Wirtschaft | Revitalisierung

Ein See, ein Lido und 14.000 Wünsche

Das erste partizipative Großprojekt in der Gemeinde Eppan zur Erneuerung des Lido Montiggl sieht eine aktive Teilnahme der Bevölkerung vor.
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Das Lido Montiggl, umgeben von einem 100 ha großen Naturschutzgebiet, zählt zu den schönsten Naherholungsgebieten Südtirols. Einerseits wegen der intakten Natur, andererseits auf Grund der zahlreichen möglichen Freizeitaktivitäten: Schwimmen im See oder Freibad, Wandern, Laufen, Nordic Walking und Radfahren. Für die Einwohner im Einzugsgebiet stellen besonders die Montiggler Seen beliebte Ausflugsziele dar. Der große Montiggler See wurde für seine gute Wasserqualität sogar mit „5 VELI“ ausgezeichnet.

Gebaut in den 70er Jahren blieb das Lido Montiggl in seiner Grundstruktur bis heute erhalten. Es kam immer wieder zu kleineren Um- und Erweiterungsbauten. Im Jahr 1998 wurden beispielsweise neue Schwimmbäder mit Kinderbereich und eine große Rutsche errichtet.

An den Gebäuden an und für sich wurden bis dato keine wesentlichen Änderungen vorgenommen. Die Umkleiden und Teile des Gastronomiebereiches sind derzeit zum Großteil ungenutzt - weiters müssen die Sanitäranlagen und Teilbereiche des Restaurants an den zeitgemäßen Baustandard angepasst werden. Nun möchte die Gemeindeverwaltung von Eppan die Infrastruktur revitalisieren, den Badebetrieb optimieren und die ungenutzten Gebäude einer sinnvollen Bestimmung zuführen.

Es gilt die Infrastruktur zu revitalisieren – dabei stehen neben architektonischen vor allem sozialpolitische, ökologische und wirtschaftliche Aspekte im Vordergrund. 

So wurde im Oktober 2015 das Projekt „LM2020“ ins Leben gerufen, dessen Ziel es ist, ein umfangreiches Revitalisierungskonzept für das Lido Montiggl zu entwickeln. Dabei stehen neben architektonischen vor allem soziopolitische, ökologische und wirtschaftliche Aspekte im Vordergrund. Für die effiziente Projektsteuerung und Abwicklung wurde eine Arbeitsgruppe als zentrale Informations- und Diskussionsplattform gegründet - bestehend aus Gemeindeverwaltung und Mitglieder des Tourismusvereins Eppan.

Doch auch die breite Öffentlichkeit und spezifische Nutzergruppen wie beispielsweise Jugendliche, Familien, Senioren, Menschen mit besonderen Bedürfnissen sowie Anspruchsgruppen wie Fischer, Umweltschutzgruppe und anliegende Hotelbetriebe werden aktiv am Entwicklungsprozess beteiligt und können Ihre Sichtweisen, Verbesserungsvorschläge und Ideen einbringen.

„Hauptziel ist es, die Menschen vor Ort aktiv in das Vorhaben einzubinden.“ so Projektbegleiter Helmut Franceschini von der Strategieberatung SEEKYOU aus Wien. „Um dies zu erreichen, gilt es, Aufmerksamkeit und Interesse zu wecken und viele verschiedene Wege der Partizipation zu öffnen. Mit unterschiedlichen Aktionen zur Aktivierung der Bevölkerung soll eine breite Diskussion über die Potenziale des Lido Montiggl hergestellt werden. Dies geschieht durch umfangreiche Informationsveranstaltungen, Workshops und Fragebögen.“

Um die Bevölkerung aktiv einzubinden werden viele verschiedene Wege der Partizipation genutzt: Informationsveranstaltungen, Workshops und Fragebögen.

Katrin Lahner – sie wird die ersten Ideen und Vorschläge visualisieren – ist überzeugt, dass dies der richtige Weg ist. Denn Partizipation der Bevölkerung hält nicht nur in der Politik Einzug, sondern immer mehr in Architekturprojekte der öffentlichen Hand. Denn gebaut wird für die Menschen vor Ort und deshalb sollten deren Bedürfnisse und Wünsche auch ernstgenommen werden.

Denn gebaut wird für die Menschen vor Ort und deshalb sollten deren Bedürfnisse und Wünsche auch ernstgenommen werden.

Mehr Informationen über das Projekt - und auch die Möglichkeit aktiv an der Mitgestaltung teilzunehmen - finden Sie hier.