Bettenstopp-Ballade
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Gesellschaft | Fritto Misto

Die traurige Ballade vom Bettenstopp

Eine Tragödie in acht Strophen, frei nach J. W. v. Goethe
  • Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?

    Es ist der Schuler mit seinem Kind.

    Er hat den Bettenstopp wohl in dem Arm,

    Er faßt ihn sicher, er hält ihn warm.

     

    Mein Bettenstopp, was birgst du so bang dein Gesicht?

    Siehst Schuler, du den Walcher nicht!

    Den Walcher mit HGV und Steger im Rücken?

    Mein Sohn, lass dich davon nicht bedrücken.

     

    Du liebe Verordnung, komm geh‚ mit mir!

    Gar schöne Spiele, spiel ich mit dir,

    Manch üppige Zonen warten auf Bau,

    ich petz es der Dolo, die weiß es genau (und sag, es war der Schuler).

     

    Mein Schuler, mein Schuler, und hörest du nicht,

    Was Walcher Luis mir leise verspricht?

    Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Bettenstopp,

    ich lass das nicht zu, dass du ex und hopp.

     

    Willst feiner Bettenstopp du mit mir geh’n?

    Die Bürgermeister sollen dich warten schön,

    Die heiße Kartoffel schieben ihnen wir zu 

    Dann haben sie das Schlamassel und wir unsere Ruh‘.

     

    Mein Schuler, mein Schuler, und siehst du nicht dort

    strukturschwache Gemeinden in einem fort?

    Mein Bettenstopp, mein Bettenstopp, ich seh' es genau:

    Sie weichen dich auf, die Frist ist zur Sau.

     

    Ich lieb dich, mich reizt deine schwammige Gestalt,

    Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt!

    Mein Schuler, mein Schuler, jetzt faßt er mich an,

    Walcher hat mir ein Leids getan.

     

    Dem Schuler grauset’s, er reitet Galopp,

    Er hält in den Armen seinen Bettenstopp,

    Erreicht die Zentrale mit Mühe und Not,

    In seinen Armen der Stopp ist halbtot.