salto.music | As Cold

Grunge-Tribute

Sie nehmen die Sache sehr ernst und haben sich entsprechend gut darauf vorbereitet: As Cold aus dem Unterland bringen die beiden Akustik-Alben von Nirvana und Alice In Chains am Stamstag, 05. April 2025 auf die Bühne des „Sudwerk“ Bozen.
As Cold (2025)
Foto: As Cold
  • Welche Musik eignet sich besser für eine Rückkehr in die Neunzigerjahre als Grunge? Keine. Die Seattle-Bands hatten damals, wie ein Blitz aus heiterem Himmel eine ganze Generation mitgerissen und geprägt. Es war ein völlig unerwarteter musikalischer Sturm, der heute noch nachwirkt. Die aus dem Unterland stammende Band  As Cold wird am morgigen Samstag, 5. April 2025 im „Sudwerk“ in Bozen die Zeitmaschine anwerfen und une eine Tribute-Show spielen und dabei an zwei herausragende und tragische Persönlichkeiten jener Jahre erinnern.

    Bassist Fabian „Phoebe“ Reiner ist vor etwa drei Jahren zu As Cold gestoßen. Reiner hatte bis dahin ausschließlich in Bands gespielt, die sich in erster Linie auf eigenes Material konzentriert haben: Dressy Vagabonds, Meddycrayed oder Forgotten Dicks.

    Reiner zum Einstieg: „Es ware eine neue Erfahrung für mich. Nach vielen Jahren war es wieder an der Zeit, etwas Neues zu machen. Ich habe jetzt das Glück in einer Band zu spielen, die die Sachen genau so machen, wie sie im Original sind. Wenn ich bis dahin Covers gespielt habe, dann immer in einer eigenen Interpretation. Das war anfangs eine Herausforderung. Der Bass von Alice In Chains ist extrem aufwändig, ich habe das Instrument neu und besser kennengelernt.“

    Dabei war Grunge für Phoebe absolut kein unbekanntes Territorium. Seit 2002 ist er Bassist bei Meddycrayed, eine Band, die selbst 100% Grunge praktizieren und mit Nathan Kortleitner einen exzellenten Songschreiber und Sänger in der Band haben. „Wir haben mit Meddycrayed auch gecovert, deswegen waren die Nirvana-Songs für mich nichts Neues“, erzählt Reiner weiter. „Die Unplugged von Nirvana war, als ich 14/15 Jahre alt war, meine CD. Die habe ich einen Sommer lang ständig gehört.“

    Dass bei den Akustik-Versionen mit der Energie, mit der Agressivität, ein wesentlicher Bestandteil des Grunge fehlen würde, verneint Reiner: „Es ist subtiler. Ab einem gewissen Alter möchte man nicht nur mehr aggressive Sachen spielen, sondern auch die andere Seite, die feinfühligere Seite. Grunge-Songs sind im Prinzip recht einfach strukturiert, deshalb wird die Dynamik sehr wichtig. Man muss innerhalb der Band aufeinander hören, denn, und das ist das Schöne am Grunge, es geht um die Emotion. Es gibt sehr viele Grunge-Songs, in denen die Grundemotion eine gewisse Schwere ist, das ist etwas, das mit zunehmendem Alter immer mehr eine Rolle spielt: Man verliert Freunde, man beschäftigt sich mit anderen Themen, das sind Emotionen, die man verarbeiten muss. Eine Stilrichtung, in der es auch viel um Trauer geht, um Leid, ist damit eine gute Möglichkeit, das zu kanalisieren und nach außen zu bringen.“

    Reiner weiter: „Grunge hat die Fähigkeit, eine ganz eigene, mystische, manchmal fast surreale Stimmung zu schaffen. Das war mit Meddycrayed der Fall und das ist auch mit As Cold der Fall. Und: Man wird für eine kurze Zeit wieder den Neunzigern, eine Stimmung, in die man sich vielleicht gern wieder zurückversetzen lässt.“

    Der 5. April als Konzerttermin ist nicht zufällig gewählt, denn es ist der Todestag der Nirvana-Leaders Kurt Cobain (1994) und, 2002, der Todestag von Alice In Chains-Sänger Layne Staley. Aus diesem Grund werden die beiden Akustik-Alben „MTV Unplugged in New York“ (Nirvana, 1994) und „MTV Unplugged“ (Alice In Chains, 1996) fast vollständig und so nah am Original wie möglich gespielt.

    Die knapp zweistündige Setlist ist auf alle Fälle aber als Crescendo konzipiert, wie uns Reiner verrät, womit der mitunter explosiven Energie des Grunge trotz akustischem Setting Tribut gezollt werden wird. Es wird auch einige zusätzliche Überraschungen am Ende des Sets geben, „wo es wahrscheinlich etwa aufgehen wird“, fügt Reiner etwas verschlüsselt lächelnd hinzu.

    Die Tore des „Sudwerk“ öffnen um 21 Uhr, die Tickets kosten 10 Euro und sind auch im Vorverkauf erhältlich.

    Ein kleiner Nachtrag zu Meddycrayed: Die Band plant im Laufe des Sommers einige ihrer 2018/2019 nicht fertiggestellten Songs in der „originalen“ Formation mit Fabian Reiner am Bass, Nathan Kortleitner (Stimme, Gitarre), Willy Theil (Gitarre) und Andreas Romen (Schlagzeug), im Studio einzuspielen und dann – im Herbst – auf die Bühne zu bringen.

  • Haben sich gut auf den Gig vorbereitet: As Cold aus dem Unterland werden die beiden akustischen Alben der Grunge-Größen Nirvana und Alice In Chains fast vollständig im „Sudwerk“ in Bozen live performen. Foto: As Cold / Sudwerk