Gesellschaft | Organspende

Gemeinde Bozen vereinfacht Prozedere zur Organspende

Der Gemeinderat der Stadt Bozen hat einem Antrag von Georg Mayr und Claudio della Ratta zugestimmt, mit dem die Organspende erleichtert werden soll. Keine Eintragung mehr in separate Register, sondern gleichzeitig mit der Ausstellung eines Personalausweises.
  • Herr Mayr, Sie haben einen Antrag auf eine einfachere Handhabung bei der Organspende eingebracht, warum?

Georg Mayr: Es gibt in Europa eine zweifache Regelung zur Oganspende. Einige Länder wollen, dass man ausdrücklich erklärt, seine Organe nicht spenden zu wollen und hier in Italien ist es umgekeht. Da müssen sich Spendungswillige in ein eigenes Register eintragen, um festzulegen, dass nach ihrem Tod Organe wie Herz oder Lunge entnommen werden können. Für viele Bürger scheint das ein komplizierter Weg zu sein, deswegen wollte ich das mit meinem Antrag einfacher zugänglich machen.

  • Wie lautet nun die Vereinfachung?

Mit diesem neuen Beschluss, den ich gestern im Bozner Gemeinderat eingebracht habe und der mit nur einer Gegenstimme fast vollständig angenommen wurde, wird der Bozner Bürger künftig bei der Ausstellung eines neuen Ausweises festlegen können, ob er seine Organe spenden will oder nicht. Das heißt, es braucht keine Eintragung mehr in ein eigenes Register bei der Sanität, sondern wenn ich einen Personalausweis oder eine Identitätskarte beantrage, kann ich meinen Willen zur Organspende dort eintragen.

  • Wie lautet die Regelung für Kinder, können das die Eltern entscheiden?

Sicherlich sind hier die Eltern bis zur Volljährigkeit die Zeichnungsberechtigten, im Detail müssen wir noch festlegen, ob und inwieweit Jugendliche hier das selbst vornehmen können.

  • Der Antrag wurde im Gemeinderat angenommen. Was geschieht jetzt?

Mein Ratskollege Claudio della Ratta und ich haben diesen Antrag gemeinsam eingebracht. Der Stadtrat hat nun die Verpflichtung, diesen Beschluss umzusetzen. Ich bin erfreut über die gelungene Maßnahme, das bedeutet eine bürokratische Erleichterung für den Bürger.