Ausflug | Wandertipp

Olivenbäume mit Seeblick

Jetzt, im Jänner, wenn in den Bergen der Winter einkehrt und die Natur erstarrt, zieht es uns an den nahen Gardasee, dort treffen wir auf eine kontrastreiche Landschaft: Blauer See, weiße Kalkfelsen, immergrüne Vegetation und ein Hauch von Frühling.
Tremosine
Foto: Oswald Stimpfl
  • Tremosine liegt bereits in der Lombardei, am nördlichen Westufer des Gardasees, es ist eine weit verstreute Gemeinde, die aus 18 verschiedenen Dörfern besteht. Vom Hauptort Pieve di Tremosine aus unternehmen wir eine einfache Rundwanderung und lassen uns vom Gardaseefeeling verzaubern. Bereits Anfang Jänner blühen Christrosen, Krokus, Primeln und manch anderes Pflänzlchen. 

    Schon die Auffahrt durch die Forra di Tremosine, eine enge Felsschlucht - keine Sorge, es gibt eine Einbahnregelung ohne Gegenverkehr - ist ein prickelndes Erlebnis. Am Beginn der Wanderung gibt's noch zwei Leckerbissen: der Ausblick von der Terrasse des Café Miralago, das wie ein Schwalbennest an der Kante einer Felswand klebt, die hunderte Meter senkrecht zum See abfällt. Und dann die uralte Dorfkirche zum hl. Johannes. 

  • Infos in Kürze

    Nach der Auffahrt vom See auf die stark zergliederte Geländeterrasse mit den einzelnen Fraktionen von Tremosine ergibt sich durch die Verbindung von Straßen, Steigen und Feldwegen eine aussichtsreiche Rundwanderung durch typische Gardaseelandschaft mit Olivenhainen und immergrüner Vegetation zum Dörfchen Pregasio. Mehrere Einkehrmöglichkeiten. Bereits die Seeuferstraße bis kurz nach Limone und die unglaublich eindrucksvolle Zufahrt vom See nach Tremosine sind ein Erlebnis.

    Schwierigkeit: mittel

    Länge: 6,5 km

    Gehzeit: 2 h 15 Min

    Höhenmeter: Auf- und Abstieg: 274 m

    Anfahrt: Über die westliche Seeuferstraße „Gardesana“ bis kurz nach Limone, dann rechts ab und 3,2 km über die Forra nach Tremosine (Einbahn). Rückweg über Vesio und Limone.

    Mehrere gebührenpflichtige Parkplätze in Pieve, z. B. in der Via Cavalieri di Vittorio Veneto Nr. 11. Wenige freie Parkplätze in der Europastraße, beim Museum MUST, an der westlichen Dorfausfahrt. 

  • Zum Wegverlauf

    Wir starten in Pieve, gehen an der Kirche vorbei in die Europastraße und noch wenige Minuten bis zum Museum MUST Museo di Tremosine, dann biegen wir links in die asphaltierte, kaum befahrene Straße Via Vagne ein, der Weg ist Teil der BVG (Bassa Via del Garda) und mit der Nr. 142 markiert (in alten Karten finden wir noch die Nr. 202).

    Es ist die Zufahrt zu etlichen Bauernhäusern und Ferienhäuschen, die verstreut in Wiesen, Buschwald und Olivenhainen liegen. Die Aussicht auf den See ist prächtig. Der Weg senkt sich leicht bergab ins Tal Valle di Lesine, geht in einen Feldweg über, überquert ein Bächlein und steigt nun wieder mit etlichen steilen Steigstücken an. 

    An Trockenmauern von aufgelassenen Terrassen geht der Weg nun wieder eben bis zu einer asphaltierten Straße, welcher wir ein Stück bergauf folgen. Bei einer Abzweigung gehen wir links den Schildern Pregasio nach, ein Wiesensteig bringt uns zum Dörfchen, durch pittoreske Gassen und Torbögen gelangen wir zur Dorfstraße und zur Trattoria NAI, unsrem Etappenziel für die Mittagspause. 

    Nach der Einkehr geht es zum Dorf hinaus, bei der Kirche San Marco biegen wir links ab und folgen bergauf den Schildern nach Mezzema, einer weiteren der vielen Fraktionen Tremosines. Asphalt wechselt mit Feldwegen ab, nach den Häusern von Mezzema senkt sich die Straße, es geht bergab, immer mit Blick zum Monte Baldo und dem See, nach Pieve, unserem Ausgangspunkt zurück.

  • Die Forra di Tremosine

    Die Straße durch die Forra vom Gardasee hinauf nach Pieve di Tremosine ist ein spektakuläres Meisterwerk der Ingenieurskunst. Sie wurde zwischen 1913 und 1918 erbaut und diente ursprünglich als militärische Versorgungsstraße im Ersten Weltkrieg. Später wurde sie für den zivilen Verkehr geöffnet und ermöglichte den Arbeiter/innen der Textilfabrik in Campione am See den Weg zum Arbeitsplatz. In den Felsen gesprengt, windet sie sich durch enge Tunnel und Galerien entlang der steilen Schlucht, oft nur wenige Meter breit. Der ständige Wechsel von Licht und Schatten, Fels und Abgrund macht die Fahrt ebenso eindrucksvoll wie unvergesslich. Die Straße ist einbahngeregelt und hat keinen Gegenverkehr.

  • Kartenausschnitt: Foto: Oswald Stimpfl
  • Die Kirche zum Hl. Johannes dem Täufer von Pieve

    Der Hauptort ist Pieve di Tremosine mit der alten Pfarrkirche zum hl Johannes dem Täufer. Pieve leitet sich vom lateinischen Plebs ab, was so viel wie Volk heißt, es ist also der Versammlungsort der christlichen Gemeinde. Ein römischer Grabstein bei der Kirche deutet darauf hin, dass hier wahrscheinlich bereits ein vorchristliches Heiligtum bestand. 

    Der romanische Turm stammt aus dem 12. Jahrhundert die Kirche wurde im Barock umgebaut und enthält eine sehenswerte Einrichtung wie wunderbar geschnitztes Chorgestühl und Beichtstühle, Altäre mit bunten Marmoreinlegearbeiten und etliche qualitätsvolle Gemälde. Auch die Lage auf einem Plateau an der Kante zum See, die schlanken Zypressen, welche die Kirche einrahmen und der Blick zum gegenüberliegenden mächtigen Monte Baldo sind einmalig.

  • Einkehrmöglichkeiten

    Trattoria NAI
    Typische ital. regionale Küche. 
    Via XXV Aprile, 8, Pregasio BS, Tel. 339 727 2970
     

    Ristorante San Marco
    Restaurant und Pizzeria, Terrasse mit Seeblick
    Via XXV Aprile, 3, Pregasio BS, Tel. 0365 918172


    Bar Gelateria Tremosine 
    Außergewöhnlich eindrucksvoller Aussichtsplatz in Pieve. Terrasse, hausgemachtes Eis, Snacks. Piazza Cozzaglio, 6, Pieve BS
    bargelateriatremosine.it, 0365 953453