Kalt und kälter
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Schon ein unseliges Manöver im Oktober ließ nichts Gutes erahnen: Die Gemeinde Bozen verweigerte der Sozialorganisation VOLONTARIUS die Nutzung des Mazziniplatzes für die bereits seit 16 Jahren durchgeführte Aktion „Chiedimi perché ho freddo“. Nicht einmal die Pandemie hatte das geschafft, was die neue Rechtsregierung in Südtirols Hauptstadt mit fadenscheinigen Argumenten vollzog: Das Aus für ein Fest der Solidarität, bei dem die rührigen Freiwilligen Spenden für Bozens Obdachlose einsammelten, vor allem Decken und wintertaugliche Schlafsäcke.
Nachgerade zynisch begründete Patrizia Brillo die ablehnende Haltung der Stadtregierung: Wer armen Menschen Decken und Schlafsäcke überreicht, so die SOZIAL(sic!)-Stadrätin gegenüber SALTO, der lade sie nachgerade ein, auf Bozens gastlichen Straßen zu übernachten und sich somit den zahlreichen Brieftaschen in den Weg zu legen, die nach Bozen geladen werden, um sich im goldenen Weihnachtsdreieck zwischen Waltherpark, Mercatino und der Talferbrücke wundertätig zu entladen.
Dann verfiel die Bozner Stadtregierung offenkundig wieder in den periodisch auftretenden Sozialschlaf, um dann entsetzt feststellen zu müssen, dass es auch in Bozen im Winter kalt werden kann und rund hundert obdachlose Mitmenschen im Freien übernachten müssen.
Ich werde den Eindruck nicht los, dass die politisch Verantwortlichen in diesem Land sich vor ihrer sozialen Verantwortung drücken.
Nun ist wieder Aktionismus angesagt und die hektischen Ankündigungen des Bürgermeisters von Bozen klingen wie Hohn, wenn man sich vor Augen hält, dass die Notschlafplätze im Ex-Lemayr-Gebäude von 245 im Winter 24/25 auf nunmehr 95 reduziert wurden und die geringfügige Aufstockung der Plätze in Brixen, Bruneck, Leifers und Meran – von insgesamt 85 auf 125 – nicht wirklich als ernst zu nehmende Ausgleichsmaßnahme eingestuft werden kann.
Ich werde den Eindruck nicht los, dass die politisch Verantwortlichen in diesem Land sich vor ihrer sozialen Verantwortung drücken und nach dem Prinzip „Augen-zu-und-durch“ Sozialpolitik machen, in der Hoffnung, dass es schon irgendwie gehen wird und im Vertrauen darauf, dass sich ihr Versagen im Umgang mit den Ärmsten schon nicht auf das nächste Wahlergebnis auswirken wird.
Hauptsache, das Bissnes läuft und wir können den größten Landeshaushalt aller Zeiten feiern! In einem Land, in dem es trotz ungebremster Klimaerwärmung und immer mehr Geld von Tag zu Tag sozial kälter wird.
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Frau Brillo könnte Ihre Aufgaben als Sozial-Stadträtin aus folgenden Gründen wahrnehmen (dazu gehört eben auch zu verhindern, dass mittellose Menschen erfrieren könnten)
-Erfüllung ihrer Pflicht für ihr Ressort zu arbeiten
- Aus Nächstenliebe
- Aus humanitären Gründen
- Aus Scham, keine Lösungen für ein vorhersehbares Proble liefern zu können
- Um wieder gewählt zu werden
Da sie das alles nicht will oder kann, sollte sie das Amt schnellstens zurücklegen, um das Schlimmste zu verhindern.
Aber klar: der gespendete Schlafsack ist das Problem.
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Erbärmliche Aussage von dieser Frau Brillo,ich würde mich schämen so einen " LETTN" loszulassen! Sofortiger Rücktritt wäre angebracht,die Frau hat gewaltig Resort verwechselt,vonwegen SOZIAL?? Na ja,die SVP ist ja auch nicht bekannt,als soziale Wundertüte,das Gegenteil ist der Fall.
"In einem Land, in dem es…
"In einem Land, in dem es trotz ungebremster Klimaerwärmung und immer mehr Geld von Tag zu Tag sozial kälter wird."
Es stimmt, Südtirol zeichnet sich nicht durch soziale Wärme aus. Niedrige Gehälter, Massentourismus, hierarchisches Denken, und wer arm ist, ist selber dran schuld. Wer dann noch im Freien übernachtet, im Schlafsack, ist ganz unten in der Pyramide, ihm gebühren die wenigsten Ressourcen.
Die Klimaerwärmung hätte man allerdings außen vor lassen können. Nicht in jedem Text muss sie als Understatement dienen.