Gesellschaft | Notstand
„Wir wollen Maßnahmen mit Augenmaß“
Foto: Quelle: Edition Raetia
„Ich bin vom Inhalt dieses Briefes absolut überzeugt, deshalb habe ich ihn auch sofort unterzeichnet“, sagt Eduard Egarter Vigl.
Der Pathologe, langjährige Primar und ehemalige Präsident der Gesundheits-Hochschule „Claudiana“, der es als Ötzi-Doktor zu internationaler Bekanntheit gebracht hat, ist einer der Erstunterzeichner eines offenen Briefes an die Landesregierung. Die Forderung im Schreiben: Man muss die Strategie und die Ausgangsbeschränkungen im Corona-Notstand grundlegend überdenken.
Der Pathologe, langjährige Primar und ehemalige Präsident der Gesundheits-Hochschule „Claudiana“, der es als Ötzi-Doktor zu internationaler Bekanntheit gebracht hat, ist einer der Erstunterzeichner eines offenen Briefes an die Landesregierung. Die Forderung im Schreiben: Man muss die Strategie und die Ausgangsbeschränkungen im Corona-Notstand grundlegend überdenken.
Seit Samstag ist der offene Brief in den sozialen Netzwerken viral unterwegs. Geschrieben und initiert wurde der Brief von der Bozner Wirtschaftsjournalistin Sabine Holzknecht. „Ich habe das Schreiben am Samstagnachmittag an eine Handvoll Freunde geschickt“, sagt Holzknecht zu Salto.bz. Auch die Autorin des Briefes ist überwältigt vom Echo ihres Schreibens. „Ich erhalte unglaublich positive Rückmeldungen von so vielen Menschen aus ganz Südtirol. Fast alle bedanken sich, dass endlich angesprochen wird, was so viele Menschen bewegt“, meint Holzknecht.
Bisher haben das Schreiben 1.800 Südtiroler und Südtirolerinnen unterzeichnet.
Der offene Brief
Dieser offene Brief will nicht kritisieren, sondern möchte den öffentlichen Diskurs anstoßen.
1. Zum heutigen Zeitpunkt (Stand 11.4.2020) wurden in Italien laut Gesundheitsministerium 906.864[i] Tests durchgeführt. Bei mindestens 2 Tests pro Person[ii] entspricht das 0,75 Prozent der Gesamtbevölkerung und zeigt, dass wir über keine aussagekräftige Datenmenge verfügen. Dennoch leitet die Regierung daraus Maßnahmen von unüberschaubarer Tragweite ab.
2. Obwohl fundierte Grundlagen für die Maßnahmen und eine transparente Begründung derselben fehlen, werden unsere Grundrechte[iii] drastisch beschnitten (z.B. diritto di libertá, diritto di istruzione, diritto al lavoro). Laut Gesetz müssten alle, die nicht arbeiten dürfen, entschädigt werden – und damit ist nicht die Möglichkeit gemeint, sich günstig zu verschulden.[iv]
2. Obwohl fundierte Grundlagen für die Maßnahmen und eine transparente Begründung derselben fehlen, werden unsere Grundrechte[iii] drastisch beschnitten (z.B. diritto di libertá, diritto di istruzione, diritto al lavoro). Laut Gesetz müssten alle, die nicht arbeiten dürfen, entschädigt werden – und damit ist nicht die Möglichkeit gemeint, sich günstig zu verschulden.[iv]
Wir benötigen Lösungsvorschläge für eine kontrollierte Rückkehr zu einer Form von Normalität, die es den Menschen ermöglicht, ihre Existenzgrundlage zu sichern.
3. Es gibt keine Evidenz für die Wirksamkeit von Ausgangssperren oder die Begrenzung auf eine maximal erlaubte Entfernung von 200 Metern[v] vom eigenen zu Hause. In Ländern Deutschland, die keine Ausgangsperre, sondern nur eine Kontaktsperre praktizieren, beträgt die Sterberate von Corona-Patienten nur ein Zehntel der Sterberate in Italien[vi]: 31 Tote pro Million Einwohner versus 312 Tote pro Million Einwohner. Sollten wir einen Herdenschutz anstreben, sind Ausgangssperren sogar kontraproduktiv.
