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Foto: SALTO
Sport | k.u.k. reloaded

10 : 0 für Olympia

Der Rausch verfliegt, das Gute bleibt - Panem, circensis und der Sieg der Unvernunft
  • Die üblichen Miesmacher haben wieder einmal alles versucht, um das Hochfest der Freude, des Sports und von Coca Cola in den Dreck zu ziehen. Sie haben Lügen prominenter Provinzpolitiker aufgedeckt, abstruse Bauvorhaben angeprangert, erbsenzählerisch die Millionenkosten auf 4,5 Milliarden hochaddiert und wieder einmal nachgewiesen, dass mehr als genug Geld da ist, wenn die Umstände es erlauben, es mit beiden Händen in die gierigen Schlünde der üblichen Verdächtigen zu werfen und sich nicht von den lästigen Bürokraten und Umweltheinis aufhalten lassen zu müssen.

    Die grünroten Nervensägen haben auf einem Nachhaltigkeitsbegriff beharrt, der sich aufgrund ökonomischen Sachzwänge und faschokapitalistischer Überlebensnotwendigkeiten als einfach nicht mehr zeitgemäß und daher als vergewaltigungswürdig erwiesen hat und nun als ausgelutschte Wortnutte auf den Friedhof der Umdeutungen gekippt werden kann.

     

    Bald wird es wieder Nachschub brauchen im eskalierenden Brot-und-Spiele-Wettlauf.

     

    ABER: Was wiegen all diese Kleinigkeiten im Vergleich zum reichen Lohn, den die große Sause über uns ausschüttet? Die Sonne der Medaillen strahlt in den Gesichtern und Geschichten der Heldinnen im sportlichen Zenith, über Politikerinnen  und Politiker in elterlich gönnerhafter Pose, Staaten, Regionen, Provinzen, Bezirke, Städte, Dörfer, Weiler und Straßenzüge, wo der olympische Traum begann. Millionenköpfige Familien entstehen wegen einiger Tausendstelsekunden aus dem Nichts - und verpuffen dort wieder, wenn der Rausch verfliegt. Bald wird es wieder Nachschub brauchen im eskalierenden Brot-und-Spiele-Wettlauf.

    Gottseidank gibt es vieles, was bleibt. Neben Ruhm, Ehre und teuer bezahlter Werbung bleiben der Nachwelt doppelstöckige Kreisverkehre, davonrutschende Liftanlagen, speicherbeckenstrotzende Waldschneisen, künftige Millionenlöcher und - als größte Errungenschaft - das von der Ersatzreligion Wirtschaft so sehr herbeigewünschte Ende der gutmenschlichen Gespinste namens Nachhaltigkeit.

    Die Party am Kraterrand geht weiter...