schützen: Tiroler Fahnen, die in fast jeder Gemeinde wehen und der Schriftzug TIROL, welcher in einigen Orten zusätzlich prangt.
Und siehe da! Sehr viele Südtiroler haben damit ein ernsthaftes Problem, wenn man sich die Kommentare in den sozialen Medien anschaut. Da läuft doch etwas schief, wenn Südtiroler - wohlgemerkt nicht Italiener - sich über die Tiroler Fahne echauffieren. Und zugleich werden genau von diesen Leuten Salvini, Meloni & Co. bei jeder Gelegenheit bewundert, fast schon vergöttert. Armes Südtirol!!! Alle Anhänger von Salvini, Meloni & Co. werden irgendwann noch große Augen machen ...
Antwort auf Ein Nebenschauplatz von… von G. P.
Ich glaube nicht, dass sich…
Ich glaube nicht, dass sich die Südtiroler über die Tiroler Fahne echauffieren (die hängt ja an sehr vielen Stellen das ganze Jahr über), sondern über die dauernde Provokation, die dahintersteckt und die besteht in diesem Fall im Verschwinden des Wortteils „Süd“.
Mir scheint eher, dass ein Großteil der Südtiroler einfach genug hat, von einer kleinen Gruppe vereinnahmt und in den Strudel der Gehässigkeiten hineingezogen zu werden. Denn Reaktionen von Ewiggestrigen auf der anderen Seite bleiben natürlich nicht aus. Die sind ja aus demselben Holz geschnitzt. So wie die Patrioten vorgeben für alle Südtiroler zu sprechen (was natürlich nicht stimmt), glauben die Patrioten auf der anderen Seite, dass wirklich alle Südtiroler so denken. Das Klima ist wieder vergiftet und dieses Gift bringt nur den Extremen auf beiden Seiten etwas, weil sie sich damit selbst rechtfertigen.
Antwort auf Ich glaube nicht, dass sich… von Manfred Klotz
War klar, dass Sie das so…
War klar, dass Sie das so sehen ...
Antwort auf War klar, dass Sie das so… von G. P.
Ich sehe es auch so wie…
Ich sehe es auch so wie Klotz. Ich denke die meisten sehen es so wie Klotz.
ja, in der Tat zeugt das von…
ja, in der Tat zeugt das von kaum/keiner Sensibilität gegenüber der wahren Identität der Südtirolerinnen und Südtiroler. Die (Höchst)leistungen der Südtiroler Sportlerinnen und Sportler werden als eigene Erfolge verkauft, obwohl wir eigentlich rückblickend unfreiwillig hierher annektiert wurden... Die Sensibilität hat kaum mehr Platz in unserer Gesellschaft, in der es um Leistungsberichte, Gewinnmargen, Gewinnertypen, Siege, Erfolge, Steigerung des Bruttosozialproduktes, Wettbewerbe, „Gewinner“ der Ausschreibungen geht. Wer sind hier eigentlich die Gewinner der Ausschreibungen? Die Angestellten der „Gewinner“firma, die Nutznießer des Dienstes (z.B. Mensanutzer? Die einheimischen Landwirte?) oder wer eigentlich?
Den Schulen und den Eltern bleibt, angesichts der ständigen Lernstandserhebungen und PISA-Vergleiche, welche „die Besten“ sind, und unzähligen Verpflichtungen kaum mehr die nötige Ruhe, die es bräuchte, um den Kindern zu erklären, wer wir eigentlich sind... Es gerät so tatsächlich leider allmählich immer mehr in Vergessenheit. Gott sei Dank haben wir noch die Rai Südtirol, hier wollen wir jedoch bitte keine Einflussnahme „von außen“ über die Gestaltung unserer wenigen noch verbliebenen sehr guten Sendungen! Aber ich muss sagen, die RAI verhält sich standhaft und wehrhaft, was für die Journalisten selbst Nachteile bringen könnte. Dafür gebührt ihnen Dank. Die meisten Sendungen finde ich ausgezeichnet. Welche großen deutschen Fernsehsender machen sich noch die Mühe, so viele eigene „handwerklich“ produzierte gute, informative und unterhaltsame Fernsehsendungen zu machen. Nicht mal einige der großen staatlichen Fernsehsender des deutschen Sprachraums, bei dem man „ziemlich viele“ Filme und Krimis und andere Sendungen fragwürdiger B-Promis vor die Nase gesetzt kriegt und den Sparzwang jeden Tag ein bisschen mehr spürt.