4. Angelo Borrelli, der Leiter des nationalen Zivilschutzes, hat bestätigt[vii], dass in Italien nicht unterschieden wird, ob jemand durch Covid19 oder mit Covid19 stirbt. Auch Patienten, die an einer anderen Pathologie versterben, aber positiv sind, werden als „Corona-Tote“ gezählt werden. Eine stringente Kausalität ist damit nicht gegeben.
5. Gian Carlo Blangiardo, Präsident der ISTAT, hat am 2. April erklärt[viii], dass im 1. Trimester 2019 in Italien 15.189 Menschen an Atemwegserkrankungen verstorben sind, im 1. Trimester 2018 waren es sogar 16.220 Menschen. Im selben Zeitraum 2020 waren 12.352 Menschen mit Covid19 verstorben. Warum haben uns diese Zahlen der Vorjahre nicht ebenso alarmiert und in Panik versetzt und wie groß ist wohl die Schnittmengen zwischen den Menschen, die an einer Atemwegserkrankung ähnlich wie in den Vorjahren verstorben sind mit jener, die aktuell als Corona-Tote gezählt werden?
6. In Italien sterben jährlich 11.000 Menschen an Krankenhauskeimen/-infektionen (182 pro Million Einwohner). In Deutschland sind es 2.500 (30 pro Million Einwohner), in den Niederlanden sind es 230 (13 pro Million Einwohner).[ix] Die Sterberate an Krankenhausinfekten ist in Italien somit 6 Mal so hoch wie in Deutschland und 14 Mal so hoch wie in den Niederlanden. Knapp 40 Prozent von Südtirols Corona-Todesfälle entfallen auf die Seniorenheime.[x] Dieses und ähnliche Beispiele sollten wir mitberücksichtigen, wenn wir über die Gefahr und mögliche Verbreitung von Covid19 sprechen.
5. Gian Carlo Blangiardo, Präsident der ISTAT, hat am 2. April erklärt[viii], dass im 1. Trimester 2019 in Italien 15.189 Menschen an Atemwegserkrankungen verstorben sind, im 1. Trimester 2018 waren es sogar 16.220 Menschen. Im selben Zeitraum 2020 waren 12.352 Menschen mit Covid19 verstorben. Warum haben uns diese Zahlen der Vorjahre nicht ebenso alarmiert und in Panik versetzt und wie groß ist wohl die Schnittmengen zwischen den Menschen, die an einer Atemwegserkrankung ähnlich wie in den Vorjahren verstorben sind mit jener, die aktuell als Corona-Tote gezählt werden?
6. In Italien sterben jährlich 11.000 Menschen an Krankenhauskeimen/-infektionen (182 pro Million Einwohner). In Deutschland sind es 2.500 (30 pro Million Einwohner), in den Niederlanden sind es 230 (13 pro Million Einwohner).[ix] Die Sterberate an Krankenhausinfekten ist in Italien somit 6 Mal so hoch wie in Deutschland und 14 Mal so hoch wie in den Niederlanden. Knapp 40 Prozent von Südtirols Corona-Todesfälle entfallen auf die Seniorenheime.[x] Dieses und ähnliche Beispiele sollten wir mitberücksichtigen, wenn wir über die Gefahr und mögliche Verbreitung von Covid19 sprechen.
7. Die von der Istat am 31.3. veröffentlichen Daten belegen, dass 40 Prozent der aktuell bekannten Covid19-Fälle und mehr als 60 Prozent der offiziellen Corona-Todesfälle in der Lombardei sind[xi]. Das heißt weniger als 40 % der Todesfälle verteilt sich über Rest-Italien. Kann es anhand dieser Verteilung sinnvoll sein, dieselben restriktiven Maßnahmen auf alle Regionen und Provinzen gleichermaßen anzuwenden und alles Leben lahmzulegen oder sollte differenzierter vorgegangen werden?
All das wirft die Frage auf, ob die jetzigen Maßnahmen noch verhältnismäßig und zweckmäßig sind.
All das wirft die Frage auf, ob die jetzigen Maßnahmen noch verhältnismäßig und zweckmäßig sind. Wir verstehen, dass jedes Leben schützenswert ist. Aber wir steuern auf eine wirtschaftliche Katastrophe ungeahnten Ausmaßes zu, die die Existenzgrundlage von Millionen von Menschen bedroht? und von der wir nicht wissen, wie wir uns wieder daraus erholen sollen.
