Wirtschaft | Beratung

Neuer Codacons-Schalter in Bozen

Coopbund und Codacons bündeln ihre Kräfte: Coopbund stellt Räume bereit, Codacons bietet Beratung durch Anwälte aus dem Gebiet für Bürgerinnen und Bürger.
Hinweis: Dies ist ein Partner-Artikel und spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung der SALTO-Redaktion wider.
Vertreter von Codacons Nazionale und Codacons Alto Adige sowie Vertreter von Coopbund Alto Adige Südtirol.
Foto: Coopbund
  • Interview mit Monica Devilli, Präsidentin von Coopbund Alto Adige Südtirol, und Manuel Zanvit, Präsident von Codacons Alto Adige.

  • Monica Devilli: Präsidentin von Coopbund Alto Adige Südtirol. Foto: Coopbund

    Frau Präsidentin Devilli, wie ist die Zusammenarbeit zwischen Coopbund und Codacons entstanden?

    Monica Devilli: Coopbund vertritt die lokalen genossenschaftlichen Unternehmen, dennoch geht unser Engagement über die reine Vertretung und Unterstützung unserer Mitgliedsgenossenschaften hinaus. Wir setzen uns jeden Tag dafür ein, einen Mehrwert für die Gesellschaft zu schaffen, die Zusammenarbeit zu stärken und die Entwicklung unserer lokalen Gemeinschaft aktiv mitzugestalten. Aus dieser Überzeugung heraus ist unsere Bereitschaft entstanden, in unserem Sitz einen Beratungsschalter für Bürgerinnen und Bürger einzurichten. Damit stärken wir gezielt das bestehende Netz an Dienstleistungen in der Provinz und schaffen zugleich eine leicht zugängliche Anlaufstelle – auch für die MitgliederInnen der Genossenschaften.


    Herr Rechtsanwalt Zanvit, welche Art von Dienstleistung wird Codacons am Sitz von Coopbund anbieten?

    Manuel Zanvit: Wichtig ist zu betonen, dass der Coopbund die Räumlichkeiten zur Verfügung stellt und als logistischer Bezugspunkt dient, während die eigentliche Beratung von Codacons durch Rechtsanwälte erfolgt, die sich der Initiative angeschlossen haben. Es geht um Verbraucherschutz, Unterstützung bei Betrugsfällen oder finanziellen Verlusten, Beratung für Bürgerinnen und Bürger sowie kleine Unternehmen in wirtschaftlichen Schwierigkeiten, Schutz von Frauen vor Belästigungen oder Stalking sowie um Fragen des Umwelt- und Gesundheitsschutzes. Ziel ist es, qualifizierte Beratung und rechtliche Orientierung für alle anzubieten, die Unterstützung benötigen. In Kürze wird auch der „Organismo di Composizione della Crisi“ (OCC) eröffnet – eine Einrichtung, die im italienischen Recht zur Überschuldungskrise vorgesehen ist und Bürgerinnen und Bürgern, Freiberuflern sowie kleinen Unternehmern hilft, Situationen nicht mehr tragbarer Verschuldung zu bewältigen und zu lösen.

  • Manuel Zanvit: Präsident von Codacons Alto Adige. Foto: Codacons Alto Adige

    Frau Präsidentin Devilli, worin besteht der Mehrwert für unsere lokale Gemeinschaft?

    Monica Devilli: Der Mehrwert ist zweifach. Einerseits stellen wir unseren Sitz zur Verfügung, dessen Schaufenster auf den Mazzini-Platz blicken und der seit über zwanzig Jahren ein sichtbarer und offener Bezugspunkt für die Gemeinschaft ist. Andererseits fördern wir eine Zusammenarbeit, die das Angebot an Dienstleistungen in Südtirol erweitert. Coopbund bleibt in seiner Rolle als Vertretungsorganisation der Genossenschaften, öffnet jedoch die Türen für eine Initiative, die einen breiten Nutzen für die Gemeinschaft schaffen kann.


    Herr Rechtsanwalt Zanvit, was bedeutet eine stabile Präsenz in Südtirol für Codacons?

    Manuel Zanvit: Sie stellt einen wichtigen Schritt dar. Codacons ist seit Jahren auf nationaler Ebene im Schutz der Rechte der Verbraucherinnen und Verbraucher sowie besonders schutzbedürftiger Personen tätig. Eine operative Präsenz bei Coopbund ermöglicht es uns, den Bürgerinnen und Bürgern Südtirols näher zu sein – mit lokalen Fachleuten, die den rechtlichen und sozialen Kontext des Territoriums kennen. Diese räumliche Nähe erleichtert den Zugang zu den Dienstleistungen und stärkt das Vertrauen.


    Eine „unangenehme“ Frage, die bereits gestellt wurde: Warum haben Sie sich entschieden, diesen Dienst aufzunehmen, obwohl es in Südtirol bereits die Verbraucherzentrale gibt?

    Monica Devilli: Das ist eine berechtigte Frage. Unsere Antwort ist einfach: Es handelt sich um eine zusätzliche Möglichkeit für die Bürgerinnen und Bürger: Ziel ist es nicht, jemanden zu ersetzen, sondern Synergien zu schaffen. Die Initiative entsteht aus einer Dienstleistungsperspektive heraus, und es besteht keinerlei Absicht, mit der Verbraucherzentrale in Konkurrenz zu treten. In einer komplexen Zeit wie der heutigen halten wir es für positiv, wenn es mehrere qualifizierte Anlaufstellen gibt, an die sich Bürger und Bürgerinnen wenden können.

    Manuel Zanvit: Ich möchte hinzufügen, dass der Schutz von Rechten ein breites und vielschichtiges Feld ist. Die Präsenz mehrerer Akteure im Gebiet kann das gesamte Schutzsystem nur stärken. Entscheidend ist, mit Transparenz und Professionalität zu arbeiten – ausschließlich im Interesse der Bürgerinnen und Bürger.


    Abschließend: Welche Botschaft möchten Sie vermitteln?

    Monica Devilli: Coopbund bekräftigt sein Engagement, eine treibende Kraft für die lokale Gemeinschaft zu sein – indem wir Beziehungen pflegen, Kooperationen fördern und neue Chancen für die Menschen eröffnen, die in unserer Gemeinschaft leben und arbeiten.

    Manuel Zanvit: Codacons ist bereit, Kompetenz und konkrete Unterstützung anzubieten. Wir laden die Bürgerinnen und Bürger ein, sich zu informieren und diese neue Anlaufstelle zu nutzen, wenn sie Bedarf haben.

  • Vertreter von Codacons Nazionale und Codacons Alto Adige sowie Vertreter von Coopbund Alto Adige Südtirol. Foto: Coopbund
  • Die Bürgerinnen und Bürger können den Codacons-Schalter in Bozen telefonisch unter der Nummer 0471/1726644 oder per E-Mail unter [email protected] kontaktieren.