Antwort auf ja, in der Tat zeugt das von… von Luckygirl
Hmmm ... Thema verfehlt,…
Hmmm ... Thema verfehlt, würde ich sagen.
Sorry, hab ich selbst…
Sorry, hab ich selbst gemerkt... Wenn ich im Flow bin, sage ich einfach, was ich denke... Da muss ich noch ein bisschen üben... bzw. mich kontrollieren... Man sehe es mir nach 🙏. Es wurde in der Schule so erwähnt...
Ich verabscheue…
Ich verabscheue grundsätzlich das umweltzerstörerische und geldverschwenderische Spektakel der Olympischen Spiele. Es dient nur den Interessen der Sponsoren, denen sich alles unterzuordnen hat,, wobei die Sportler als notwendiges Übel in Kauf genommen werden. Und noch dazu dienen die Spiele den Nationalisten aller Art, ganz besonders in Italien, die sich mit fremden Federn schmücken und sich stolz über die von anderen errungenen Erfolge zeigen. Dennoch kann ich nicht verhehlen, dass mir in dieser üblen nationalistischen Olympia-Orgie manche Erfolge unserer Nordtiroler Landsleute eine kleine Freude bereiten, weil sie bescheidener, sympathischer und weniger nationalistisch sind.
Antwort auf Ich verabscheue… von Hartmuth Staffler
Es ist schon krass, dass die…
Es ist schon krass, dass die eigentlichen Hauptdarsteller von Olympischen Spielen oder WM, die Sportler, nie wirklich berücksichtigt werden. Für sie ist es kein „notwendiges Übel“, sondern eine Bestätigung der Sinnhaftigkeit ihres Einsatzes und auch eine wirtschaftliche Chance. Wenn Auswahlen eines Landes auftreten vertreten sie immer die Farben ihres Landes, ganz egal ob Italien, Österreich oder die Tonga-Inseln. Italien schmückt sich höchstens dann mit fremden Federn, wenn es sich auf Athleten stützt, die ihr „Handwerk“ nicht in Italien gelernt haben.
Die Österreicher aller Bundesländer sind gleich nationalistisch wie alle anderen auch. Schließlich schulden viele ihrem Land auch etwas, indem ihnen die Chance geboten wird, von dem was sie am liebsten tun zu leben.
Antwort auf Es ist schon krass, dass die… von Manfred Klotz
genau...die Grenze zwischen…
genau...die Grenze zwischen nationalistischen Tendenzen und Patriotismus ist fließend und tritt oft unter dem Deckmantel des „Patriotismus“ auf.
Der Rechtsruck (in Europa) zeigt sich durch den Zuwachs rechtspopulistischer und -extremistischer Parteien, die Patriotismus instrumentalisieren....
Rückblende in die 1970er…
Rückblende in die 1970er Jahre.
Häufige Journalistenfrage: „Herr Thöni, was ist eigentlich Ihre Muttersprache?“
Gustav Thoeni in ungefähr so: „Meine Muttersprache ist Deutsch. Ich komme aus Südtirol, dort sprechen wir Deutsch. Italienisch habe ich natürlich in der Schule gelernt.“
Es gibt eine sportlichen und…
Es gibt eine sportlichen und charakterlichen Helden dieser Spiele, den ich bewundere: Wladyslaw Heraskewytsch. Er hat auf die Teilnahme verzichtet, weil man ihm seinem Helm verboten hat, auf dem er verstorbene Sportler abgebildet hat, um ihrer zu gedenken. Für die von Sponsoren bestimmten (und bezahlten) IOC-Funktionäre war das angeblich eine politische Äußerung. Die nationalistischen Fahnenorgien sind für diese Hampelmänner hingegen „unpolitisch“.
Antwort auf Es gibt eine sportlichen und… von Hartmuth Staffler
Es ist vor allem ein…
Es ist vor allem ein Kniefall vor Putin. Allerdings habe ich es so verstanden, dass Heraskewytsch nicht verzichtet hat, sondern auf seinen Helm bestanden hat und daher keine Starterlaubnis bekommen hat. Ein wahrer Held. Jetzt hätte er immerhin noch die Möglichkeit, im Nachhinein dagegen zu klagen. Aber was bringt´s?