Wir sollten anfangen, über alternative Strategien und Wege nachzudenken. Das betrifft den wirtschaftlichen Lock-down und den „Hausarrest“ ebenso wie die stark panikgetriebene mediale Berichterstattung.
Wir benötigen Lösungsvorschläge für eine kontrollierte Rückkehr zu einer Form von Normalität, die es den Menschen ermöglicht, ihre Existenzgrundlage zu sichern. Wir tragen auch Verantwortung für all jene, die jetzt ohne Sicherheitsnetz für ihre Familien sorgen müssen.
Wir benötigen eine differenziertere Auseinandersetzung mit der aktuellen Situation, die die unterschiedlichen regionalen Gegebenheiten mitberücksichtigt.
Wir wollen Transparenz. Wir wollen Maßnahmen mit Augenmaß für Südtirol!
Wir sollten anfangen, über alternative Strategien und Wege nachzudenken. Das betrifft den wirtschaftlichen Lock-down und den „Hausarrest“ ebenso wie die stark panikgetriebene mediale Berichterstattung.
Wir benötigen Lösungsvorschläge für eine kontrollierte Rückkehr zu einer Form von Normalität, die es den Menschen ermöglicht, ihre Existenzgrundlage zu sichern. Wir tragen auch Verantwortung für all jene, die jetzt ohne Sicherheitsnetz für ihre Familien sorgen müssen.
Wir benötigen eine differenziertere Auseinandersetzung mit der aktuellen Situation, die die unterschiedlichen regionalen Gegebenheiten mitberücksichtigt.
Wir wollen Transparenz. Wir wollen Maßnahmen mit Augenmaß für Südtirol!
Update: Dieser Artikel wurde am 13. April um 16.40 Uhr ergänzt.
[ii] Wahrscheinlich sind es weniger getestet Personen. Jeder genesene Patient müsste theoretisch 4 mal getestet worden sein (2 x positiv um sicher zu sein, 2 x negativ um sicher zu sein).
[iv] Staatliche Notverordnung Nr. 18 vom 17.03.2020
[ix] Quelle: https://www.nzz.ch/meinung/die-schweiz-im-wuergegriff-von-corona-reiner-eichenberger-ld.1549699 (Minute19:50 - 20:30)
Der Brief macht m.M. den
Der Brief macht m.M. den Fehler den Virus zu verharmlosen.
Zentraler Punkt in der Diskussion muss doch sein, dass die getroffenen Massnahmen. bzw. deren Auslegung oft mit Überheblichkeit durchgezogen wurden.
Bei aller Richtigkeit der Beschränkung sozialer Kontakt kann man doch nicht eine Bevölkerung wie Verbrecher behandeln und mit Militär und Hubschraubern die punktgenaue Durchsetzung von z.T. wirklich fragwürdigen Massnahmen erzwingen!
Es häufen sich die Meldungen
Es häufen sich die Meldungen von Intensivmedizinern (auch aus den USA) dass die für die Behandlung von Covid-Patienten verwendeten Standard-Protokolle teils sehr kritisch zu betrachten sind (vor allem in Bezug auf die künstliche invasive Beatmung mittels Intubation). Hört euch dazu den
Antwort auf Es häufen sich die Meldungen von Christoph Wallnöfer
Hier der Link zum Bericht von
Hier der Link zum Bericht von Dr. Tobias Schindler:
https://www.youtube.com/watch?v=JWlouv9QafU
Dee Brief bezieht sich und
Dee Brief bezieht sich und baut in Wesentlichen auf WorldOMeter als Datenquelle. Warum man das besser nicht tun sollte wenn man einen seriösen Brief und Argumentationslinie einbringen will steht hier: https://twitter.com/MaxCRoser/status/1248585604809490432?s=19
Antwort auf Dee Brief bezieht sich und von Markus Gufler
Woher bezieht die John
Woher bezieht die John Hopkins Universität ihre Daten?
„Auf ZAPP-Anfrage lässt die Universität wissen, dass ihre Hauptquelle - das “Worldometer„ - ein auf Echtzeitstatistiken spezialisierter Datendienst sei“
https://www.tagesschau.de/inland/johns-hopkins-uni-corona-zahlen-101.ht…
ich kann diesen Brief aus 2
ich kann diesen Brief aus 2 Gründen n i c h t unterschreiben: 1. finde ich es keine gute Idee, wenn Politiker unter dem Druck von „ungeduldigen“ Bürgern handeln, in einer Zeit, in der sie eh schon zwischen den verschiedensten technischen Aspekten ihre Entscheidungen abwägen und finden müssen. Unser LH hat ja bereits öffentlich mitgeteilt, dass es sich mit Conte absprechen wird, um eventuell eine auf Südtirol zugeschnittene Lösung für einen ersten Ausstieg aus dem lockdown zu finden.
