„Südtiroler Firmenautos am Gardasee“
-
SALTO: Herr Maier, wieso haben Sie eine neue Ortsgruppe für lvh-Junghandwerker in Auer gegründet?
Gabriel Maier: Es ist in Zeiten des Fachkräftemangels wichtig, etwas fürs Handwerk zu tun. Die Gründung der Ortsgruppe dient in einem ersten Schritt vor allem dazu, uns besser kennenzulernen und vielleicht auch beruflich zusammenzuarbeiten. Wir hoffen, dass wir nach der Gründung weitere Mitglieder für uns gewinnen und ein neuer Schwung reinkommt. Noch stecken wir in den Kinderschuhen.
-
Zur Person
Gabriel Maier wurde letzte Woche zum Obmann der neu gegründeten Ortsgruppe der lvh-Junghandwerker in Auer gewählt. Der 26-jährige Maschinenbaumechaniker arbeitet in einem kleinen Familienbetrieb in Kurtatsch. Maier hat die Berufsfachschule abgeschlossen und studiert berufsbegleitend Wirtschaftsingenieurwesen in Innsbruck. Zudem ist er für die Bürgerliste im Gemeinderat von Auer.
-
Wie hoch ist das Interesse für praktische Berufe bei jungen Menschen?
Ich weiß von den Rückmeldungen aus den Berufsschulen, dass das Interesse in den letzten Jahren zurückgegangen ist. Das ist unmöglich schade, aber es liegt nicht unbedingt an den Schülern, sondern auch an der Politik und an den Betrieben. Dass handwerkliche Berufe und auch die duale Ausbildung in der Gesellschaft nicht hoch angesehen sind, das wissen wir ja. Deshalb muss an mehreren Ebenen angesetzt werden, um das zu ändern.
„Am Gardasee stehen im Winter eine Reihe Südtiroler Firmenautos, um neue Wohnkomplexe zu bauen.“
Was sollte sich denn ändern?
Ich kann nur von mir persönlich sprechen. Ich habe selbst auch keine Berufsschule besucht und studiere jetzt berufsbegleitend, weil es mich einfach interessiert. Allgemeinwissen ist in einer globalisierten Welt wichtig, ich sollte wissen, wie ich eine E-Mail verfasse, und ein paar Sprachen beherrschen. Trotzdem bietet das Handwerk mit der dualen Ausbildung super Möglichkeiten für junge Menschen und wir sind im Vergleich zum restlichen Italien gut aufgestellt.
-
Neue Ortsgruppe der lvh-Junghandwerker: (von links) Patrick Gampenrieder (Vize-Landesobmann der Junghandwerker/innen im lvh), William Moletta (Landschaftsgärtner), Patrick Falser (Maschinenbaumechaniker), Lisa Plattner (Mediengestalterin), Gabriel Maier (Maschinenbaumechaniker), Mirjam Kaufmann (Textilrestauratorin), Andreas Falser (lvh-Ortsobmann von Auer) und Priska Reichhalter (Landesobfrau der Junghandwerker/innen im lvh); Foto: lvh.apa -
Wie sind die Aufstiegschancen und Gehaltsaussichten im Vergleich zu akademischen Berufen?
Die Aufstiegschancen hängen vor allem von der Größe der Betriebe ab. Kleinere Betriebe haben vielleicht mehr Zeit, den Auszubildenden etwas zu zeigen. Bei größeren Betrieben sind hingegen die Aufstiegsmöglichkeiten größer. Die Förderung von Lehrlingen und Gesellen ist auch nach Abschluss einer Berufsschule im Betrieb wichtig, damit sie sich weiterentwickeln können.
„Denn wenn die Bezahlung nicht passt, kann ich auch keine eigene Familie gründen.“
Wie schaut es bei den Gehaltaussichten aus?
Der Verband und unsere Betriebe arbeiten weiterhin daran, eine faire Bezahlung zu bieten. Denn wenn die Bezahlung nicht passt, kann ich auch keine eigene Familie gründen. Dazu muss man sagen, dass wir in den meisten Bereichen auch super Leistungen erbringen. Alleine im Bausektor haben wir einen ausgezeichneten Ruf in Italien, am Gardasee stehen im Winter eine Reihe Südtiroler Firmenautos, um neue Wohnkomplexe zu bauen.
-
Weitere Artikel zum Thema
Wirtschaft | Ökonomiepanorama„Wir brauchen eine Art Selbstschutz“
Politik | Gehälter„Wir brauchen höhere Löhne!“
Wirtschaft | HandwerkSie sind wieder gefragt
Na dann wünsche ich den…
Na dann wünsche ich den Angestellten der Handwerksfirmen einen Supergehalt für
super Leistungen.