Ein alter Hut mit neuen Federn
-
Ein Plädoyer für die Vollautonomie…und warum Italien ein Interesse daran haben sollte
Es ist 2026, und seit Jahren wagt sich keiner mehr an ein bestimmtes heißes Eisen: die Vollautonomie. Die Südtiroler Volkspartei hat sich in diesem permanenten Provisorium unserer derzeitigen Autonomen Provinz eingerichtet. Die Leitungen nach Rom funktionieren nahezu einwandfrei. Das Geheimrezept heißt Devotie und Opportunismus. Die politischen Parteien sind längst zu Freunden geworden, um nicht zu sagen zu fratelli. Und während man in Rom die Wogen glatt hält, lässt sich in Südtirol im Fall der Fälle zuverlässig der ethnische Abwehrkampf mobilisieren und die Differenzen zwischen den Volksgruppen beschwören, wenn es wieder einmal um neue Durchführungsbestimmungen geht. Der Retter in der Not ist dann die Sammelpartei und ihre Parlamentarier in Rom. Der Volkstumskampf bleibt latent vorhanden und aktivierbar, und im Zweifel stellen wir uns alle in Reih und Glied hinter die Volkspartei, um unsere Identität gegen Rom zu verteidigen.
Dieses Perpetuum mobile gesellschaftlicher Polarisierung an den ethnischen Bruchlinien sollte 2026 schon längst ein Auslaufmodell sein. Soziale Probleme werden immer virulenter und verdienen es, unter voller Aufmerksamkeit und mit ganzer Kraft angepackt zu werden. Es waren stets linke Politikerinnen und Politiker, die in diesem Wissen die Landesautonomie gefordert haben – Egmont Jenny oder Hans Dietl seien hier exemplarisch genannt. Und auch wenn es 1969/72 wohl eine praktische Notwendigkeit war, die Provinzialautonomie auszubauen, anstatt auf Maximalforderungen zu beharren, so haben sich die Zeiten geändert. Nur die Diskussion ist immer noch die gleiche. Aus diesem Grund möchte ich diese folglich ins 21. Jahrhundert bugsieren.
Warum Südtirol und Italien reif sind für die Vollautonomie
Die letzte Forderung nach einer Vollautonomie kam vonseiten des Arbeitnehmervertreters und Parteichefs Richard Theiner im Jahr 2012. Seither ist es ruhig geworden. Dabei wäre die Vollautonomie unter den veränderten Vorzeichen der heutigen Realitäten eine Win-win-Situation sowohl für Südtirol (anscheinend nicht für die SVP) als auch für Italien. Eine Vollautonomie mit allen Zuständigkeiten (außer Außenpolitik und Verteidigung) würde die Autonomiedebatte endlich einem versöhnlichen Ende zuführen und in Südtirol Kapazitäten für den Diskurs über soziale, wirtschaftspolitische und kulturpolitische Fragen freimachen. Außerdem wäre die Autonomie damit in Stein gemeißelt, kein Protektor mehr nötig und eine nachhaltige Pluralisierung des Meinungs- und Parteienspektrums die Folge.
Und auch wenn es im ersten Moment absurd klingen mag: Auch für Italien würde das Zugeständnis einer Landesautonomie Vorteile bergen. Es ist 2026 und nicht mehr 1969. Die Befürworter von Selbstbestimmung und Sezession sind längst zur Minderheit geworden. Mussten die Italiener in den 1960er- und 1970er-Jahren noch fürchten, dass die Selbstverwaltung Südtirols nur ein Zwischenschritt zur Abspaltung sein könnte, so sehen sie heute wie die Südtirolerinnen und Südtiroler den italienischen Athleten bei den Olympischen Spielen zujubeln. Die kollektive Schizophrenie der Südtiroler Identität ist längst aufgelöst. Die große Mehrheit bezeichnet sich in ihrem Selbstverständnis als stolze Südtirolerinnen und Südtiroler, jedoch mit italienischem Pass, der schon lange keinen Ekel mehr auslöst. Südtirol ist im italienischen Staat angekommen, nun müssen die Italiener dafür sorgen, dass auf die Zwangsehe die Liebeshochzeit folgt. Und ein liebender Partner muss seinem Gegenpart den nötigen Freiraum schenken, ihn akzeptieren, wie er ist. Das Zugeständnis einer Landesautonomie wäre der ultimative Vertrauensbeweis und der letzte Schritt zur gelungenen Integration in den italienischen Staat. Es ist der Schritt zum Wir, zu gegenseitigem Respekt und einem gemeinsamen Miteinander, das Unterschiede anerkennt, ohne zu trennen. Südtirol will sich nicht mehr abspalten, Südtirol will nicht mehr Österreich werden, Südtirol will Südtirol sein – Sudtirolo vuole essere Sudtirolo, Südtirol éster Südtirol.