2. In den verschiedensten uns zur Verfügung stehenden Berichten und Aussagen von Experten kann man erkennen, dass ein lockdown nur dann in Frage kommen kann, - ohne erneut unsere ganzen Anstrengungen zunichte zu machen- wenn drei Vorausetzunge erfüllt werden können: dass für alle Bürger Schutzmasken zur Verfügung stehen, Testmaterialien und Testlabor für flächendeckende Test vorhanden sind und über eine allen frei zur Verfügung stehende App Personen zeitnah darüber informiert werden können, dass sie kurz vorher mit „positiv Getesteten“in Kontakt waren. Hinzu kommt noch die Notwendigkeit, eine wesentliche Verringerung der Menschen, welche die Intensivbetten belegen, abzuwarten.
Alle drei Voraussetzungen sind zur Zeit nicht erfüllt: das heisst Geduld haben und nach kreativen Lösungen zu suchen.
Ich würde mir hingegen wünschen, dass jene Menschen, die von den wahren Misständen in unserem Krankenhaussystem wissen, weil sie in erster Front arbeiten, diese in offenen Briefen mitteilen und von oberster Stelle Verbesserungen einfordern.
Antwort auf ich kann diesen Brief aus 2 von Margot Wittig
Danke Frau Wittig für
Danke Frau Wittig für konstruktive Kritik!
Die gestellten Bedingungen könnten durch Erwerb der datenrechtlich unbedenklichen Rot-Kreuz-App von Östeereich und einer flächendeckende Ausstattung mit Stoffmasken erfüllt werden. Natürlich muss eine Öffnung immer zusammen mit einer Kontaktsperre und Monitormassnahmen wie Tests flankiert sein.
Antwort auf Danke Frau Wittig für von Christian Mair-2269
Da muss ich Ihnen massiv
Da muss ich Ihnen massiv widersprechen; wenn mir gegenüber jemand, der infiziert ist, und lediglich eine Stoffmaske verwendet, sitzt, dann bin ich dem Virus nahezu schutzlos ausgeliefert.
Was für ein Leichtsinn. Wie fahrlässig. Du lieber Gott!
Und: wie wollen Sie das Monitoring machen, ohne ausreichend Tests und Chemikalien, welche in Südtirol auch fehlen?
Da ist absolut nichts erfüllt.
Ausgezeichnet! Christoph,
Ausgezeichnet! Christoph, warum verlinkst du diesen Brief nicht? Viele weitere werden gegen die überzogenen Maßnahmen unseres tollen Landeshauptmannes unterschreiben. Es ist geradezu unsere Pflicht, unsere Freiheiten laut einzufordern. Und die anderen können sich ja weiterhin - frei!willig - mit eigenzogenem Schwanz daheim einsperren und immer wieder die gleichen schlauen Kommentare schreiben. Danke.
Antwort auf Ausgezeichnet! Christoph, von Oliver Renzler
was dann vielleicht darauf
was dann vielleicht darauf hinausläuft, dass die „über 60-ig jährigen“für weitere Jahre daheim eingesperrt bleiben dürfen????? wo bleibt da die vielgepriesene persönliche Freiheit?
Antwort auf was dann vielleicht darauf von Margot Wittig
Wir über 60-jährigen müssen
Wir über 60-jährigen müssen und dürfen nicht zu Hause eingesperrt werden. Jeder und jede kann selbst entscheiden, in welchem Maße er sich schützt. Nicht jede/r hat die gleichen Bedürfnisse und nicht alle wollen 100 werden!
Antwort auf Ausgezeichnet! Christoph, von Oliver Renzler
Was für ein gepflegter und
Was für ein gepflegter und toleranter Umgang mit denen, die Ihre Weltsicht nicht teilen... Kompliment!
...."Nur wenn wir uns
....„Nur wenn wir uns weiterhin an die Regeln halten und mögliche Ansteckungsgefahr vermeiden, können wir die epidemiologische Grundlage für den nächsten großen Schritt legen, dh die echte Erholung der sozialen und wirtschaftlichen Aktivitäten.“ - Dies sagt der LH.
