Eia, Eia, Alalà Tre Cime!
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Geschichtliche Aufarbeitung
Heutzutage haben wir zurecht eine Sensibilität im toleranten Umgang miteinander entwickelt, die sich in vielerlei Hinsicht äußert. Bei der richtigen Wortwahl angefangen bis zu Antidiskriminierungskampagnen.
Wie wichtig die Aufarbeitung der faschistischen Ära und der Nationalsozialistischen Zeit im deutschsprachigen Raum ist, zeigt sich aktuell gerade in den Sozialen Medien wo die Geister der Vergangenheit ihr Unwesen treiben.
Es stellt sich mir die Frage, wieso das Land Südtirol in den "Rifuggio Locatelli" rund vier Millionen Euro investieren will, obwohl das Schutzhaus der CAI-Sektion von Padova gehört. Diese hatte im Jahr 1945 der CAI-Sektion von Bozen die Besitzanteile abgekauft. Im Jahr 1935 wurde das Gebäude in der heutigen Form errichtet, nachdem der "Club Alpino Italiano" durch Zwangsenteignung des Alpenvereins im Jahre 1923 in den Besitz der "Sepp Innerkofler"-Hütte gelangt war.
Bei meinem Besuch dort habe ich gesehen, dass dieser Gastbetrieb den heutigen Anforderungen an den Umweltschutz nicht entspricht. Die geplante Abwasser- und Stromleitung an Stelle der Sickergrube und dem Stromaggregat entlasten die Umwelt in einer sensiblen Zone. Die Glasfaserleitung schafft Anschluss an das moderne Kommunikationsnetz.
Bei meinem Besuch dort habe ich aber auch im Eingangsbereich des Hauses die Ehrentafeln, Bilder und Devotionalen für den faschistischen Politiker und Kampfflieger Antonio Lokatelli gesehen, der den Tod aus der Luft nach Abessinien gebracht hat. Er war dort an bombardierungen von Städten beteiligt. Wie bekannt, setzte Italien im Abessinienkrieg Giftgas gegen die dortige Bevölkerung ein, das auch aus Flugzeugen abgeworfen wurde.
Mir erscheint es angebracht, dass das Land Südtirol, BEVOR es Millionen an Euro in dieses Gebäude investiert, zumindest auf eine Umbenennung besteht und verlangt, dass der dunkle Ballast, den dieses schön gelegene Haus belastet, in zeitgemäßer Form dokumentiert und eingeordnet wird.
In Brixen ist der…
In Brixen ist der Kriegsverbrecher Gennaro Sora, der in Abessinien hunderte Frauen und Kinder mit Flammenwerfern und Giftgas umgebracht hat, weiterhin Ehrenbürger. Er wurde seinerzeit vom faschistischen Podestà dazu gemacht und die SVP weigert sich standhaft, ihm die Ehrenbürgerschaft abzuerkennen. Dazu gehört auch, dass ein neues Wohnviertel nach dem faschistischen Kriegsheld Remo Schenoni benannt werden soll. Das alles im Sinne des "friedlichen Zusammenlebens", weil die Italiener beleidigt sein könnten, wenn man ihnen ihre "Helden" nimmt.