Ausflug | Wandertipp

Zu den Egg-Höfen bei St. Martin im Kofel

Sonnige Winterwanderung mit Aussicht am Vinschger Sonnenberg
St. Martin im Kofel
Foto: Oswald Stimpfl
  • Wir sind im mittleren Vinschgau unterwegs, auf dem Sonnenberg bei Latsch. Eine moderne Seilbahn bringt uns rasch von Talsohle in die beschauliche Welt eines winzigen Bergdorfes, bereits die Bahnfahrt ist ein echtes Erlebnis. In 11 Minuten geht es von Latsch (640 m) nach St. Martin in Kofel (1740m), dabei werden dabei 1100 Höhenmeter überwunden. Von der Bergstation spazieren wir auf einer hangquerenden asphaltierten Straße zu Gruppe der Egghöfe mit einem Hofschank, die Gebäude kleben auf einem extrem steilen Berghang und schauen wie ein Adlerhorst weit übers Vinschgau. Nahe der Bergstation grüßen zu unserer Rechten das alte Wallfahrtskirchlein St. Martin aus dem 16. Jh., als Kontrast sitzt unweit davon der moderne, in Glas und Beton erbaute „Rizzi-Turm“ am Abhang. Wir besichtigen das Kirchlein und spazieren dann zu den Egghöfen mit dem Hofschank "Af' Egg 35"

  • Infos in Kürze

    Lohnender, kurzer Spaziergang mit fantastischer Weitsicht in einer außergewöhnlichen Landschaft bei geringen Steigungen. Gute Einkehrmöglichkeiten, auch im Winter an sonnigen Tagen zu empfehlen, die Straße von der Seilbahn zu den Egghöfen ist geräumt.

    Schwierigkeit: Leicht

    Startpunkt: An der Bergstation der Seilbahn

    Gehzeit Hinweg: 45 Minuten 

    Streckenlänge Hinweg: 2,3 km 

    Höhenmeter: 65 Hm

    Anfahrt: Auf der Vinschger Staatsstraße Abfahrt am Kreisverkehr bei der Dorfeinfahrt, hinter der Etschbrücke liegt die Talstation der Seilbahn. Gebührenfreie Parkplätze.

    Öffis: Bus und Bahn ab Meran. Fahrplan unter suedtiromobil.info

  • Zum Wegverlauf

    Bei der Bergstation finden wir eine Übersichtskarte und einen wahren Schilderwald. Wir folgen der Hinweistafel „Vinschger Höhenweg“ auf einer schmalen Asphaltstraße von der Bergstation in Richtung Westen und queren mit sanftem Auf- und Ab zuerst Wiesen und dann einen schütteren, felsdurchsetzten Lärchenwald. Das Gelände ist beeindruckend steil, unglaublich, dass hier Bauern diese Steilhänge mähen und das Heu einbringen. Wir sind auf einem Teilstück des Vinschger Höhenweges unterwegs. Am Weg finden wir Ruhebänke in besonderen Aussichtspositionen. Der Blick geht hinüber auf die gegenüberliegende Vinschger Nörderkette mit dem Hasenöhrl, einem guten Dreitausender, dann ins Martelltal, zur Bergkette der Ortlergruppe und hinunter in die Talsohle vom Vinschgau. Nach einer Dreiviertelstunde ist die Straße zu Ende, wir sind bei den Egghöfen und dem Hofschank angelangt. Rückweg wie Hinweg.

  • Das Kirchlein St. Martin im Kofel

    Laut Überlieferung soll einst die Statue des Kirchenpatrons auf wundersame Weise aus der Kirche St. Martin in Göflan im Tal bei Schlanders in die Höhle am Berg gelangt sein, mehrmals wurde sie zurückgebracht und immer wieder kehrte sie dorthin zurück, bis die Menschen verstanden, dass der hl. Martin am Berg in der Höhle bleiben wollte. Die Weihe der Kirche zu Ehren des hl. Martin ist für 1510 belegt. Die Bauern der Umgebung verehrten ihn als Viehpatrons, wie viele Votivbilder mit Haustieren belegen. Die etwas derbe, aber prächtig verzierte Statue des Heiligen auf dem Pferd steht in der Felsengrotte rechts vom Altar in der Kirche, deshalb heißt das Dörfchen auch St. Martin im Kofel und nicht auf dem Kofel. Die Kirche steht in den Sommermonaten zur Besichtigung offen, im Winter verwahrt das Gasthaus an der Bergstation den Schlüssel dazu.

  • Der „Rizzi-Turm“

    Der vom bekannten Architekten Werner Tscholl für den Latscher Unternehmer Walter Rizzi geplante moderne Turm wirkt wie eine Burg des 20. Jahrhunderts, mit geschichtetem Natursteinmauerwerk, den Schießscharten ähnlichen Fenstern und einer Metall-Zugbrücke. Anfänglich als Refugium des Bauherrn gedacht, wird die luxuriöse, mit aller erdenklichen Raffinesse (500 m2 Wohnfläche, Pool, Sauna) ausgestattete Burg von diesem nur sporadisch bewohnt und kann zur Freude exklusiver Gäste gemietet werden. Werfen Sie einen Blick in dieses ungewöhnliche Ferienhaus: www.turm-chalet.com, Tel. +39 339 5005218

  • Einkehrtipp

    Af Egg 35

    Kleines Stübchen, Terrasse. Zünftige Hausmannskost. Zu empfehlen die großen, lockere Nocken und Knödel sowie der zarte Hammelbraten. Markus u. Gertraud Kaserer, St. Martin im Kofel (Gemeinde Latsch), Tel. +39 338 5005784, afegg35.com, ganzjährig geöffnet, Freitag Ruhetag.

     

    Gasthaus Bergstation St. Martin

    Im Gebäude der Seilbahn, Panoramaterrasse, einfache Hausmannskost. St. Martin im Kofel, 27, Tel. 334 758 7779, Di Ruhetag.
     

    Anfahrt

    Latsch ist bequem auch mit den Öffis (Bahn und Bus) zu erreichen. Die Talstation der Seilbahn nach St. Martin liegt am östlichen Ortsrand von Latsch, am Kreisverkehr der Staatsstraße und neben der Etschbrücke an der Dorfeinfahrt, 10 Gehminuten vom Zugbahnhof entfernt.

    Bushaltestelle an der Talstation. Abfahrt im Sommer zu jeder halben Stunde, im Winter stündlich. Mittagspause. Sonderfahrten ab 6 Personen möglich. Tel. 0473 932566,

    www.bergbahnen-latsch.com

    Fahrplan von Bus und Bahn unter suedtirolmobil.info.