Meiner Meinung nach, ist dies der richtige Weg, mit dieser komplexen Herausforderung umzugehen.
Ich habe den Brief
Ich habe den Brief unterschrieben. Einmal verlangt er nichts anderes als eine öffentliche Diskussion und Transparenz und zum anderen behauptet er nirgends, dass alles, was bisher getan worden ist, falsch war. Er verlangt eine öffentliche Diskussion darüber, wie es jetzt weitergehen soll. Und diese fundamentale Frage dürfen sich nicht nur die Politiker und Fachexperten stellen, sondern alle Bürger und Fachleute aus den verschiedensten Gebieten.
Dass über alle Daten diskutiert werden kann, zeigt nichts anderes, als dass auch über alle jene diskutiert werden kann, welche als Grundlage für Regierungsentscheidungen dienen. Insbesondere weist der Brief darauf hin, dass absolute Zahlen immer in Relation gesetzt werden müssen, wenn sie zu einer wirklichen Information werden sollen. Dies geschieht in den offiziellen Verlautbarungen nur äußerst unzureichend.
Prof. Gänsbacher hat in der heutigen RAI-Fragestunde als medizinischer Fachexperte auf den Brief geantwortet. Diese Antworten sind wichtig und reichen, wie alle Antworten von Fachexperten, bis zu einem bestimmten Punkt, nämlich bis dorthin, wo das Fachgebiet aufhört. Der Brief verlangt, dass wir weiter schauen müssen. Ich erlaube mir aus dem Kommentar (weiter oben) von Klaus Hartmann vom 13.04.; 19,07 Uhr zu zitieren: „Es gibt viele Wirklichkeiten. Soziale. Wirtschaftliche. Politische. Kulturelle. Psychologische. Gesundheitliche. usw. Es gibt die Wirklichkeit derer, die ihre Arbeit verloren haben und die Wirklichkeit jener, die gut versorgt sind. Und diese “Seuche„ und die getroffenen Maßnahmen wirken sich auf all diese Wirklichkeiten aus. Das einzige was hier gefordert wird ist ein zur Kenntnis nehmen all dieser Aspekte.“
Antwort auf Ich habe den Brief von Erwin Demichiel
Als Nachtrag: Christof
Als Nachtrag: Christof Wallnöfer verweist in seinem Kommentar (weiter oben) vom 13.04.; 12,30 h auf den „Erfahrungsbericht mit Covid-Patienten des deutschen Intensivmediziners Dr Tobias Schindler“. In diesem Zusammenhang sollten wir uns alle wieder an die Möglichkeit der Patientenverfügung erinnern - auch als Unterstützung für unsere überforderten Fachleute in den Seniorenheimen und Krankenhäusern.
Antwort auf Ich habe den Brief von Erwin Demichiel
Sie schreiben:
Sie schreiben:
„Prof. Gänsbacher hat in der heutigen RAI-Fragestunde als medizinischer Fachexperte auf den Brief geantwortet. Diese Antworten sind wichtig und reichen, *wie alle Antworten von Fachexperten, bis zu einem bestimmten Punkt, nämlich bis dorthin, wo das Fachgebiet aufhört*“.
Zudem: Conte wird von den besten Fachkräften in Ökonomie beraten, welche Italien zu bieten hat - soll er nun auf die Fachkräfte in Virologie und Ökonomie und Soziologie und Medizin hören, die, wie Sie sagen alle „wichtig sind“, dann aber tun, was eine Journalistin meint?
Sie sind einverstanden, dass dieselbe Begrenzung für die Verfasserin des Briefes gilt, die „Wirtschaftsjournalistin Sabine Holzknecht“?
Ich zitiere aus dem
Ich zitiere aus dem „Thesenpapier zur Pandemie durch SARS-CoV-2/Covid-19“ vom 5. April 2020 - erarbeitet durch eine inderdisziplinäre Arbeitsgruppe:
„Entstehung und Bekämpfung einer Pandemie sind in gesellschaftliche Prozesse eingebettet. Die derzeitig angewandte allgemeine Präventionsstrategie (partieller shutdown) kann anfangs in einer unübersichtlichen Situation das richtige Mittel gewesen sein, birgt aber die Gefahr, die soziale Ungleichheit und andere Konflikte zu verstärken. Es besteht weiterhin das Risiko eines Konfliktes mit den normativen und juristischen Grundlagen der Gesellschaft. Demokratische Grundsätze dürfen nicht gegen Gesundheit und Bürgerrechte ausgespielt werden. Die Einbeziehung von Experten aus Wissenschaft und Praxis muss in einer Breite erfolgen, die einer solchen Entwicklung entgegenwirkt.“
Lieber Landeshauptmann, liebe Landesregierung: Setzt eure Energie und unser Geld endlich dafür ein, dass fundierte Entscheidungsgrundlagen für einen guten Ausweg aus dieser Situation geschaffen werden!
