Love is in the air
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Fühlt ihr sie auch? Diese Unruhe in der Luft? Vielleicht ist es die gesellschaftliche Veränderung, die sich zuspitzende Lage in der internationalen Politik oder einfach nur ein Frühling voller Liebe: love is in the air. Ich möchte mich, wie könnte es auch anders sein, auf Ersteres konzentrieren - die gesellschaftliche Veränderung.
„Das Ende der wirtschaftlichen und emotionalen Abhängigkeit wird von gar manchen als Machtverlust empfunden.“
Historisch betrachtet nimmt Gewalt in Übergangsphasen zu, und wir leben eindeutig in einem Zeitfenster, in dem einerseits viele formale Regeln für Gleichberechtigung existieren (Rechte, Gesetze, Zugang zu Arbeit usw.), andererseits patriarchale Strukturen immer noch wirken. Das bringt eine konfliktreiche Übergangsphase mit sich, in der die Autonomie der Frauen, die Ablehnung von Kontrolle, das Ende der wirtschaftlichen und emotionalen Abhängigkeit von gar manchen als Machtverlust empfunden werden und Gewalt zum extremen Mittel der Selbstbehauptung wird.
Es steckt Struktur hinter dieser Gewalt: Sie wird normalisiert durch Sprache, verbreitet durch soziale Medien, heruntergespielt von den Institutionen, genährt durch kulturelle Modelle, die Dominanz statt Beziehung lehren. Was uns das System als privaten Konflikt, als Eifersucht, emotionale Schwäche oder ein zuviel an Liebe verkaufen will, ist nicht etwa individuelle, sondern strukturelle Gewalt. Typisch für eine Übergangsphase.
Nun liegt es an uns allen, den großen Schritt zur dringend notwendigen Veränderung zu wagen, denn sie liegt in der Luft …
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