Undurchsichtige Listen
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„Ich glaube, dass für mich ganz wichtig ist, dass sich entweder das Land entscheidet und die Verantwortung übernimmt und die Dinge regelt. Oder aber, sie geben uns als Gemeinde die Verantwortung, und wir entscheiden.“ So sagt es Dominik Alber, Bürgermeister der Gemeinde St. Martin in Passeier, ganz offen. Also wer denn nun?
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(c) SALTO
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Land oder Gemeinde? Bettenstopp – oder doch nicht? Wer erstellt ominöse Listen und bestimmt Strukturschwäche und Abwanderungsgefährdung? In Südtirol – so scheint es – bestimmen weder Gemeinden noch das Land über die Zukunft des rasch anwachsenden Wirtschaftsfaktors. Wer aber dann?
Um nach St. Martin, ins Herzen des Passeiertals zu gelangen, kommt man an der strukturschwachen Fraktion Quellenhof vorbei. Anders geht es leider nicht.
Auf dem Weg ins Passeiertal thronen rechts wie links die wenig idyllisch verbauten Tourismushochburgen Tirol und Schenna, die den Bogen seit Jahren weit überspannt haben. In Schenna will bei einer Straßenumfrage dazu gar niemand vor der Kamera reden. „Man muss alle zehn Jahre den Betrieb an die neuen Gegebenheiten anpassen“, meint eine Passantin, die im Tourismus tätig ist, da man ansonsten aus der Zeit fällt und die Gäste möglicherweise ausbleiben.Die Angst vor dem von vielen geforderten Bettenstopp und der Einhaltung der vorgegebenen Regeln treibt vor allem die nimmersatten Player um. Sie wollen – inzwischen weitaus mächtiger als Verbände und Politik – weiter mitbestimmen. Um nach St. Martin, ins Herzen des Passeiertals zu gelangen, kommt man an der strukturschwachen Fraktion Quellenhof vorbei. Anders geht es leider nicht.
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