Gedenktag: Zwei Filme zu Auschwitz
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Am 27.01. um 17:30 Uhr zeigt der FILMCLUB Capitol das monumentale Werk DIE ERMITTLUNG (DE 2024, 241', Rolf Peter Kahl) in deutscher Sprache mit italienischen Untertiteln. In Anwesenheit des Produzenten des Films Alexander van Dülmen und des Darstellers Wilfried Hochholdinger (INGLOURIOUS BASTERDS, BABYLON BERLIN).
Im Zentrum des Films stehen ein Richter, ein Verteidiger und ein Ankläger, die im Rahmen der Verhandlung auf Zeuginnen und Zeugen treffen, die von ihren Erlebnissen und Beobachtungen in Auschwitz berichten. Die Angeklagten werden im Prozess mit Beschreibungen der Zeugen konfrontiert und sollen Stellung beziehen.
Der Film basiert auf dem gleichnamigen Theaterstück „Die Ermittlung“ von Peter Weiss. Das Theaterstück wurde 1965 uraufgeführt und hat bis heute nichts von seinem Schrecken verloren: Es basiert auf persönlichen Aufzeichnungen, Zeitungsartikeln und Protokollen des ersten Frankfurter Auschwitz-Prozesses (1963 bis 1965).
Am 28.01. um 18:00 Uhr zeigt der FILMCLUB Capitol NAZISTI IN FUGA, LA VIA DEI RATTI (IT 2025, 52', Paolo Tessadri und Marco Benvenuti) in italienischer Sprache. Im Anschluss an den Film folgt eine Diskussion mit einem der Filmautoren sowie einem Historiker des Zentrums für Regionalgeschichte.
In Südtirol finden in der Nachkriegszeit Hunderte von NS-Verbrechern Zuflucht, während sie auf ihre Ausreise in sicherere Länder warten. Die schlimmsten Naziverbrecher gelangen hierher. Keiner jener Männer fehlt, die die schwärzesten Kapitel des alten Kontinents geschrieben haben. Sie entziehen sich der Justiz über das, was sie die „Via dei ratti“, die sogenannte Rattenlinie, nennen. Der lettische Hoteldirektor Otto Pape, der Südtiroler Richard Klement, der Mechaniker Helmut Gregor – scheinbar einfache Bürger, die von Südtirol nach Argentinien auswandern. Doch hinter diesen Namen verbergen sich andere, weit bekanntere und berüchtigte: Erich Priebke, Adolf Eichmann und Josef Mengele.
Die Filmvorführungen bieten die Gelegenheit, über Auschwitz und den Umgang mit den Tätern in der Zeit danach und über die Rolle die Südtirol dabei gespielt hat, zu diskutieren und zu reflektieren.
„Die systematische Vernichtung von sechs Millionen Juden ist kaum fassbar. Aber die Auseinandersetzung damit kann dazu beitragen, Vorurteilen, Hass und Geschichtsverzerrung besser entgegentreten zu können. Denn das Schlimmste, was uns als Gesellschaft passieren kann, ist ein Abrutschen in die Gleichgültigkeit.“
-Rolf Peter Kahl, Regisseur von DIE ERMITTLUNG
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