Pamer: Genossenschaften haben Zukunft
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Coopbund als Brücke zwischen Genossenschaften und Gesellschaft
Einleitender Beitrag von Monica Devilli, Vorsitzende von Coopbund.
Coopbund hat sich als zweitgrößter Vertretungsverband der Genossenschaften in Südtirol zu einer zentralen Kraft in der Förderung des Genossenschaftswesens sowie der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung unseres Landes etabliert.Wir sind stolz darauf, als Partner der öffentlichen Verwaltung und der Politik aktiv zur Förderung von Solidarität, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit in Südtirol beizutragen und somit die zentralen Werte der Genossenschaften zu vertreten: Demokratie, Solidarität und soziale Verantwortung.
Es ist offensichtlich, dass Coopbund in den letzten 50 Jahren eine bedeutende Rolle in der Weiterentwicklung der Genossenschaftsbewegung in Südtirol gespielt hat. Für uns ist es jedoch wichtiger denn je, auch im Jahr 2026 und darüber hinaus, als Brücke zwischen den Genossenschaften, der Gesellschaft und den Institutionen zu wirken.
Wir müssen weiterhin offen, neugierig und innovativ auf die Herausforderungen der Zukunft reagieren und dabei die Genossenschaften als nachhaltige Akteure im wirtschaftlichen Geschehen Südtirols stärken.
Wir betrachten vor allem die Sozialgenossenschaften als Schlüsselakteure in dieser Entwicklung, da sie nicht nur inklusive Arbeitsplätze schaffen, sondern auch aktiv zur Sensibilisierung der Gesellschaft für Themen der sozialen Integration beitragen.
Für uns steht der Mensch immer im Mittelpunkt – sowohl in der Arbeit als auch im Alltag, um gemeinsam eine bessere Zukunft zu schaffen.
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Im Gespräch mit Landesrätin Rosmarie Pamer
Welche Rolle spielt Ihrer Meinung nach Coopbund in Südtirol?
Als zweitgrößter Vertretungsverband der Genossenschaften in Südtirol ist Coopbund ein wichtiger Partner für die öffentliche Verwaltung und trägt maßgeblich zur Entwicklung des Genossenschaftswesens bei. Ihre Funktionen sind die Förderung und die Aufsicht der angegliederten Genossenschaften.
Gerade in Zeiten gesellschaftlicher Veränderungen übernimmt er eine wichtige Brückenfunktion und sorgt dafür, dass Genossenschaften als moderne und zukunftsfähige Unternehmensform anerkannt bleiben.
Welche Werte vertritt Coopbund für Sie?
Coopbund vertritt die Werte des Genossenschaftswesens wie Solidarität, Demokratie und Gerechtigkeit, mit besonderem Augenmerk für schwächere Bevölkerungsschichten. Auch tritt Coopbund für eine nachhaltige und inklusive wirtschaftliche Entwicklung unseres Landes ein.
Diese Werte spiegeln sich in der täglichen Arbeit wider: Mitgliederorientierung, Transparenz und Gleichberechtigung sind zentrale Grundpfeiler.
Im Jahr 2025 hat unser Genossenschaftsverband 50 Jahre gefeiert, was wünschen Sie uns?
Ich wünsche, dass Coopbund weiterhin proaktiv mit Offenheit, Neugier und Lust zur Innovation die Herausforderungen der Zukunft und auch der Gegenwart angehen wird. Zudem sind ständige Professionalisierung und Zusammenarbeit mit lokalen Organisationen sowie in nationalen und internationalen Netzwerken wichtige Voraussetzungen.
Landesrätin Pamer, welche Maßnahmen sieht Ihr Ressort vor, um die Stabilität und das Wachstum der Sozialgenossenschaften langfristig zu sichern?
Wir werden unsere Unterstützung in Zusammenarbeit mit den Vertretungsverbänden der Genossenschaften weiter den Anforderungen anpassen. Auch werden wir die Zusammenarbeit mit dem Kompetenzzentrum für das Management in Genossenschaften an der Freien Universität weiter stärken und den Genossenschaften nahebringen.
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Ein Schlüsselwort für die Zukunft des Genossenschaftswesens?
Der Mensch im Mittelpunkt. -
Vor dem Hintergrund der aktuellen Herausforderungen: Welche Sozialpolitiken plant die Provinz, um eine umfassende berufliche und soziale Inklusion von Menschen mit Behinderungen sicherzustellen, und welche Rolle messen Sie dabei den Sozialgenossenschaften bei?
Die Inklusion von Menschen mit Behinderungen ist ein Schwerpunkt unserer Sozialpolitik. Leitplanke ist der Landessozialplan 2030, der Maßnahmen in fünf Kernbereichen bündelt, unter anderem für Menschen mit Behinderungen und soziale Inklusion. Er sieht inklusionsförderliche Wohnlösungen, persönliche Assistenz, neue Arbeitsmodelle sowie einheitliche Qualitätsstandards in allen Bezirken vor. Den Sozialgenossenschaften kommt dabei eine Schlüsselrolle zu: Sie schaffen an Fähigkeiten angepasste Arbeitsplätze und ermöglichen durch ihre vielfältigen Dienste eine umfassende soziale Integration. Zugleich tragen sie wesentlich zur Sensibilisierung der Gesellschaft bei.
Wenn Sie ein Schlüsselwort für die Zukunft des Genossenschaftswesens wählen sollten, welche wäre das?
Der Mensch im Mittelpunkt.
Zum Abschied erzählen Sie uns bitte kurz von einer persönlichen Erfahrung, die Sie mit der Welt der Genossenschaften verbindet.
Was ich mit der Welt der Genossenschaften besonders verbinde, ist das Gefühl von Gemeinschaft. Für mich steht im Mittelpunkt, dass Menschen ihre Kräfte bündeln, um gemeinsam etwas zu schaffen, das dem Einzelnen alleine nicht möglich wäre. Dieses Prinzip der gegenseitigen Unterstützung und Solidarität beeindruckt mich immer wieder und zeigt, wie wertvoll der Genossenschaftsgedanke für unsere Gesellschaft ist.
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