Politik | Tourismus

Gemeinden brauchen Bedenkzeit

Aufgeweichter Bettenstopp: Fast die Hälfte von Südtirols Gemeinden soll selbst über die Frist für Tourismuszonen entscheiden. Ob sie das alle freut, ist noch unklar.
Schlanders
Foto: Seehauserfoto
  • Heute haben die Gemeinden nach ihrer Sitzung nicht wie erwartet eine Einschätzung zu der Ausnahmeregelung zum Bettenstopp abgegeben, die Tourismuslandesrat Luis Walcher (SVP) auf den Tisch gelegt hat. „Wir müssen zuvor noch technische Details zum Vorschlag klären“, sagt Dominik Oberstaller, Präsident des Gemeindenverbands, Bürgermeister von Welsberg-Taisten im Pustertal und Parteikollege. 

    Mehr will er noch nicht verraten – offenbar ist der Klärungsbedarf zu den noch nicht bebauten Tourismuszonen selbst bei Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern groß. Nachdem in der heutigen Sitzung des Gemeindenverbands Tagesordnungspunkte zur Raumordnung besprochen wurden, sei zu wenig Zeit geblieben, um auch die heikle Frage zum Bettenstopp ausreichend zu erörtern. 

  • Was bisher geschah

    Tourismuslandesrat Walcher hat eine Liste von 56 strukturschwachen oder abwanderungsgefährdeten Gemeinden vorgelegt, für die der Bettenstopp in seiner heutigen Form nicht gelten soll. 32 von diesen Gemeinden haben dem Land gemeldete, aber noch nicht bebaute Tourismuszonen. Sie sollen – laut Vorschlag – nun im Gemeinderat über die Verlängerung von Tourismuszonen abstimmen dürfen.

    Anfang des Jahres hatte Walcher ursprünglich für alle Südtiroler Gemeinden die Frist für Tourismuszonen ganz aufheben wollen. Daraufhin folgte ein großer öffentlicher Aufschrei. Angesichts des Widerstands vonseiten der Jungen Generation und der sozialen Mitte innerhalb der SVP einigte sich der Parteiausschuss Anfang Februar auf einen Kompromiss für einzelne, strukturschwache Gemeinden. Dass fast die Hälfte der 116 Südtiroler Gemeinden in die Ausnahmeregelung fällt, war dann doch überraschend.