Tiroler Nachtfahrverbot erneut in Kritik
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„Für eine effiziente Mobilität der Menschen und der Waren entlang der Brennerachse müssen Schiene und Straße bestmöglich genutzt werden“, teilen der Präsident des Unternehmerverbandes Südtirol, Alexander Rieper sowie Thomas Baumgartner, Delegierter für den Brenner des italienischen Verbandes der Transportunternehmen ANITA und Alexander Öhler, Obmann der Berufsgemeinschaft der Warentransporteurinnen und -transporteure im lvh, in einer gemeinsamen Presseaussendung mit.
Bei einem Treffen, das kürzlich in Bozen stattfand, wurde darüber diskutiert, wie ein funktionierender, effizienter Waren- und Personenverkehr über den Brenner gestaltet werden kann. Das sei eine dringende Notwendigkeit und ein zentraler Wettbewerbsfaktor für Südtirol und Italien, denn rund 70 Prozent des nationalen Exportes überquert die Alpen.
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Für den Straßenverkehr gelte es, an einer gesamteuropäischen Lösung zu arbeiten. Auf der Nordtiroler Seite sei die künstliche Reduzierung der Kapazität der Autobahn abzubauen, insbesondere was das Nachtfahrverbot betrifft. Bereits der italienische Verkehrsminister Matteo Salvini (Lega) hatte mit seiner Transit-Klage gegen Österreich versucht, etwas gegen die LKW-Fahrverbote zu unternehmen.
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Der Vorschlag der Südtiroler Wirtschaft
Studien belegen, dass Staus und stockender Verkehr den Ausstoß um das Dreifache erhöhen: Dies soll laut den Wirtschaftsverbänden durch eine Entzerrung des Verkehrs verhindert werden. Während der Arbeiten an der Lueg-Brücke sowie in Hinblick auf die anstehenden Arbeiten der Deutschen Bahn entlang der Brennerachse sollten daher das Nachtfahrverbot sowie die doppelte Nachtmaut ausgesetzt werden, um einen flüssigeren Verkehr zu garantieren. „Ziel muss es sein, zumindest für die LKWs neuester Generationen, die um über 97 Prozent weniger Partikel und Stickstoffoxide emittieren, die verschiedenen Einschränkungen auf Tiroler Seite aufzuheben“, so Rieper, Baumgartner und Öhler.
Anstatt auf Verbote, sollte man auf innovative Lösungen setzen: Dazu würden der Ausbau einer Ladeinfrastruktur für die E–Mobilität, Lärmschutzwände und die Einkapselung der Autobahn an sensiblen Abschnitten sowie die Förderung der Investitionen in einen modernen Fuhrpark zählen.
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Entscheidend sei in diesem Zusammenhang auch die Verlagerung sowohl des Waren- als auch des Personenverkehrs auf die Schiene. Dafür brauche es einerseits mehr Wettbewerb, um das Preis-Leistungsverhältnis zu verbessern, andererseits müssen der Ausbau der Kapazitäten sowie die Erneuerung der Strecken und die Stärkung von Verladebahnhöfen rasch vorangetrieben werden. „Die zeitgerechte Eröffnung des Brennerbasistunnels spielt dafür eine zentrale Rolle“, so Rieper, Baumgartner und Öhler.
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Wobei die Tiroler ihre…
Wobei die Tiroler ihre Hausaufgaben machen: Ab Brenner gibt es auch für kleine Gewerbegebiete wie Matrei und Steinach Gleisanschlüsse für Betriebe, die ASFINAG investiert auf der Brenner- und Inntalautobahn prioritär in Lärmschutzmaßnahmen. Ladeinfrastruktur: Zumindest für PKW ist die Ladeinfrastruktur in Tirol um einiges kapillarer als die in Südtirol. Übrigens: Wenn ich mich nicht täusche, wären E-LKWs von den Verkehrseinschränkungen wie dem Nachtfahrverbot nicht betroffen.
Ich bin mir sicher, dass der Großteil der Südtiroler:innen, die entlang der Brennerautobahn wohnen, das Verkehrsaufkommen als zu hoch einschätzen. Tirol/AT ist aufgrund des Druckes der eigenen Bevölkerung zumindest einigermaßen in der Lage, diese ansatzweise vor der Verkehrsbelastung zu schützen.
Die Erosion der Brücken…
Die Erosion der Brücken lässt sich vom E-Motor nicht beeindrucken.
Die Erosion der Brücken…
Die Erosion der Brücken lässt sich mit den E-LKW's zwar nicht vermeiden, das stimmt schon, aber wenn aufgrund der trägen Umsetzung der Verlagerung des Warenverkehrs von der Straße auf die Schiene, das die zunächst praktiakbelste, wenn auch nicht perfekte Lösung zur Entlastung der entlang der Brennerachse wohnenden Bevölkerung ist, dann finde ich das eine sehr gute Idee, weil sie relativ schnell umsetzbar ist. Das wäre doch für die Frächter auch nicht schlecht, finde ich. So wären sie weniger von drohenden Nachtfahrverboten betroffen und wären dadurch mental auch entlastet. Eine win-to-win sozusagen. Oder entgeht mir da etwas in meinen Gedankengängen... Klar, solange die Diesel-LKW's noch funktionieren, werden diese nicht gerne verkauft werden, aber spätestens wenn die teuren Reparaturspesen sich nicht mehr lohnen, könnte die LKW-Flotte mit neuen Elektro-LKW's bestückt werden...
Am allerbesten wäre natürlich, wenn wir alle uns Gedanken machen würden, ob man auf gewisse Konsumgüter verzichten könnte, oder sie regional kaufen könnte, sodass generell der Warenverkehr etwas reduziert werden könnte. Mit ein paar kreativen Ideen kann jeder/jede sicher auf Unnötiges verzichten oder ein paar unverzichtbare Produkte zu Hause retten. Wenn alle einen kleinen, aber möglichen Beitrag leisten, dann kann irgendwann was Großes bewirkt werden für die Umwelt und die Menschen. Viele kleine Sandkörner ergeben irgendwann eine ganze Wüste... Fatal ist die "Nach-mir-die-Sintflut-Mentalität"