Antwort auf Es ist vor allem ein… von Markus A. Gaßner
macht er auch und hatte…
macht er auch und hatte offensichtlich schon die erste Anhörung vor dem CAS.
Antwort auf Es gibt eine sportlichen und… von Hartmuth Staffler
Krass an der Geschichte ist,…
Krass an der Geschichte ist, dass der Ukrainer vom IOC ausgeschlossen wurde, weil die Botschaft auf dem Helm als politisches Statement eingestuft wurde und der Ausschluss selbst ein viel deutlicheres politisches Statement ist. Die „Fahnenorgie“ ist nur dort politisch, wo bestimmte Fahnen verboten sind, weil sich sonst ein Staat beleidigt fühlen könnte. Taiwan beispielsweise.
Antwort auf Es gibt eine sportlichen und… von Hartmuth Staffler
Ich empfinde die …
Ich empfinde die „Fahnenorgie“ nicht als nationalistisch, Sie anscheinend schon, was Ihr gutes Recht ist. Habe nicht das Gefühl, dass ein norwegischer oder schwedischer Biathlet bzw. Langläufer andere Nationen abwerten möchte, wenn er sich im Ziel in seine Landesfahne hüllt. Gleiches gilt für Fede Brignone. Wenn sie mit der Tricolore auf dem Siegerpodest steht, dann wird freut sie sich doch vor allem über ihr unglaubliches Comeback, eine Medaille bei den Heimspielen, darüber, dass ihre ganze Familie Augenzeugen des größten Moments ihre Karriere wurden. Ich glaube nicht, dass sie gegen Cornelia Hütter die 13. Isonzoschlacht vom Zaun brechen will... Oder dass das österreichische Frauen Team bei den alpinen Skibewerben Rache für Königgrätz an den zweitplatzierten Deutschen nehmen wollte...
Antwort auf Ich empfinde die … von Cicero
Das ist die Quintessenz von…
Das ist die Quintessenz von banalem Nationalismus: dass er gar nicht wahrgenommen wird, obwohl er sehr wohl da ist und seine giftige Wirkung entfaltet.
Antwort auf Das ist die Quintessenz von… von pérvasion
Also das Gift müssen Sie mir…
Also das Gift müssen Sie mir zeigen, dass verströmt wird wenn sich ein schwedischer Athlet nach seinem Sieg in die Nationalflagge seines Landes wickelt sich Freudentränen vergießend mit einem Franzosen und einem Italiener in den Armen liegt, die auch in ihren Nationalfarben gehüllt sind... Muss man dann Angst haben, dass Schweden den Nordischen Krieg im Baltikum gegen Polen-Litauen, das Zarenreich oder Preußen wieder anfachen möchte? Oder müssen dann die Finnen Angst haben, dass sie attackiert werden? Oder soll die Überlegenheit der schwedischen „Rasse“ gezeigt werden?
Leute seid nicht so spaßbefreit. Athletinnen und Athleten freuen sich über ihre Leistungen und zeigen das eben so. Michi Greis und Faris al-Sultan sind bei der Biatholn WM in Antholz bzw. beim Ironman auf Hawaii mit der bayrischen Fahne ins Ziel gelaufen. Wollten sie damit etwa sezessionistische Tendenzen in Bayern befeuern? Das ist doch alles Blödsinn.
PS: Wäre die Kritik auch so groß, wenn sich alle Medaillengewinner im Ziel in Regenbogenfahnen hüllen würden? Wäre das banaler Wokeism, der seine giftige Wirkung entfaltet?
Antwort auf Also das Gift müssen Sie mir… von Cicero
Lesen Sie einfach nach, was…
Lesen Sie einfach nach, was banaler Nationalismus ist und wie er wirkt.
(Ich glaube nicht, dass banaler Wokeism giftig wäre… der würde eher zu etwas mehr Respekt und Sensibilität führen.)
Antwort auf Lesen Sie einfach nach, was… von pérvasion
Da kann man geteilter…
Da kann man geteilter Meinung sein... Kommt immer auf die Sichtweise an.