Antwort auf Ich zitiere aus dem von Christoph Wallnöfer
Sie schreiben/zitieren:
Sie schreiben/zitieren:
„Die Einbeziehung von Experten aus Wissenschaft und Praxis muss in einer Breite erfolgen, die einer solchen Entwicklung entgegenwirkt“:
*genau DAS* machen Merkel, Kurz, Conte, und auch der Landeshauptmann.
Wie kommen Sie darauf, diese würden (bisher) anders handeln? Woran machen Sie diesen seltsamen Vorwurf fest?
Noch keine betroffene Region hat die Schutz-Maßnahmen, die weltweit grad überall Wirkung zeigen, am Scheitelpunkt des Geschehens gelockert oder beendet.
Warum sollten wir allein diesen fahrlässigen Fehler begehen?
Antwort auf Ich zitiere aus dem von Christoph Wallnöfer
Zu einem Teilaspekt: im
Zu einem Teilaspekt: im zitierten Thesenpapier steht:
" Für die Fortentwicklung der Präventionsstrategien sind u.a. folgende Empfehlungen zu geben:
Ergänzung der allgemeinen Präventionsmaßnahmen (Eindämmung, containment) durch spezifische Präventionskonzepte,
Entwicklung eines einfachen Risikoscores auf der Basis der o.g. vier Risikokonstellationen, das auf Einzelpersonen und Personengruppen anwendbar ist,
Trennung der Betreuungs- und Behandlungsprozesse der Infizierten bzw. Nicht- Infizierten im institutionellen Rahmen (Entwicklung von Vorgaben), und
zentrale Etablierung einer Hochrisiko-Task Force, die auf spontan entstehende Herde (Cluster) reagieren kann":
.
Also *Ergänzung* der allgemeinen Präventionsmaßnahmen (Eindämmung, containment) durch spezifische Präventionskonzepte": da zur Zeit die Basis, also das containment absolut nicht garantiert werden kann, wie wollen Sie dieses dann *ergänzen*; zuerst muss also das *containment* sichergestellt werden —> dazu müssen die Fallzahlen massiv herunter —> das gelingt nur durch den lockdown.
Es ist Ihnen klar, dass Sie Ihr eigenes Anliegen durch ein zu frühes Beenden der Maßnahmen damit *selbst* torpedieren?
Es empfiehlt sich Prof.
Es empfiehlt sich Prof. Gänsbachers Analyse im MiMa vom 14.04.: http://www.raibz.rai.it/podcast/deu/mittagsmagazin/mp3/Mittagsmagazin_1…
Laut Salto haben 1.800
Laut Salto haben 1.800 SüdtirolerInnen den offenen Brief an die Südtiroler Landesregierung unterzeichnet.
Bin gespannt ob es eine Antwort darauf gibt und falls ja - welche.
Antwort auf Laut Salto haben 1.800 von Christoph Wallnöfer
Die Antwort hat ja schon Prof
Die Antwort hat ja schon Prof. Gänsbacher gegeben.
Ein Brief, von weniger als 1% der erwachsenen Einwohner unterzeichnet.
Antwort auf Die Antwort hat ja schon Prof von Peter Gasser
Ach so, wusste nicht dass
Ach so, wusste nicht dass Herr Gänsbacher nun auch die Korrespondenz der Südtiroler Landesregierung besorgt.
Gute Nacht Südtirol!
