Rekurs der Waldbesitzer gescheitert
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Die Eigenverwaltung Antholz-Obertal ist mit ihrem Rekurs gegen das neue Speicherbecken für die Beschneiungsanlage des Biathlonzentrums abgeblitzt: Das erklärte das Verwaltungsgericht Bozen bei der öffentlichen Verhandlung am 11. Februar.
Der Bau auf dem Waldstück in ihrem Besitz sei für die Durchführung der Olympischen Winterspiele 2026 notwendig und von „vorrangigem nationalen Interesse“ gewesen. Das werde auch im Dekret des Ministerpräsidenten Nr. 16 von 11. März 2020 im Absatz zu „Infrastrutture Milano Cortina 2020 – 2026 S.p.A.“ festgehalten. Damit ist der zweite Rekurs gegen das umstrittene Speicherbecken abgewiesen worden. Bereits im April 2025 hat das Verwaltungsgericht den Rekurs von mehreren Umweltverbänden wie dem Heimatpflegeverband mit der Begründung der Landesämter abgewiesen.
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Die Eigenverwaltung Antholz-Obertal hatte in ihrer Klageschrift erklärt, dass mit der Besetzung des Waldstücks von 2,5 Hektar die Gemeinde Rasen-Antholz ihre Befugnisse aus gleich mehreren Gründen überschritten hätte. „Wir sehen nicht ein, dass per Eildekret der Gemeinde die Arbeiten starten, nur um ein umstrittens Bauprojekt rechtzeitig vor Olympia fertigzustellen“, erklärte der Präsident der Eigenverwaltung, Georg Berger, gegenüber SALTO.
Nach dem Urteil des Verwaltungsgerichts hat Berger bisher auf eine weitere Stellungnahme verzichtet. Die Rekursstellerin muss nun 3.000 Euro zuzüglich Zusatzkosten für das Gerichtsverfahren bezahlen.
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Schutzwald für Speicherbecken geopfert
Das Speicherbecken mit einem Fassungsvermögen von mehr als 31.000 Kubikmetern befindet sich in einer Gefahrenzone und hat insgesamt 5 Millionen Euro gekostet. Es versorgt die neue Beschneiungsanlage mit ausreichend Wasser, um die Loipen für die Olympischen Winterspiele zu beschneien. 4,8 Millionen Euro der Kosten übernahm der italienische Staat, den Rest zahlt das Land. Das Netzwerk Open Olympics stellte Ende des Jahres in seinem Bericht fest, dass sich die veranschlagten Kosten für das Becken um rund 31 Prozent erhöht haben. Grund dafür sind laut Gemeinde neben der Inflation zusätzliche Maßnahmen wie der Lawinenschutzdamm und Bauteile der Beschneiungsanlage sowie Auflagen des Amtes für Hydrologie und Stauanlagen.
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