Umwelt | Gülle-Problem

„Keine Anlage für Groß-Bauern“

Könnten Biogasanlagen das Südtiroler Gülle-Problem lösen? Manfred Gius, Geschäftsführer der biwi-Wipptal, über die Gülle-Problematik im Wipptal, die Natura 2000-Gebiete und Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit der Obstwirtschaft.
manfred_gius_2_c_armin_huber.jpg
Foto: Armin Huber
Bild
Profil für Benutzer Günther Stocker
Günther Stocker Do., 27.03.2025 - 09:42

Ja ja die Realität ist manchmal weit weg von der geschilderten Version.

Fakt ist das im Wipptal immer noch zu viel Mist und Gülle nicht in einer Biogasanlage vergoren wird.

Immer wieder stösst man auf Wiesen und versteck am oder im Waldrand auf Misthaufen ...
aber das ist ja alles völlig legal - opps wollte sagen tolleriert.

Do., 27.03.2025 - 09:42 Permalink
Bild
Profil für Benutzer Klemens Riegler
Klemens Riegler Do., 27.03.2025 - 22:55

Aus meiner Sicht spricht absolut gar nichts gegen solche Biogasanlagen. Nachteile kann ich keine erkennen wobei die Vorteile auf der Hand liegen. Unerklärlich ist für mich, dass es bis dato nicht mehr von solche Vergasungsanlagen gibt. Nur einige wenige schlaue Bauern haben längst erkannt, dass sich Gülle und Mist zu Gold machen lässt ... und selbst eine Anlage in Betrieb installiert.
Also sollte der GVE-Bestand nicht zurückgeschraubt werden, dann sollte doch mindestens in jeder Bezirksgemeinschaft oder größeren Milchwirtschaftsgemeinde so eine Biogasanlage aufgestellt werden. "NauHau" haben die Wipptaler und viele andere Gegenden wo Biogasanlagen längst normal sind. (Im Veneto verkaufen Bauern Bio-Treibstoffe auf der hofeigenen Tankstelle)
Und mit etwas gutem Willen kann auch der Rest (Gärrest) einer anderen Verwendung zugeführt werden ... anstatt teueren Dünger zu importieren ... und sich dann über die Kosten zu beschweren.
Auf jedem Fall sollte Bewegung in diese Thematik kommen! rauft euch endlich zusammen !

Do., 27.03.2025 - 22:55 Permalink
Bild
Profil für Benutzer Herta Abram
Herta Abram Fr., 28.03.2025 - 08:48

Antwort auf von Klemens Riegler

Klemen Riegler,
"Laut dem Vorsitzenden der Biologenvereinigung produziert eine Kuh (1 GVE) je nach Rasse und Milchleistung aber sehr unterschiedliche Milchmengen und damit auch stark unterschiedliche Stickstoff- bzw. Güllemengen."
Weiter:https://salto.bz/it/article/18032025/gve-rechnung-ist-das-problem?page=0

Die GVEBerechnung, welche Neunzehhundertirgendwann erstellt wurde, stimmt heute für Hochleistungskühe bei weitem nicht mehr.
Eine zeitgemässe GVERechnung muss diese Unterschiede neu berechnen.
Und auch die Umweltfolgekosten, welche mit industrieller Milchwirtschaft ausgelagert werden (auf zukünftigen Generationen, Menschen in anderen Ländern und die nicht-menschliche Natur)

Fr., 28.03.2025 - 08:48 Permalink
Bild
Profil für Benutzer H. Predazzer
H. Predazzer Fr., 28.03.2025 - 11:10

Wer meint, daß hier aus Scheiße Gold gemacht wird, der soll eine solche Anlage erst mal bauen und betreiben.
Auf jeden Fall muss ein ehrliches Miteinander sein. Die Güllemengen sind da, und die Landschaften in Höhenlagen werden bewirtschaftet. Das passt nicht in die Vorstellung der Welt von einigen Menschen. Deswegen verschwinden die Dinge noch lange nicht.
Eine korrekte Düngerbilanz weist den Weg zur Lösung, genauso wie der Einsatz von Wirtschaftsdünger in der Obstwirtschaft. Alle Beteilugten sollten dabei auch den Klimawandel im Auge behalten. Die Vegetationsperiode hat sich über sie letzten Dekaden in Mitteleuropa um ca. 60 Tage verlängert!!
Also, offene Gespräche, bei denen erst mal zugehört wird, führen ans Ziel, sicher nicht pauschalierte Vorwürfe und theoretisch-romantische Vorstellungen von Landwirtschaft.

Fr., 28.03.2025 - 11:10 Permalink