Gesellschaft | Tiere

„Südtirols Westen braucht ein Tierheim“

Freilaufende Hunde und Katzen: Der Verein des ehemaligen Tierheims in Naturns fordert endlich einen neuen Standort. Die Struktur in Ulten sei keine Dauerlösung.
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Foto: EO Tierheim Naturns
Der Verein „EO Tierheim Naturns“ fordert einen neuen und endgültigen Standort für sein Tierheim. „Unsere ehrenamtliche Arbeit ist von öffentlichem Interesse, doch nach fünf aufreibenden Jahren ergebnisloser Herbergssuche stoßen wir an unsere Grenzen“, erklärte Vereinspräsidentin Silvia Piaia bei der heutigen (14. Juni) Pressekonferenz in Meran.
Logistisch ist ein Tierheim im hinteren Ultental, welches die gesamte westliche Landeshälfte bedienen soll, einfach zu ungünstig gelegen.
Vor fünf Jahren hat der Verein das Tierheim in Naturns gezwungenermaßen aufgegeben, nachdem die Besitzerin und Ex-Vizepräsidentin des Vereins den Mietvertrag gekündigt hatte. Bis heute blieb die Suche nach einem neuen und endgültigen Standort für ein Tierheim in der westlichen Landeshälfte ergebnislos. Das liege an politischen Widerständen in den Gemeindestuben.
 
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Die Übergangslösung in Ulten: Dieser Standort sei für die gesamte westliche Landeshälfte logistisch schwer erreichbar. (Foto: EO Tierheim Naturns)
 
„Seit 2020 gibt es dank Ex-Bürgermeisterin Beatrix Mayrhofer und des aktuellen Bürgermeisters Stefan Schwarz immerhin ein provisorisches Tierheim in Ulten. Doch dieser Standort ist und bleibt ein Provisorium“, so Piaia. „Logistisch ist ein Tierheim im hinteren Ultental, welches die gesamte westliche Landeshälfte bedienen soll, einfach zu ungünstig gelegen.“
 

Streunende Hunde

 
Dabei erfüllen Tierheime eine wichtige Aufgabe, indem sie freilaufende Hunde und Katzen aufnehmen und versorgen. „Es geht hier nicht nur um das Wohlergehen von Tieren oder die Interessen von ein paar Tierliebhabern, sondern auch um Fragen der Hygiene und der öffentlichen Sicherheit“, betont Piaia. „Vor allem die zunehmende Zahl von Vermittlungen durch unerfahrene Privatpersonen in Zusammenarbeit mit teils unseriösen Vereinen, droht immer mehr aus dem Ruder zu laufen und im schlimmsten Fall langfristig Szenarien zu schaffen, wie wir sie in Mittel- und Süditalien kennen.“ Denn treten Probleme auf, würden die neuen Besitzer*innen meist alleine gelassen.
Nicht nur sei der Verein wegen der geringen Kapazität an seine Grenzen gestoßen. Gleichzeitig platze auch das Landestierheim aus allen Nähten. „Bei 22 Standardboxen, die im Idealfall bis zu 40 Hunde beherbergen könnten, sind diese mit 24 schwer zu handhabenden Tieren besetzt“, berichtet Piaia.
 
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Silvia Piaia: „Unser Verein braucht keine exorbitanten Förderungen, sondern nur ein geeignetes Grundstück, damit wir unsere ehrenamtliche Arbeit zum Wohle der Gemeinschaft und der Tiere fortsetzen können.“ (Foto: EO Tierheim Naturns)
 
„Wir in Ulten haben im Vergleich mit 8 Standardboxen eine maximale Kapazität von 10 Hunden, die wir auch voll ausschöpfen.“ Dank der guten Zusammenarbeit zwischen dem Verein, der EO UGDA, dem Tierschutzverein Vinschgau, RespekTiere und dem Landestierheim konnten sie im Zeitraum Jänner 2022 bis Juni 2023 insgesamt 42 schwer vermittelbare Hunde unterbringen, die vom Landestierheim übernommen hätten sollen. „Diese Zahlen allein zeigen aber auch, dass etwas passieren muss.“
 

Aufruf an Politik

 
„Unser Verein braucht keine exorbitanten Förderungen, sondern nur ein geeignetes Grundstück, damit wir unsere ehrenamtliche Arbeit zum Wohle der Gemeinschaft und der Tiere fortsetzen können“, so Piaia.
„Wir investieren viel Zeit, Geld, Energie und Nerven in unser Projekt, weil wir überzeugt sind, dass es wichtig und notwendig ist. Und wir sind stets zum Dialog bereit, um gemeinsam nach Lösungen zu suchen“, unterstreicht Piaia. „Mittlerweile sind wir jedoch an einer Grenze angelangt. Wir können so nicht weitermachen. Wenn sich in Kürze hinsichtlich Standortes nicht was ändert, sehe ich für die Zukunft des Tierheims schwarz. Wir sind nämlich nicht länger imstande, weiterhin jene Aufgaben zu übernehmen, für die eigentlich das Land zuständig ist. Dann werden wir uns neuen Projekten widmen, die konkret zum Wohl der Tiere beitragen.“
 
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Salto User
Günther Alois … Fr., 16.06.2023 - 08:11

Es ist sehr bedauerlich,dass die Landesregierung für eine zentralere westlichere Unterbringung der Tiere keine vernünftige Lösung findet??? Sind eben " nur" Tiere!!! Schämt euch!

Fr., 16.06.2023 - 08:11 Permalink