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Immer weniger patentini

Die Erfolgsquote bei den Zweisprachigkeitsprüfungen ist 2015 deutlich gesunken. Bei der Laufbahn B bestanden weniger als ein Drittel der Angetretenen.

Jedes Jahr veröffentlicht das Südtiroler Statistikinstitut ASTAT Daten zu den Zwei- und Dreisprachigkeitsprüfungen. So auch heuer. 2015 war das zweite Jahr in Folge, in dem die Prüfung zur Erlangung des Zweisprachigkeitsnachweises nach neuen Regeln durchgeführt wurde (die Prüfung zur Feststellung der Kenntnis der ladinischen Sprache blieb unverändert). Seit der Reform 2014 sehen die Prüfungen aller vier Niveaus (A, B, C, D) einen Verständnistest sowie eine schriftliche und eine mündliche Prüfung vor. Die drei Teilprüfungen müssen alle innerhalb eines Tages abgelegt werden. Innerhalb von drei Arbeitstagen ab dem Prüfungstermin wird den Kandidaten dann mitgeteilt, ob sie die Prüfung insgesamt bestanden haben – ohne auf die Ergebnisse der Einzelprüfungen einzugehen. Soweit die Neuerungen.

Die Entwicklung der Erfolgsquoten in den Jahren bis zur Reform 2014.
 

Die gestiegene Erfolgsquote rasselt in den Keller

An den Resultaten der Prüfungen änderte sich nach 2014 einiges. War die Erfolgsquote aller vier Niveaus in den Jahren vor der Reform stetig gesunken, so kletterte sie 2014 auf 48,5 Prozent. Zum Verlgeich: 2011 bestanden 46,5 Prozent der Kandidaten die Prüfungen, 2012 waren es 45,6 Prozent, 2013 44,6 Prozent. Auch bei den Erfolgsquoten der einzelnen Niveaus war im Laufe der Jahre derselbe Trend zu beobachten. Die höchste Durchfallsquote gab es dabei stets bei der Laufbahn B, gefolgt von den Laufbahnen A und C. Am wenigsten Kandidaten fielen bei den Prüfungen zur Laufbahn D durch. Dasselbe Bild zeichnet sich auch für 2015 ab.

Wie aus den nun veröffentlichen ASTAT-Daten hervorgeht, haben sich im Vorjahr insgesamt 13.087 Personen zur Zweisprachigkeitsprüfung angemeldet. Davon traten 4.057 nicht an, was einem Anteil von 31 Prozent, also fast einem Drittel, entspricht. Die meisten Kandidaten traten für Niveau B an (3.218 Personen), die wenigsten für Niveau D (1.309). Was die Erfolgsquote insgesamt und für die einzelnen Niveaus betrifft, ist diese im Vergleich zu 2014 überall rückläufig. Den stärksten Rückgang verzeichnete Niveau B, bei dem 2015 nicht einmal ein Drittel (32,8 Prozent) der angetretenen Kandidaten bestand. 2014 waren es noch 44,5 Prozent gewesen. Gleiche Entwicklung bei Niveau A: Die Erfolgsquote sank von 50,3 auf 38,9 Prozent.

Jahr A B C D Gesamt
2015 38,9 % 32,8 % 38,1 % 63,0 % 40,1 %
2014 50,3 % 44,1 % 43,7 % 64,0 % 48,5 %
2013* 61,6 % 26,2 % 37,5 % 73,5 % 44,6 %

Erfolgsquoten im Vergleich. (* 2013 war das Jahr vor der Reform der Prüfungsmodalitäten) Quelle: ASTAT

Auch die Ladiner schnitten 2015 schlechter als im Jahr zuvor ab. 73,1 Prozent bestanden 2014 die Dreisprachigkeitsprüfungen aller vier Niveaus. Im Jahr danach waren lag die Erfolgsquote bei 70 Prozent.


Beste Voraussetzungen: 20, männlich und wohnhaft in Salten-Schlern

Im Schnitt bestanden 2015 mehr männliche (44,1 Prozent) als weibliche (37,6 Prozent) Kandidaten die Zweisprachigkeitsprüfung. In den Altersgruppen führen die 14-19-Jährigen das Erfolgsranking an. 45 Prozent der in dieser Altersgruppe angetretenen Kandidaten bestanden die Prüfung, “wahrscheinlich, weil es sich hier vorwiegend um Kandidaten handelt, die direkt aus der Schule kommen, oder um Personen, die bereits in jungen Jahren beide Sprachen gut beherrschen”, schreibt das ASTAT. Geografisch analysiert, verbuchten im Vorjahr die Kandidaten aus der Bezirksgemeinschaft Salten-Schlern mit 46,8 Prozent die insgesamt höchste Erfolgsquote. Aufgeschlüsselt nach Laufbahnen liegt bei den Niveaus A und B die Bezirksgemeinschaft Überetsch-Südtiroler Unterland an erster Stelle. Bei Niveau C ist es erneut Salten-Schlern, und bei Niveau D das Eisacktal, das die Rangliste anführt.