Politik | Migration

SVP spricht sich für Gegendemo aus

Parteiobmann Dieter Steger und die Junge Generation erinnern an die Geschichte Südtirols: Gerade deshalb sei Vertreibung – wie von Rechtsaußen gefordert – abzulehnen.
Dieter Steger
Foto: Seehauserfoto
  • In der aktuellen Debatte zu den Kundgebungen am Samstagnachmittag in Bozen melden sich nun auch SVP-Obmann Dieter Steger und die Junge Generation der Südtiroler Volkspartei (SVP) zu Wort. Demonstrationen wie die von CasaPound zu Remigration „tragen nichts zur Sache bei, sondern sorgen für Zuspitzung und Aufheizung und vergiften das gesellschaftliche Miteinander“, erklärt Steger in einer Aussendung. 

    Die Neue Rechte nutzt „Remigration“ als Kampfbegriff, um Menschen mit Migrationsgeschichte unter Zwang oder mit finanziellen Anreizen in ihre Herkunftsländer zurückzubringen. Landeshauptmann Arno Kompatscher erklärte gegenüber der Rai, mit diesem Begriff würden Deportationen „beschönigt“. Auch Steger spricht sich deshalb für die Gegendemonstration aus, die ein friedliches Zeichen für eine vernünftige, ausgewogene Politik der Mitte setze. Bereits einige hochrangige Politikerinnen und Politiker haben ihre Teilnahme an der Gegendemo angekündigt.  

  • SVP-Obmann für geregelte Arbeitsmigration

    „Vor allem möchte ich die Gelegenheit nutzen, um sachlich über Migration zu sprechen: Südtirol – wie ganz Europa – ist auf geregelte Arbeitsmigration angewiesen, nicht zuletzt aus demographischen Gründen und weil in Bereichen wie Pflege, Gastronomie, Landwirtschaft und anderen unverzichtbaren Tätigkeiten Personal fehlt“, so der SVP-Obmann. Diese Zuwanderung müsse sich an Bedarf und Qualifikation orientieren und von klaren Integrationsanforderungen begleitet sein. 

    Gleichzeitig gelte es, illegale Einwanderung, Schlepperkriminalität und Ausbeutung konsequent zu bekämpfen und nur jenen Menschen Asyl zu gewähren, die vor Krieg und Verfolgung fliehen. „Wer keinen Anspruch hat, muss unser Land wieder verlassen. Denn unbegrenzte, ungeordnete Zuwanderung überfordert eine Gesellschaft, gefährdet Zusammenhalt und stärkt am Ende genau jene Extreme, die wir zurückweisen“, teilt Steger mit. 

  • Keine Vertreibung: Erinnerung an Südtirols Geschichte

    „Organisiert von Casa Pound, sollen Abordnungen von Faschisten und Rechtsextremen aus ganz Italien bei der geplanten Demonstration aufmarschieren. Zeitgenossinnen und Zeitgenossen, auf die wir – auf die Bozen, ganz Südtirol – auch gerne verzichten können“, erklärt die Junge Generation (JG) der SVP in einer Medienmitteilung. Sie spricht sich darin für die Gegendemonstration am Samstag aus. 

  • Der Silvius-Magnago-Platz in Bozen: Die SVP appelliert, Deportationen mit Blick auf Südtirols Geschichte klar abzulehnen. Foto: Seehauserfoto
  • Blicke man auf Südtirols Geschichte, gebe es kaum unpassendere Worte als „Remigration“ und „Rückeroberung“. Beides sind Schlagworte, unter denen die Demonstration von CasaPound steht. „Wer so durch Bozens Straßen ziehen will, hat nichts – aber auch gar nichts – von der Geschichte und ganz besonders von der Geschichte unseres Landes kapiert“, so die JG.  

    Das Migrationsthema sei ein vielschichtiges und komplexes Thema: „Wird es nur von extremen Kräften besetzt, kann am Ende nur etwas herauskommen, das nach hinten losgeht. Jede dringend notwendige Differenzierung wird nämlich unmöglich gemacht“, betont die JG in ihrer Stellungnahme.