Antwort auf Da kann man geteilter… von Cicero
nicht wirklich. schau dir…
nicht wirklich. schau dir einfach an wofür der pöse „wokeism“ wirklich steht dann erkennst du, dass es für „antiwoke“ keine sachliche Rechtfertigung gibt.
Antwort auf nicht wirklich. schau dir… von Reisekrebschen
Freies Land... freie Meinung.
Freies Land... freie Meinung.
Antwort auf Das ist die Quintessenz von… von pérvasion
Genau! Der Unterschied…
Genau! Der Unterschied Patriotismus - Nationalismus ist nicht allen klar, bzw. wird von Rechten instrumentalisiert, um Ängste vor Identitätsverlust für politische Agitation zu schüren.
- und die „politischen VertreterInnen der sogenannten Mitte“ schauen meist schweigend dabei zu....nicht gut.
Antwort auf Genau! Der Unterschied… von Herta Abram
Okay, diese, sorry, Idioten…
Okay, diese, sorry, Idioten gibt es leider in jedem Land. Das sind die Art Menschen, die nicht wissen, dass ein Ball rund ist, aber bei Siegen der italienischen Nationalmannschaft während einer Fußball WM, die Älteren unter uns werden sich noch daran erinnern, fleißig ums Siegesdenkmal tanzen um die eigene Italianità zu zelebrieren. Solche Figuren kann man doch nicht ernst nehmen. Dasselbe gilt für Knoll und Co. die von „Südtiroler Athleten unter eigener Fahne“ fabulieren und Sportler damit in höchste ungute Situationen bringen.
Antwort auf Okay, diese, sorry, Idioten… von Cicero
Mein Kommentar sollte den…
Mein Kommentar sollte den Kommentarvon Pervasion -banaler Faschismus - unterstreichen und war auch an diesen gerichtet.
Ihre Deutung (oben) kann zum Teil zutreffen.
Was auch zutrifft: Wachsamkeit gegenüber Symptomen allmählichen Umbaus demokratischer Strukturen in einen autoritären Staat, - ist halt das Gegenteil was Befürworter eines amerikanischen Horrorclowns zulassen wollen....
Alle Jahre wieder... Sinner,…
Alle Jahre wieder... Sinner, Fußball WM, Olympia, irgendwas ist immer... Es ist einfach nur Sport. Nicht mehr, nicht weniger. Für ein paar (laute) wenige mag es mehr sein, für viele ist es aber, Gott sei Dank, nur Sport.
Antwort auf Alle Jahre wieder... Sinner,… von Cicero
Quirites, ludi ad virtutem…
Quirites,
ludi ad virtutem exercendam, non ad superbiam gentium alendam, instituti sunt. Certamen singulos ornat; nationalis autem ardor alienam gloriam sibi vindicat.
Quid est victoria athletae? Fructus disciplinae, laboris, constantiae. Quid ex ea facit multitudo? Signum iactantiae, fomentum vanitatis, materia contentionis.
Cavendum est ne, dum unitas praedicatur, divisio seratur. Decus ludorum non in aliena humiliatione, sed in ipsa dignitate humana positum est.
Itaque victorem laudate, sed hominem supra civitates, supra nationes, supra plausum ponite. Ubi enim certamen fastui publicorum servit, ibi dignitas perit.
Non gloria gentium, sed dignitas hominum.
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Antwort auf Quirites, ludi ad virtutem… von WerPram
Huic nihil addendum est.
Huic nihil addendum est.
Antwort auf Quirites, ludi ad virtutem… von WerPram
So sollte es sein...
So sollte es sein...
Es ist heute eine Mode sich…
Es ist heute eine Mode sich als Südtiroler zur Italianitat zu bekennen.
Aber Moden kommen und gehen.
Antwort auf Es ist heute eine Mode sich… von Evelin Grenier
Woher haben Sie diese…
Woher haben Sie diese Weisheit?
Und welche Südtiroler meinen Sie genau?
Antwort auf Woher haben Sie diese… von Manfred Gasser
welche Südtiroler meinen Sie…
welche Südtiroler meinen Sie genau?
In kolonisierten Gebieten ist es durchaus normal, dass die Kolonisierten sich mit dem Kolonisator identifizieren wollen, um sich nicht ausgegrenzt zu fühlen.
Die meisten Südtiroler fühlen sich heute „modern“ , wenn sie ihre Minderheitenrechte aufgeben wollen. Weil sie als Minderheit sich marginalisiert fühlen.