Interessanter Impuls…
Interessanter Impuls. Welches Interesse Italien haben sollte, ist mir nicht ganz klar geworden. Vielleicht kannst der/die Autor:in diesen Aspekt deutlicher herausarbeiten. Danke.
Ich denke, wir sind derzeit…
Ich denke, wir sind derzeit dank unserer starken Wirtschaft und dem sehr starken Tourismus eines der besten, wenn nicht das beste Brünnlein für den Stiefelstaat. Das wird der Staat für sich nicht so gerne vertrocknen lassen... Einzig, wenn wir unsere Wirtschaft durch mögliche eigene, effiziente Vorgehensweisen, wie z.B. Bürokratieabbau, (Frage: wird uns das wohl gelingen? Fraglich...) oder gezielten politischen Maßnahmen zur Steigerung des Geldaufkommens unseren Landeshaushaltes (und somit die anteilsmäßigen Abgaben an den Staat) soweit steigern könnten, würde es den Appetit des Staates anregen, weil bekanntlich Geld immer zu gebrauchen ist, aber die Handlungshoheit aus der Hand geben, werden sie vermutlich nicht... Also wenn, dann könnten sie scheibchenweise kleinere Zugeständnisse für unsere Autonomie gewähren, sofern sie einen unmittelbaren (finanziellen) Nutzen für den Staat bringen, und keine Nachteile...
Als es vor mehreren Jahren einmal eine Bewegung zur Errichtung des Freistaates Südtirol gab, da hat es sich so angefühlt, als hätten die Einbringer mit dieser Idee in ein Wespennest gestochen, also von dem her, schwierig, schwierig, auch wenn es für Südtirol selbst im Sinne von totaler Eigenständigkeit verlockend ist... Wir erinnern uns...
Auch zu bedenken: eine Steigerung des Geldaufkommens hätte aber oft auch humane Folgekosten, die man nie vergessen sollte... Stichpunkt Overtourism u.ä.. Also immer nur mehr und mehr ist auch keine Lösung. Es sollten auch immer die humanen Folgen von Wirtschaftswachstum nicht vernachlässigt werden, denn auch diese können (sogar wirtschaftliche) Folgen haben, und ja, manchmal, wie ein Bumerang, zurückschnellen... Man denke an Zivilisationskrankheiten durch Leistungsdruck, Bewegungsmangel und unbefriedigende soziale Kontakte, in denen es oft nicht um wahre Gemeinschaft geht, sondern oft um gespielte Gemeinschaft um wirtschaftliche Ziele zu erreichen.
Ich denke, wir sind derzeit…
Ich denke, wir sind derzeit dank unserer starken Wirtschaft und dem sehr starken Tourismus eines der besten, wenn nicht das beste Brünnlein für den Stiefelstaat. Das wird der Staat für sich nicht so gerne vertrocknen lassen... Einzig, wenn wir unsere Wirtschaft durch mögliche eigene, effiziente Vorgehensweisen, wie z.B. Bürokratieabbau, (Frage: wird uns das wohl gelingen? Fraglich...) oder gezielten politischen Maßnahmen zur Steigerung des Geldaufkommens unseren Landeshaushaltes (und somit die anteilsmäßigen Abgaben an den Staat) soweit steigern könnten, würde es den Appetit des Staates anregen, weil bekanntlich Geld immer zu gebrauchen ist, aber die Handlungshoheit aus der Hand geben, werden sie vermutlich nicht... Also wenn, dann könnten sie scheibchenweise kleinere Zugeständnisse für unsere Autonomie gewähren, sofern sie einen unmittelbaren (finanziellen) Nutzen für den Staat bringen, und keine Nachteile...
Als es vor mehreren Jahren einmal eine Bewegung zur Errichtung des Freistaates Südtirol gab, da hat es sich so angefühlt, als hätten die Einbringer mit dieser Idee in ein Wespennest gestochen, also von dem her, schwierig, schwierig, auch wenn es für Südtirol selbst im Sinne von totaler Eigenständigkeit verlockend ist... Wir erinnern uns...
Auch zu bedenken: eine Steigerung des Geldaufkommens hätte aber oft auch humane Folgekosten, die man nie vergessen sollte... Stichpunkt Overtourism u.ä.. Also immer nur mehr und mehr ist auch keine Lösung. Es sollten auch immer die humanen Folgen von Wirtschaftswachstum nicht vernachlässigt werden, denn auch diese können (sogar wirtschaftliche) Folgen haben, und ja, manchmal, wie ein Bumerang, zurückschnellen... Man denke an Zivilisationskrankheiten durch Leistungsdruck, Bewegungsmangel und unbefriedigende soziale Kontakte, in denen es oft nicht um wahre Gemeinschaft geht, sondern oft um gespielte Gemeinschaft um wirtschaftliche Ziele zu erreichen.
