Gesellschaft | Wohngemeinschaften

Förderungen für Kinder- und Jugendhilfe

Das Land passt die Tarife für Einrichtungen zum Schutz von Minderjährigen an. Höhere Beiträge für Nachtdienste, Inflation und betreutes Wohnen sollen Qualität sichern.
Gemeinsam Jugendliche
Foto: HL/unsplash
  • Wenn das familiäre Umfeld Kindern und Jugendlichen nicht die notwendige Sicherheit bieten kann, greifen in Südtirol spezialisierte Wohn- und Betreuungsangebote ein. Mit dem Beschluss der Landesregierung vom 30. Dezember, hat die Autonome Provinz Bozen die Vergütungssätze für Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe neu geregelt.

  • Rosmarie Pamer: betont die Relevanz der Einrichtungen zum Jugend- und Kinderschutz. Foto: LPA / Hannes Wisthaler

    Spezifisch wurden die Tages- und Stundensätze für stationäre und teilstationäre Angebote überarbeitet. Einerseits wurde der Kostenanteil für den Nachtdienst angehoben – eine Anpassung, die sich aus dem neuen Bereichsabkommen vom Herbst 2025 ergibt. Zum anderen wurden die Landesbeiträge für alle Dienste und Einrichtungen an die Inflation angepasst und um 1,7 Prozent erhöht. Für das Angebot „Betreutes Wohnen“ fällt die Erhöhung um 6,8 aus.

    Landesrätin Rosmarie Pamer betont den den Wert dieser Strukturen: „Die Einrichtungen für Minderjährige erbringen tagtäglich einen unersetzbaren Dienst, da sie ein unterstützendes und fürsorgliches Umfeld für Kinder und Jugendliche schaffen. Die Anpassung der Tages- und Stundensätze trägt diesem wichtigen Auftrag Rechnung“.

  • Hunderte betreute Minderjährige

    Das Netz an Einrichtungen in Südtirol reicht von Wohngemeinschaften über das „Begleitete Wohnen“ bis hin zu Tagesstätten. Im Jahr 2024 wurden insgesamt 236 Kinder und Jugendliche von den Sozialdiensten begleitet.

    In den aktuell 18 Wohngemeinschaften mit 149 Plätzen fanden 121 Minderjährige vorübergehend ein Zuhause. Neben der Unterbringung stehen dort sozialpädagogische Betreuung und gegebenenfalls therapeutische Begleitung im Mittelpunkt. Das „Begleitete Wohnen“ setzt stärker auf Eigenständigkeit: 31 Kinder und Jugendliche nutzten im Jahr 2024 dieses Angebot, das insgesamt 43 Plätze in 16 Diensten umfasst.

    Ergänzend dazu bieten acht Tagesstätten mit 95 Plätzen eine Betreuung während des Tages. Hier liegt der Fokus auf sozialer Integration und der Stärkung sozialer Kompetenzen, häufig in enger Zusammenarbeit mit den Familien. 84 Kinder und Jugendliche nahmen dieses Angebot 2024 in Anspruch.

    Für den gesamten Bereich der Einrichtungen und Dienste zum Schutz von Minderjährigen stellt das Land nahezu 25 Millionen Euro bereit.