Deswegen hilft dieser psychologische Trick. Man bekennt sich zur nationalen Mehrheit um sich vor Marginalisierung zu schützen.
Ich nenne das „Mode“, weil es nicht ewig dauern wird.
Ich bin zuversichtlich, dass wir früher oder später zu einer neuen Demokratisierung kommen werden, in der territoriale Identitäten wieder als völlig normal wahrgenommen werden. Ohne in Richtung eines extremistischen Randes verschoben zu werden.
Antwort auf welche Südtiroler meinen Sie… von Evelin Grenier
Ein interessanter Gedanke,…
Ein interessanter Gedanke, den ich aber nicht teile. Die Frage ist außerdem, wie lange diese Mode dauern wird. Beim Lateinischen und dem Griechischen waren es mehrere Jahrhunderte beziehungsweise an die zwei Jahrtausende. Danach sind nicht die alten Sprachen (Etruskisch, Oskisch, Umbrisch, Venetisch bzw. Monoisch, Pelasgisch, Eteokretisch, Lemnisch, Eblaitisch, Ugaritisch usw.) zurückgekehrt. Vielmehr haben sich aus den dominanten Verkehrssprachen neue Sprachen gebildet (Italienisch, Spanisch, Französisch, Portugiesisch, Rumänisch, Neugriechisch).
Auch für das Ladinische scheint eine Rückkehr in die Täler – nüchtern betrachtet – unwahrscheinlich.
Die Sorge um Sprache ist kulturell bedingt. Sprache trägt Erinnerung. Wer um sie bangt, bangt um Zugehörigkeit. So gesehen ist die Sorge um die deutsche Sprache in Südtirol nur allzu verständlich. Das gilt auch für das Ladinische.
Antwort auf Ein interessanter Gedanke,… von Markus A. Gaßner
Die Frage ist außerdem, wie…
Die Frage ist außerdem, wie lange diese Mode dauern wird.
Diese Frage muss man in direkter Verbindung mit dieser stellen :
„Wie schnell man die territoriale und historische Identität auslöschen will/wird?“
Das Gebiet wo wir jetzt leben, war mehrere hundert Jahre als Tirol bekannt. Und jetzt ist es seit „nur“ 100 Jahren als Italien bekannt.
Ich gehe davon aus, dass die Bewohner hier auch in den nächsten 100 Jahren die Erinnerung an Tiroler Identität nicht verlieren werden.
Tatsache ist, wenn sie für ihre Identität sich diskriminiert fühlen (als „ewig gestrigen“ stigmatisiert), wie heute, dann werden zunehmend mehr Menschen an die Idee kommen, dass diese Identität gelöscht werden muss. Damit wird der ganze Prozess beschleunigt.
Objektiv betrachtet, entwickelt sich die Menschheit weiter, obwohl es in einigen Zeiträumen (wie unserer heute) scheint, dass es rückwärts gehen wird. Generell gestaltet sich die Entwicklung oft als Verbesserung nach einer Verschlechterung. Sorry für die Vereinfachung. In anderen Worten gesagt, eine neue verbesserte Demokratie kommt nach einer Zeit des Autoritarismus.
Sollte zum Beispiel Italien einen neuen demokratischen Aufschwung erleben und sich zu dezentralisierter Einheit entwickeln, werden sich alle Regionen frei fühlen, ihre territoriale Identitäten wieder zu beleben, sich autonom zu regieren und gegenseitig respektieren.
Das Interesse an einer solchen Entwicklung ist in vielen Regionen vorhanden.
Ob und wie lange es brauchen wird bis es gelingt, das zu realisieren (oder wie lange die Krise und die autoritäre Phase dauern wird bevor die neue Demokratisierung kommt), kann ich natürlich nicht voraussehen.
Fakt ist, wir können schon heute probieren objektiver zu denken und unnötige Konflikte zu vermeiden.
Zum Beispiel :
Je größer die Ungleichberechtigung zweier Sprachen ist, desto größer ist die Angst der Sprecher der benachteiligten Sprache, diese zu verlieren.
Je stärker wir diese Menschen aufgrund ihrer berechtigten Ängste stigmatisieren, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass einige von ihnen extremistische Tendenzen entwickeln.
