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RAI ruft Protestzustand aus

Ungeachtet des Personalmangels streicht die Zentrale in Rom die Social-Media-Stelle. Die deutschsprachige Redaktion von RAI Südtirol ruft den Protestzustand aus.
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  • Die deutschsprachige Redaktion von RAI Südtirol hat am 5. März 2026 einstimmig den Protestzustand ausgerufen. Grund seien laut Aussendung der Personalmangel und die ablehnende Haltung der Direktion in Rom, zusätzliche Stellen zu genehmigen – darunter auch eine bereits zugesagte Stelle für das Social-Media Management, die später wieder gestrichen wurde.

    Eine unangemessene Haltung laut Rai Südtirol-Redaktion, da die Website bz.rainews.it rund 18 Prozent der Seitenaufrufe aller 25 regionalen Rai-Redaktionen erziele, wobei auch die Social-Media-Kanäle zu den erfolgreichsten im Netzwerk gehören würden. Eine eigene Social-Media-Stelle vor Ort hätte die Redaktion spürbar entlastet, heißt es in der Aussendung. Eine Lösung mit Personal aus Rom lehnt die Redaktion aus praktischen und rechtlichen Gründen ab.

     

    „Meines Wissens ist es das erste Mal, dass RAI Südtirol diesen Status ausruft – oder zumindest das erste Mal seit vielen Jahren.“

     

    Zusätzlich kritisiert die Redaktion strukturelle Personalprobleme: Mehrere Teilzeitstellen würden nicht durch entsprechende Vollzeitäquivalente ausgeglichen. Dadurch werde der vereinbarte Personalstand unterschritten, während die zusätzliche Arbeitsbelastung von den Beschäftigten getragen werde. Die Redaktion fordert deshalb eine Anpassung der Stellen an die mit den Gewerkschaften vereinbarte Größe.

    Markus Kaserer von der Rai führt aus: „In der Gewerkschaftssprache ist das ein stato di agitazione. Man droht mit Maßnahmen, falls sich nichts ändern sollte. Es ist eine Vorstufe zum Streik. Wir warten jetzt auf eine Reaktion der Direktion und entscheiden dann. Meines Wissens ist es das erste Mal, dass RAI Südtirol diesen Status ausruft – oder zumindest das erste Mal seit vielen Jahren.“