Ausflug | Wandertipp

Auf den Wilden-Mann-Bühel bei Eppan

Das ist nur halb so wild, wie es klingt! Nur 643 m ist er hoch, der Wilde-Mann-Bühel, kein richtiger Gipfel, nur ein kleiner Buckel, der aus dem Montiggler Wald aufragt.
Wilder Mann Bühel
Foto: Oswald Stimpfl
  • Auf alle Fälle aber ist die Wanderung dorthin erlebnisreich, für ein so stadtnahes Gebiet finden wir eine vielfältige Landschaft: Sanfte Weinhügel und Obstanlagen in Dorfnähe, dann im Wald Seen, Feuchtgebiete mit Tümpeln und Schilfbeständen, Felswände mit Kletterrouten für Sportbegeisterte, einen schönen Mischwald mit Fichten, Föhren, Tannen, Lärchen und den wichtigsten Vertretern der Laubgehölze, etliche Exemplare sind riesig, mit einem unglaublichen Stammumfang, sie müssen uralt sein. Auch die Winterzeit, sofern kein Schnee liegt, und das ist in den letzten Wintern immer öfter der Fall, eignet sich gut für einen kurzen Spaziergang dorthin, viele Bäume tragen auch kein Laub, die Sonne findet ihren Platz! Einziger Wermutstropfen: Die Einkehrmöglichkeiten sind dünn gesät, bei den Tennisplätzen von Rungg finden wir eine Bar, deshalb: am besten eine Jause mitnehmen, es finden sich viele schöne Picknickplätze, nicht zuletzt auf der der Kuppe des Wilden-Mann-Bühels.

  • Infos in Kürze

    Stadtnahe einfache Wanderung durch Kulturlandschaft und Wald.

    Länge: 10km

    Gehzeit: 3 h

    Höhenmeter: 250

    Startpunkt: Am Kreisverkehr bei St. Michael, Eppan, beim Bus- und ehemaligen Zugbahnhof an der Umfahrungsstraße von Eppan.

    Öffentliche Parkplätze: Neben der Kellereigenossenschaft St. Michael Eppan.

    Anfahrt: Auf der Straße ins Überetsch bei Eppan/St. Michael abfahren, dort liegen die Bushaltestelle und der ehemalige Zugbahnhof.

    Öffis: Haltestelle für alle Busse auf der Linie Kaltern-Bozen. Fahrplan unter www.suedtirol.info.

  • Zum Wegverlauf

    Alle Wege führen nach Rom und alle Wegen führen scheinbar zum Wilden-Mann-Bühel, der Montiggler Wald ist von vielen Wegen und Seigen durchkreuzt, aber Vorsicht! Nicht alle Wege sind markiert, deshalb empfehlen wir, auf den ausgeschilderten Wegen zu bleiben. 

    Startpunkt ist der Bus- und ehemalige Eisenbahnhof in St. Michael Eppan. Am Kreisverkehr gehen wir wenige Meter auf dem Gehsteig der Straße in Richtung Girlan, wir finden eine Lücke in der Hecke und den Wegweiser (Nr. 6, Rungg). 

    Ein schmaler Pfad geht zwischen Hecken und später durch Weinberge und Obstanlagen in sanfter Steigung auf den Montiggler Wald zu, aus dem Steig wird ein Feldweg, dann eine asphaltierte Zufahrt. Bei einer Wegteilung halten wir uns rechts und folgen der Markierung 2 (Kleiner Montiggler See). 

    Wir gelangen zu den Parkplätzen bei den Sportplätzen, hier liegt das Trainingszentrum des FC Südtirol. Noch ein kurzes Stück auf Weg Nr 2, dann biegt im scharfen Winkel links ein breiter Forstweg ab, die Markierung 1 und dann 1 B (Wilder Mann Bühel) bringen uns zur Gipfelkuppe. Die letzten 200 m verengt sich der Weg zu einem schmalen, steilen, holprigen Steig. 

    Auf der Kuppe haben Wanderer Steinsäulen, Rondelle und Mäuerchen aufgeschichtet, dazwischen finden wir Steinbänke für Rast und Jause. Von oben genießen wir die großartige Aussicht zu St. Michael und St. Pauls am Fuß der Mendel, ins Meraner Becken und zur Texelgruppe, im Osten lugt der Latemar hervor.

    Für den Rückweg gehen wir denselben Weg zu den Parkplätzen bei den Sportanlagen zurück, gehen von dort noch wenige Minuten auf dem Hinweg, bis wir eine Wegkreuzung finden, an der wir schon beim Hinweg vorbeigekommen sind. Hier biegen wir links auf den Weg Nr. 6 (Kaltern) ab, überqueren die Autostraße zum Montiggler See, gehen durch schönsten Wald, bei einer Obstwiese verlassen wir den Weg nach Kalkten und biegen rechts auf Weg Nr. 3 ein. Durch Wald und dann ab dem Landgut Schwarzhaus durch Weinberge und Obstwiesen nähern wir uns dem Ausgangspunkt, die letzten 500 m wandern wir am Gehsteig der Montigglerstraße bis zum Kreisverkehr.

  • Der Wilder-Mann-Bühel

    Der Name der niederen felsigen Gipfelkuppe stammt wahrscheinlich aus der Zeit des 19. Jh. in der hier Peter Weth, ein Mann aus Eppan, als Einsiedler gewohnt haben soll. Er wanderte nach Nordamerika aus, schürfte nach Gold und lebte eine Weile mit den Indianern. Nach seiner Rückkehr suchte er die Natur und die Ruhe und lebte im Wald. Er war den anderen Eppanern und den Behörden nicht geheuer, bald wurden ihm die Eigenschaften eines Wilden Mannes angedichtet. Es handelt sich aber um einen Ort mit viel älterer Geschichte, es finden sich Spuren einer Höhensiedlung aus der jüngeren Eisenzeit. Die Kuppe wurde künstlich mit aufgehäuften Steintrümmern erhöht. Im Trümmerhaufen lassen sich nur schwer Terrassen und die rechteckige Umfriedung erkennen.

     

  • Einkehrmöglichkeiten

    Tennisbar Rungg, Runggweg, Girlan, Tel. 0471 661339, Mo Ruhetag.

    Mehrere Bars und Cafés in der Nähe des Startpunktes beim ehemaligen Bahnhof.