Antwort auf Ach so, wusste nicht dass von Christoph Wallnöfer
er beratet: aber lesen Sie
er beratet: aber lesen Sie selbst seine inhaltliche Kritik an der Verzerrung der Aussagen:
https://www.rainews.it/tgr/tagesschau/audio/2020/04/tag-gaensbacher-bri…
Anstelle des Diskurses "der
Anstelle des Diskurses „der Brief ist Toll“ vs. „der Brief ist voller argumentativer und logischer Fehler“, gibt es hier einen weniger polemischen Ansatz und interessante Grundlagen: https://www.salto.bz/de/article/14042020/transparenz-erfolgt-durch-rech…
Über die Probleme der
Maßnahmen mit Augenmaß? Richtig! Aber bitte unter Berücksichtigung des Ganzen:
1. Dass ein Virus, ein Winzling, so eine umfassende Krise auslösen kann beweist wie fragil dieses System ist. Aber es, das Virus! ist berechenbar, ein Impfstoff wird kommen.
2. Die Coronakrise ist das offenbar nicht: die Börsen sind eingebrochen, die Produktion fällt zurück, selbst die Seuchenexperten sind sich nicht einig, die Regierungen haben (noch?) nicht zu internationaler Solidarität gefunden, (Frau vonderLayen entschuldigte sich), die Lobbys – von den Flugzeugbauern bis zu Touristikern- drängen auf öffentliche Bezuschussung, die Arbeitslosen und Armen brauchen dringendst Hilfe, das Flüchtlingsproblem ist zugedeckt...
3. Die Schuld an der Coronakrise liegt großteils beim neoliberalen Wirtschaftssystem, welches unter der Flagge der freien Marktwirtschaft den Globe erfolgreichst durchwachsen hat. Allein Larry Fink von Blackrock verwaltet zur Zeit 6,85 Billionen US-Dollar, Vanguard und State Street dazugezählt ergeben15 Billionen, das wären umgerechnet auf jeden Bewohner der Erde 2.000 US-$ pro Kopf (Jens Berger, Wer rettet uns vor den Konzernen?). Im Gesundheitssystem hat die Globalisierung zur Auslagerung der Sanitär- nebst Pharmaproduktion nach China geführt, und in den einzelnen Industrieländern zu Einsparungen bei der Seuchenvorbeugung, Krankenhäusern, Ausstattungen, Materialien, Personal, Auslagerung profitabler Dienste zu Privaten.
4. Conte hat es m.M.n. bisher gut gemacht hat: Intensivbetten werden immer weniger gebraucht. Von Anfang an hat er internationale Solidarität angestrebt und solche erhalten von China, Kuba, Russland, leider nicht von den europäischen Regierungen. Derzeit lastet ein großer Druck auf ihm: den Lockdown lockern! Je nach Ressort werden seine Ministerkollegen unterschiedlich intensiv lockern wollen.
5. Die Banken hecheln schon, wie die von Conte organisierten Milliardenkredite „an die Wirtschaft“ verteilt und verwaltet werden sollen. Zurückzuzahlende Staatsschulden, die möglicherweise noch auf unseren Enkeln lasten werden! Dazu ein Detail am Rande: in Deutschland soll ausgerechnet Blackrock die Generalstabsarbeit bei den Banken übernehmen! – womit mir klar scheint, wohin es gehen soll: zur Neuaufstellung eines Systems, das den Desaster (Punkt 3) verursacht hat.
6. Egal was entschieden wird, es wird zu weiteren Rissen im fragilen System führen – und zu weiteren Opfern! Lassen wir Conte nicht alleine! Die unabhängige Presse, die Organisationen für eine solidarische Welt – wir Bürger! – alle werden wachsam und zunehmend demokratisch aktiv sein müssen.
Antwort auf Über die Probleme der von Klaus Griesser
Fairerweise muss man sagen:
Fairerweise muss man sagen: Österreich und Deutschland haben aus den Nachbarländern, welche in Not geraten sind, Intensivpatienten aufgenommen, und nicht wenige (!).
Ohne diese Hilfe hätten die Intensiv-Betten in Südtirol nicht ausgereicht (was sie ja eigentlich nicht haben, wenn man bedenkt, dass man intensivpflegebedürftige ältere Menschen einfach nicht ins Krankenhaus gebracht hat, damit diese Tatsache für die Bürger nicht sichtbar wird).
Antwort auf Fairerweise muss man sagen: von Peter Gasser
Deutschland und Österreich
Deutschland und Österreich konnten erstens von Italien lernen, zweitens sind sie klinisch besser gerüstet was ihnen drittens ermöglichte, einzelne Fälle zu Studienzwecken aufzunehmen; trotzdem ist das ein nettes kleines Detail einzelner Kliniken, aber als Mitgliedsregierungen derselben EU haben sie Nationalismus gezeigt, nicht Solidarität. Frau vonderLayen gab das ja auch zu.