Antwort auf Die Frage ist außerdem, wie… von Evelin Grenier
dass ist alles sehr…
dass ist alles sehr hysterisch und weltfremd übertrieben. die meisten sehen das pragmatisch, nur eine laute Minderheit jammert noch wegen Unbedeutendem wie „identität“ herum.
Antwort auf dass ist alles sehr… von Reisekrebschen
Wäre ja schön, wenn…
Wäre ja schön, wenn Identität unbedeutend wäre. Haben Sie sich schon mal umgesehen? Ist Ihnen klar, in welchen Zeiten wir leben?
Antwort auf Ein interessanter Gedanke,… von Markus A. Gaßner
Danach sind nicht die alten…
Danach sind nicht die alten Sprachen (Etruskisch, Oskisch, Umbrisch, Venetisch.. .) zurückgekehrt.
Seien wir ehrlich, heute überlebt DIE Sprache, die einen besseren rechtlichen Schutz genießt.
Um genau diesen schwächeren (im Gegensatz zur italienischen Sprache) Schutz zu stärken hat Südtirol 2 wichtige Instrumente :
- die deutsche Schule mit deutschsprachigem Unterricht
- die deutsche Sprache in allen öffentlichen Diensten zu sichern.
Indem wir bewusst auf diese Hilfsmittel verzichten, tragen wir aktiv zur zunehmenden Marginalisierung der deutschen Sprache und ihrer Sprecher bei.
Antwort auf welche Südtiroler meinen Sie… von Evelin Grenier
Na zum Glück gehöre ich…
Na zum Glück gehöre ich nicht zu den „meisten Südtirolern“, und „durchaus normal“ bin ich anscheinend auch nicht.
Antwort auf welche Südtiroler meinen Sie… von Evelin Grenier
Vergleichbar mit Stockholm…
Vergleichbar mit Stockholm-Syndrom.
Antwort auf welche Südtiroler meinen Sie… von Evelin Grenier
Sie haben vollkommen Recht…
Sie haben vollkommen Recht. Ich hoffe, dass die Standfestigkeit von einst wieder Fuß fasst, und wir uns trauen, uns nicht zu ducken und „demütig“ auf die Knie fallen, nur um einen Überlebensvorteil zu haben. Aber je mehr überlaufen, desto schwieriger wird es für die wenigen Hartgesottenen, die sich nicht verbiegen lassen...
„Unsere“ Athleten die bei…
„Unsere“ Athleten die bei den olympischen Spielen an den Start gehen, sind Südtiroler und gleichzeitig italienische Staatsbürger, daher starten sie unter italienischer Flagge. Als Südtiroler feuere ich primär Athleten aus Südtirol an, kann mich aber auch mit italienischen Athleten freuen, da viele von Ihnen einfach sympathisch sind, siehe Franzoni, siehe Brignone, siehe Lollobrigida usw. Ich kann mich aber auch mit einem Franjo von Allmen freuen, der ein super Athlet ist oder ich bewundere das kanadische und das amerikanische Eishockey als Eishockey Fan. Warum muss das Thema Sport bei uns immer so verdammt politisch gesehen werden.
Antwort auf „Unsere“ Athleten die bei… von Cicero
Einfach nur politikfreie…
Einfach nur politikfreie Spiele? Herr Zöggeler, Architekt der Rodelerfolge, ist offenbar anderer Meinung: https://www.rainews.it/tgr/tagesschau/maratona/2026/02/der-olympia-tick… Und er meint keineswegs die „Südtiroler“ Landespolitik.
Herr Cicero, bitte denken Sie nach, ob Sie im Hinblick auf die Argumentationstiefe und die rhetorische Brillanz wirklich dieses anspruchsvolle Pseudonym verwenden wollen.
Antwort auf Einfach nur politikfreie… von WerPram
Ääähhh ich verstehe Ihren…
Ääähhh ich verstehe Ihren Beitrag nicht wirklich. Herr Zöggeler, als „Nationaltrainer“ appelliert an die Verantwortlichen in der italienischen Politik (Cortina ist meines Wissens in Italien), den Eiskanal in Cortina weiter zu betreiben und für das italienische Rodelnationalteam zu erhalten. Dasselbe würde der deutsche Trainer in Königssee machen oder der lettische in Sigulda... Was ist daran nun so politisch aufgeladen?