Ich denke, wir sind derzeit…
Ich denke, wir sind derzeit dank unserer starken Wirtschaft und dem sehr starken Tourismus eines der besten, wenn nicht das beste Brünnlein für den Stiefelstaat. Das wird der Staat für sich nicht so gerne vertrocknen lassen... Einzig, wenn wir unsere Wirtschaft durch mögliche eigene, effiziente Vorgehensweisen, wie z.B. Bürokratieabbau, (Frage: wird uns das wohl gelingen? Fraglich...) oder gezielten politischen Maßnahmen zur Steigerung des Geldaufkommens unseren Landeshaushaltes (und somit die anteilsmäßigen Abgaben an den Staat) soweit steigern könnten, würde es den Appetit des Staates anregen, weil bekanntlich Geld immer zu gebrauchen ist, aber die Handlungshoheit aus der Hand geben, werden sie vermutlich nicht... Also wenn, dann könnten sie scheibchenweise kleinere Zugeständnisse für unsere Autonomie gewähren, sofern sie einen unmittelbaren (finanziellen) Nutzen für den Staat bringen, und keine Nachteile...
Als es vor mehreren Jahren einmal eine Bewegung zur Errichtung des Freistaates Südtirol gab, da hat es sich so angefühlt, als hätten die Einbringer mit dieser Idee in ein Wespennest gestochen, also von dem her, schwierig, schwierig, auch wenn es für Südtirol selbst im Sinne von totaler Eigenständigkeit verlockend ist... Wir erinnern uns...
Auch zu bedenken: eine Steigerung des Geldaufkommens hätte aber oft auch humane Folgekosten, die man nie vergessen sollte... Stichpunkt Overtourism u.ä.. Also immer nur mehr und mehr ist auch keine Lösung. Es sollten auch immer die humanen Folgen von Wirtschaftswachstum nicht vernachlässigt werden, denn auch diese können (sogar wirtschaftliche) Folgen haben, und ja, manchmal, wie ein Bumerang, zurückschnellen... Man denke an Zivilisationskrankheiten durch Leistungsdruck, Bewegungsmangel und unbefriedigende soziale Kontakte, in denen es oft nicht um wahre Gemeinschaft geht, sondern oft um gespielte Gemeinschaft um wirtschaftliche Ziele zu erreichen.
Ich denke, wir sind derzeit…
Ich denke, wir sind derzeit dank unserer starken Wirtschaft und dem sehr starken Tourismus eines der besten, wenn nicht das beste Brünnlein für den Stiefelstaat. Das wird der Staat für sich nicht so gerne vertrocknen lassen... Einzig, wenn wir unsere Wirtschaft durch mögliche eigene, effiziente Vorgehensweisen, wie z.B. Bürokratieabbau, (Frage: wird uns das wohl gelingen? Fraglich...) oder gezielten politischen Maßnahmen zur Steigerung des Geldaufkommens unseren Landeshaushaltes (und somit die anteilsmäßigen Abgaben an den Staat) soweit steigern könnten, würde es den Appetit des Staates anregen, weil bekanntlich Geld immer zu gebrauchen ist, aber die Handlungshoheit aus der Hand geben, werden sie vermutlich nicht... Also wenn, dann könnten sie scheibchenweise kleinere Zugeständnisse für unsere Autonomie gewähren, sofern sie einen unmittelbaren (finanziellen) Nutzen für den Staat bringen, und keine Nachteile...
Als es vor mehreren Jahren einmal eine Bewegung zur Errichtung des Freistaates Südtirol gab, da hat es sich so angefühlt, als hätten die Einbringer mit dieser Idee in ein Wespennest gestochen, also von dem her, schwierig, schwierig, auch wenn es für Südtirol selbst im Sinne von totaler Eigenständigkeit verlockend ist... Wir erinnern uns...
Auch zu bedenken: eine Steigerung des Geldaufkommens hätte aber oft auch humane Folgekosten, die man nie vergessen sollte... Stichpunkt Overtourism u.ä.. Also immer nur mehr und mehr ist auch keine Lösung. Es sollten auch immer die humanen Folgen von Wirtschaftswachstum nicht vernachlässigt werden, denn auch diese können (sogar wirtschaftliche) Folgen haben, und ja, manchmal, wie ein Bumerang, zurückschnellen... Man denke an Zivilisationskrankheiten durch Leistungsdruck, Bewegungsmangel und unbefriedigende soziale Kontakte, in denen es oft nicht um wahre Gemeinschaft geht, sondern oft um gespielte Gemeinschaft um wirtschaftliche Ziele zu erreichen.
sorry für’s mehrmalige…
sorry für’s mehrmalige Versenden, hatte grad einen kleinen Internetausfall...