„Das Risiko besteht seit der Autonomie“
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Die Südtiroler Autonomiereform kommt nächste Woche in den italienischen Senat, nachdem die Kammer sie Anfang Oktober in ihrer ersten Lesung absegnete. „Sie geht überraschenderweise schneller durch das Parlament als erhofft“, zeigte sich Landeshauptmann Arno Kompatscher Ende letzten Jahres erfreut.
Bis zum 15. Jänner konnten noch Änderungsanträge zum Entwurf eingebracht werden, auch im Ausschuss sind bereits 27 Änderungsanträge eingegangen. Da es sich aber um einen von der Regierung Meloni initiierten und mit der Mehrheit abgestimmten Entwurf handelt, werden jegliche Änderungsvorschläge wohl abgeschmettert werden.
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Die Verabschiedung der Reform erfordert insgesamt vier parlamentarische Lesungen, zwei im Senat, zwei in der Kammer. Die erste Lesung im Senat startet am 20. Jänner. Die Südtiroler Volkspartei (SVP) rechnet damit, dass der Gesetzesentwurf innerhalb des Jahres in trockene Tücher gebracht wird.
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Das Verfassungsgericht im Blick
Die Autonomiereform gilt in seiner voraussichtlich letzten Amtszeit als wichtiger politischer Akt von Landeshauptmann Arno Kompatscher. Ob es gelingt oder nicht – das Vorhaben wird die Erinnerung an seine Politik prägen. Schließlich soll damit die Südtiroler Autonomie gegen das Verfassungsgericht leichter zu verteidigen sein. Denn seit der Verfassungsreform im Jahr 2001 habe es die Autonomie durch seine Rechtsprechung immer wieder eingeschränkt.
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Julia Unterberger, SVP-Senatorin und Vorsitzende der Autonomiegruppe, erklärt: „Die Reform enthält wichtige Bestimmungen, die unsere autonomen Befugnisse wiederherstellen und stärken.“ Allerdings sei die Autonomie hauptsächlich durch die zentralistische Rechtsprechung des Verfassungsgerichtshofes ausgehöhlt worden. „Es wird sich zeigen wie dieser jetzt reagiert, ob er das nationale Interesse, das als Schranke für unsere primäre Gesetzgebung leider aufrecht geblieben ist, hernimmt, um weiterhin zentralistische Urteile zu fällen.“
Karl Zeller sieht das als langjähriger SVP-Senator mit einer bestimmten Gelassenheit. „Dieses Risiko besteht seit es die Autonomie gibt, wir können nur versuchen gegen zu steuern, wie es mit dieser Reform getan wird“, erklärt er gegenüber SALTO. Zeller hat den Gesetzesentwurf zur Autonomiereform in einer Arbeitsgruppe mitverfasst und ist der Ex-Mann von Unterberger.
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Autonomie ist da wohl nicht…
Autonomie ist da wohl nicht der passende Begriff.
Die ausgehandelte Autonomie…
Die ausgehandelte Autonomie kann kein wirklicher Schutz für eine Minderheit in einem Zentralstaat sein- Denn solange es möglich ist in Südtirol auch gänzlich ohne Deutschkenntnisse zu existieren (und das angesichts der Zuwanderung immer mehr Menschen machen), wird der deutschen Sprachgruppe nicht die nötige Zuwendung und der nötige Schutz zuteil, obwohl sie (noch) die größte Sprachgruppe im Land ist. Dadurch geht auch die Identifikation mit der deutschen Sprache und Kultur zumindest in den nicht-ländlichen Gebieten zunehmend verloren.
Hinzu kommen noch die unseligen faschistischen Symbole Straßennamen usw. die nicht wirklich musealisiert werden und die die italienische Sprachgruppe zur Identifikation anscheinend unbedingt braucht und vor allem der Skandal der erfundenen faschistischen (amtlichen) Ortsnamen die europaweit einzigartig den Faschismus immer noch repräsentieren.
Dass dieser Umstand vielen Südtirolern schlichtweg egal und nicht als erstrebenswertes Kulturgut (amtliche Namensgebung) angesehen wird, spricht auch Bände.
Diese Autonomie führt unweigerlich in die Assimilierung, wobei die Autonomie eh schon bei vielen Südtirolern kein Thema mehr ist.
Da hilft auch die Ausrede es wäre nicht mehr herauszuholen gewesen, nichts mehr.
Schlecht gepacktelt !