Von Meran nach Dorf Tirol
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Die Einheimischen sind unter sich, vom großen Ansturm der Urlaubsgäste ist kaum etwas zu merken. Auf dem Rückweg wandern wir ein gutes Stück über den Tappeinerweg, er ist ohne Zweifel der berühmteste Spazierweg Merans und einer der schönsten weit und breit. „Über den Dächern“ der Altstadt bietet herrliche Ausblicke auf die Stadt, das Etschtal und zu den umliegenden Bergen. Wir kombinieren diese Promenade mit einer kleinen Wanderung nach Dorf und Schloss Tirol zu einem erlebnisreichen Rundweg.
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Infos in Kürze
Ein Klassiker unter den Winterspazierwegen, wegen der niederen Lage schneefreie Wanderung der Spitzenklasse!
Startpunkt: Meran, Theaterplatz (300m)
Charakteristik: Mittel, kurze Steilstücke, Treppen
Gehzeit: 3 Stunden 30 Minuten
Höhenleistung: 429 Höhenmeter
Länge: 10,5 km
Beste Zeit: An sonnigen Wintertagen
Parkplätze: Meran. Gebührenpflichtige Parkplätze im Zentrum. Mehrere Parkhäuser.
Öffentliche Verkehrsmittel: Bus 201 (Haltestelle Theaterplatz) und Bahn bis MeranFahrplan unter www.suedtirol.info
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Zum Wegverlauf
Wir starten vom Stadtzentrum (wir sind am Theaterplatz losgewandert) und gehen durch die Lauben zur Nikolaus-Pfarrkirche am Pfarrplatz. Aufgepasst, wir dürfen den Kirchsteig nach Dorf Tirol nicht verpassen, dazu gehen wir ans Ostende der Kirche, zwischen dem Chor und der Barbara Kapelle beginnt der Aufstieg zum Tappeinerweg. Über Treppen und Rampen gewinnen wir rasche an Höhe, nach wenigen Minuten sind wir am Tappeinerweg angelangt, überqueren ihn und folgen den Wegweisern „Tirolersteig“ und später den Wegweisern nach Dorf Tirol bergauf. Nach einer knappen Stunde stoßen wir auf die Landesstraße nach Tirol und folgen ihr auf dem Gehsteig ins Dorf. Nach der Besichtigung der schönen Dorfkirche suchen wir einen Platz fürs Mittagessen.
Im Sommer hätten wir die Qual der Wahl, da lockt eine Vielzahl von Gasthäusern, Restaurants und Cafés, jetzt, außerhalb der Saison sind die Einkehrmöglichkeiten dünn gesät. Wir haben uns für das Restaurant an der Seilbahn Hochmuth entschieden, dazu müssen wir noch etwas aufsteigen, werden aber für diese kleine Zusatzmühe belohnt.Nach der Einkehr gehen wir unterhalb der Seilbahn in den Lutzweg, am Hotel Patrizia vorbei zum Garni Lutzhof, dort beginnt der Apfelweg, ein Themenweg, der uns bergab mit herrlichem Ausblick zu Schloss Tirol, das Meraner Becken und das Etschtal bringt. An einer Wegteilung halten wir uns rechts links geht es ins Dorf) wir stoßen auf den Schlossweg und folgen ihm nach Schloss Tirol.
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Das Museumsschloss hat Winterruhe, wir gehen daran vorbei und folgen den Schildern (Nr. 26, St. Peter) bis zum Kirchlein St. Peter ob Gratsch, einem kulturhistorischen Kleinod. Wir verlassen nun die asphaltierte Straße und fädeln zwischen den Leitplanken einen Steig ein, er führt im Zickzack steil, aber gut ausgebaut und teilweise grob gepflastert bergab, ein Geländer gibt Halt, Steintreppen entschärfen Steilstücke.
Am alten Kreuzweg stehen gemauerte kleine Kreuzwegkapellen, die von verschiedenen Bauern gestiftet wurden, die Bilder stammen vom bekannten Maler Peter Fellin. Wir überqueren eine Asphaltstraße und stoßen auf den Algunder Waalweg. Wir folgen ihm links und überqueren auf der Hängebrücke einen Bachgraben. Hier endet der Algunder Waalweg. Wir folgen die Asphaltstraße wenige Gehminuten bergab, bis links der Tappeinerweg und damit unser Rückweg nach Meran beginnt. In einer angenehm ebenen Wanderung queren wir jetzt den Hang des Küchelberges, mit schönster Aussicht über den Meraner Talkessel und zu den noch verschneiten Bergspitzen.
Nach einer guten halben Stunde Promenadenweg gelangen wir ans Café Schlehdorf (geschlossen) dort nehmen wir die Abzweigung in die Stadt und steigen über die Schlehdorfstraße zur Verdistraße ab. Wir folgen ihr und gehen über das Vinschgertor in die Stadt, bald sind wieder am Theaterplatz, dem Ausgangspunkt unserer Wanderung, angelangt.
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Der Tappeinerweg
In der Glanzzeit des Kurtourismus von Meran wurde der Tappeinerweg als Flanierweg für die sonnenhungrigen Gäste angelegt, damals besuchten sie die Stadt hauptsächlich im Winter, um der Kälte und Nässe nördlich der Alpen zu entfliehen und um Linderung von der Tuberkulose zu finden. Um eine südliche Landschaft vorzuspielen, wurden viele standortfremde, immergrüne Bäume und Sträucher angepflanzt.
An und neben der Promenade finden wir üppig wachsende, zum Teil immergrüne Bäume und Sträucher wie Palmen, Lorbeer, Korkeichen, Ölbäume, Eukalyptus, Bambusarten und Magnolien, Agaven, Aloen, Feigenkakteen, Zedern, Mittelmeereichen und Schirmpinien. Der Weg trägt den Namen des damals berühmten und als Kurarzt der Schickeria reich gewordenen Dr. Franz Tappeiner, der seinerzeit den Bau aus seiner Privatschatulle finanzierte. Dieser kam 1816 in Laas als Bauernsohn zur Welt, studierte in Padua, Prag und Wien Medizin und ließ sich 1846 als Kurarzt in Meran nieder, wo er 1902 verstarb.
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Einkehrtipps
Im Ortszentrum, gegenüber vom Tourismusbüro. Ganzjährig geöffnet. Hauptstraße 32, Tel 0473 923 616., Samstag Ruhetag.
Bar Café SunshineIm Dorfzentrum von Dorf Tirol. Kuchen, Jausen und warme Snacks. Hauptstraße 23c, Mobil: 348 092 8757, ganzjährig ohne Ruhetag geöffnet.
An der Talstation der Hochmuth-Seilbahn. Großer, heller Speisesaal mit Prachtpanorama. Außerhalb der Tourismussaison beliebter Mittagstreffpunkt der Handwerker, günstiges, üppiges Arbeitermenü. Haslachstraße 64, Tel. 0473 92 33 34, Montag Ruhetag
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