PS: Wissend wie die Anlagen in und um Turin nach 2006 verrottet sind, kann man sich vorstellen was in Cortina passieren wird...
Antwort auf „Unsere“ Athleten die bei… von Cicero
Ich bin da ganz bei Ihnen…
Ich bin da ganz bei Ihnen. Auch für mich steht der Sport im Vordergrund.
Und anscheinend muss ich indentitätslos sein, als Fan, oder Ex-Fan von Roger Federer, Alessandro Del Piero, Armin Zöggeler, Dominik Paris, Franjo von Allmen, Anna Gasser, Leon Draisaitl, Juventus, Manu, Borussia Dortmund. usw.
was ist die „die…
was ist die „die antiösterreichische Hymne“?
man muss auch dazu sagen, dass die austriaken nicht viel zu bieten haben. fußball, tennis, etc sind sie schlecht, sogar im schifahren ist italien besser. nur in der Formel 1 sind sie noch vorne, aber auch nur wegen red bull. sonst gibts außer rechtsextremen und kellerkindern nichts, was Ö besonders auszeichnet. :)
da ist es schon verständlich dass man sich umorientiert.
Antwort auf was ist die „die… von Reisekrebschen
Dieser Kommentar ist von…
Dieser Kommentar ist von seltener Grausligkeit.
Antwort auf was ist die „die… von Reisekrebschen
Hahahaha, herrlich. Im…
Hahahaha, herrlich. Im Fußball sind dann weder „Austriaken“ noch „Walsche“ aktuell auf der Höhe, dann wird der geneigte Südtiroler auch schnell mal zum Argentinier oder Franzosen, oder wie darf ich das verstehen? Dieser schmierige Opportunismus ist es, der uns südlich von Salurn und nördlich des Brenners so beliebt macht.
So scheint die jahrelange,…
So scheint die jahrelange, pausenlose Gehirnwäsche des banalen und auch des expliziten und zielgerichteten Nationalismus (man erinnere sich an den Spießrutenlauf, dem die Frau Zeller nach den Bürgermeisterwahlen in Meran ausgesetzt war) doch noch zum Erfolg zu kommen. Vielen Südtirolern scheint die Assimilierung an die Mehrheitsnation nicht schnell genug zu gehen. Überall entdeckt man bisher angeblich immer schon dagewesene Italianität der Südtiroler. Manche glauben auch Identitäten wie die Hemden wechseln zu können. Einige glauben zwar neben der italienischen auch die Tiroler Identität bewahren zu können, doch bei genauerer Betrachtung ist das auszuschließen. Zu gegensätzlich sind die Narrative, die beide stützen. Auf lange Sicht wird „Südtiroler“ so ein geografischer, eventuell noch politischer, aber nicht mehr ein kultureller und sprachlicher Begriff sein.
Die Zeitgeschichtler und Soziologen müssten sich dabei die Hände reiben. In Echtzeit könnten sie die freiwillige Selbstauflösung einer Kultur- und Sprachgemeinschaft studieren, wenn sie denn wollen. Freiwillig deshalb, weil trotz des enormen Assimilierungsdruckes es immer noch die eigene Entscheidung bleibt, ob man sich dem unterwirft. Dass wir einen Staubsaugervertreter als Landeshauptmann haben (ich weiß, das ist er nicht, aber er redet wie einer) und einen Studienabbrecher als Bildungslandesrat hilft in dieser kritischen Lage natürlich auch nicht weiter.
Im übrigen denke ich, dass diese hier geäußerten Überlegungen ähnlich auch für die Ladiner zutreffen.
Wenn unsere Südtiroler…
Wenn unsere Südtiroler Sportler singen, dass sie „zum Tod bereit“ sind, dann kann man nur hoffen, dass sie nicht wissen,, was sie das singen. Die meisten sind ja noch jung. Dass sie sich „zu Kohorten“ zusammenschließen wollen, erinnert zwar an das davon inspirierte Horst-Wessel-Lied („Die Reihen fest geshlossen“), kann aber auch als Absage an Impfgegner gesehen werden, die ja von Kohortenschutz nichts wissen wollen. Man sollte aber Sportler nicht intellektuell überfordern, sie müssen ja alle ihre Energien in ihre motorischen Fähigkeiten investieren.