Antwort auf Über die Probleme der von Klaus Griesser
Korrektur zu meinem Punkt 5,
Korrektur zu meinem Punkt 5, erschwerend: Nicht Deutschland, nein! die EU will Blackrock anstellen (https://www.nachdenkseiten.de/?p=60239)!
Antwort auf Über die Probleme der von Klaus Griesser
Ich stimme zu, dass der
Ich stimme zu, dass der Neoliberalismus die Institutionen und Eliten durchtränkt und damit Kultur, Werte und Demokratie der goldenen Kuh geopfert hat. Gerade jetzt gilt es nicht nur bei ECB, blackrock machzuschauen, sondern auch konkret vor Ort darauf zu achten, wo die Kröten hinwandern und wer das bestimmt. Förderungen sollten mit Bedingungen verknüpft werden.
Ich denke es ist notwendig, ein lokales Netzwerk einer geeinten Progressiven nach Vorbild DIEM25 zu gründen, um erfolgreich Ideen der Vordenker Varoufakis, Guerot oder sogar einem geläuterten Macron umzusetzen:
- Gemeinwohlökonomie
- Kreditreform um Wachstumszwang zu minimieren
- Verwaltungs-und Demokratiereform
- Autonomieverfassung
- Besteuerung leistungsloser Einkommen
- progressiver Immobiliensteuersatz und Leerstandsabgsbe
Antwort auf Über die Probleme der von Klaus Griesser
Kann Ihnen nur zustimmen Herr
Kann Ihnen nur zustimmen Herr Griesser, bei der Finanzkrise wurden am Ende jene gerettet und belohnt die diese verursacht hatten. Sodass sie daraus noch stärker und unantastbarer hervorgegangen sind. Bezahlen mußte dafür die Bevölkerung mit Kürzungen im sozialen Bereich vor allem im Gesundheitswesen aber auch bei der Fürsorge und Kultur. Auch bei dieser Krise werden wieder Milliarden in die Hand genommen um die Fetten noch fetter zu machen. Dabei ist es sonst in der Wirtschaft doch selbstverständlich das man breit aufgestellt sein muß um kriesensicher agieren zu können. Aber anscheinend hat dieses Prinzip gesellschaftlich keine Richtigkeit, hier ist es sinnvoll wenn wenige immer mehr haben und ganz viele immer weniger.
@Peter Gasser: Die
@Peter Gasser: Die Wirklichkeit in den genannten Orten ist abhängig von der Anzahl der Intensivbetten, dem ausreichendem Schutz des Krankenhauspersonals, dem Verhältnis von ambulanter häuslicher Isolation und stationärer Aufnahme uvm. Das es nicht nur *eine Wirklichkeit* gibt, hat Paul Watzlawik (den ich übrigens 1999 in Bozen erleben durfte) und Kollegen in den 1970er Jahren erkannt. Auch der Film „Rashomon“ handelt davon, wie 3 Zeugen von einer Vergewaltigung drei verschiedene Wirklichkeiten erzählen. Die *eine Wirklichkeit* aus der Poebene, Madrid und New York kennen wir ja nicht einmal aus eigenem Erleben, sondern durch den Filter der Massenmedien. Daher braucht es auch mehr als eine (Sammle)Partei, ein Tagblatt, eine Kirche und eine Biermarke.
Antwort auf @Peter Gasser: Die von Michael Bockhorni
Da stimme ich Ihnen in allem
Da stimme ich Ihnen in allem zu. Watzlawick habe ich mehrmals gelesen, Buch steht aktuell grade neben mir.
Aber trotzdem: Sie schreiben von Erfahrungen, Sichtweisen, subjektiven „Wirklichkeiten“: dem allem zugrunde aber liegt ein empirisches Geschehen, welches unabhängig von der Betrachtungsweise des einzelnen i m m e r d a s s e l b e ist - im konkreten fall das Virus und seine Ausbreitung.
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Zu Ihrem Beispiel: empirisch hat die Vergewaltigung auf eine einzige Art und Weise in räum und Zeit stattgefunden; genauso wie Bergamo, Madrid, New York nur auf eine Weise stattgefunden haben, wenn auch unterschiedlich wahrgenommen.
Wir leben alle in ein- und derselben - nennen wir es nun - „Realität“.
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