250 Euro weniger Pendlergeld
-
Bis Mitte April können Angestellte ein Pendlergeld beantragen. Vorausgesetzt die Hin- und Rückfahrt zum Arbeitsplatz mit den öffentlichen Verkehrsmitteln würde insgesamt länger als zweieinhalb Stunden dauern. Die Landesregierung hat die Beitragskriterien nun überarbeitet und die Beitragshöhe gekürzt, um die Zahl der Anspruchsberechtigten bei einem Budget von drei Millionen Euro zu erhöhen. Begründet wird diese Entscheidung mit der steigenden Anzahl von Anträgen für das Pendlergeld.
Aus Sicht der Süd-Tiroler Freiheit (STF) ist die Kürzung von je 250 Euro ein „völlig falsches Signal“, da die Lebenshaltungskosten stark angestiegen sind und der öffentliche Nahverkehr unzuverlässig und insgesamt zu wenig attraktiv sei. „Das Pendlergeld muss bleiben. Ohne Kürzungen – im Gegenteil – mit dringend gebotenen Anpassungen nach oben“, erklärt der STF-Landtagsabgeordnete Sven Knoll. Die beschlossenen Beiträge reichen von 350 Euro bis zu 650 Euro im Jahr. Der Höchstbeitrag wird bei einer Fahrzeit von mindestens 390 Minuten gewährt.
-
Auch die Landtagsabgeordnete Madeleine Rohrer (Grüne) spricht sich für das Pendlergeld aus: „Solange das Bus- und Bahnnetz noch Lücken hat, braucht es diese Fahrtkostenbeiträge.“ Die Kürzungen bei den Angestellten würden angesichts des Rekordhaushalts zum falschen Zeitpunkt kommen. „Wir brauchen endlich Maßnahmen gegen die gestiegenen Wohn- und Lebenskosten: Die sind der Grund dafür, dass viele Menschen so weit entfernt von ihrem Arbeitsplatz wohnen müssen“, erklärt Rohrer.
In der 2025 vorgestellten Spending Review des Landes wird hingegen empfohlen, das Pendlergeld zu streichen. Es stelle sich die Frage, „wie eine Förderung des Verkehrs mittels Privatfahrzeugen mit dem Ziel der Reduktion von Emissionen einher gehen kann“. Da das Angebot bei Bus und Bahn sich in den letzten Jahren verbessert hat, könnte das Pendlergeld gestrichen werden, so die Spending Review. Es gebe zwar mit der Pendlerpauschale ähnliche Systeme in Österreich und in Deutschland, allerdings in Form von Steuererleichterungen anstatt Direktzahlungen. Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider (SVP) hat auf Nachfrage auf eine Stellungnahme zum Pendlergeld verzichtet.
-
Günstige Parkplätze für öffentlich Angestellte
Das Pendlergeld ist nicht die einzige finanzielle Unterstützung für jene, die mit dem eigenen Auto zum Arbeitsplatz fahren. Laut der Antwort auf eine Landtagsanfrage (Nr. 1.058 / 25) des Landtagsabgeordneten Paul Köllensperger (Team K) stellt die öffentliche Hand in Bozen allein für die Angestellten der Landesverwaltung und für Lehrkräfte 1.589 überdachte Parkplätze zur Verfügung. Die monatliche Miete pro Parkplatz beträgt bei Vollzeitangestellten 40 Euro und reduziert sich bei einem Teilzeitvertrag auf bis zu 20 Euro monatlich – im Vergleich zu privaten Parkhäusern ein äußerst günstiger Parktarif. Etwa 97 Prozent der zugewiesenen Parkplätze werden von Angestellten genutzt, die außerhalb von Bozen wohnen.
Gleichzeitig versucht die Landesregierung, mehr Menschen von öffentlichen Verkehrsmitteln zu überzeugen. Zu dem letzten Jahr neu eingeführten Fixpreis-Abo von 250 Euro pro Jahr liegen allerdings noch keine veröffentlichten Zahlen vor. Im Dezember 2024 teilte das Landespresseamt mit, dass bereits rund 270.000 Menschen den SüdtirolPass besitzen – etwa die Hälfte der ansässigen Bevölkerung.
-
Weitere Artikel zum Thema
Politik | ÜberetschPillhof muss auf Umfahrungstunnel warten
Sport | AntholzCaos mobilità, sistema oltre il limite
Umwelt | Asphalt am BergKein Schülertransport auf Schotter
Stimme zu, um die Kommentare zu lesen - oder auch selbst zu kommentieren. Du kannst Deine Zustimmung jederzeit wieder zurücknehmen.