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Sonnenblumen markieren Beeinträchtigung

Franz Ploner (Team K) will auf versteckte Beeinträchtigungen, wie etwa Autismus-Spektrum-Störungen, aufmerksam machen. Nächste Woche kommt sein überarbeiteter Beschlussantrag zur Einführung des Sonnenblumen-Bandes in den Landtag.
Sonnenblumen für Inklusion
Foto: Team K
  • Auf Vorschlag des Team K soll auch in Südtirol demnächst vermehrt das Sonnenblumen-Band getragen werden. Dabei handelt es sich um ein internationales Symbol, womit versteckte Beeinträchtigungen und chronische Erkrankungen sichtbar gemacht werden sollen. Vergleichbar ist dies mit der Blinden-Armbinde. „Das Tragen des Bandes erfolgt auf freiwilliger Basis und soll Verständnis, Respekt und eine Inklusion für Menschen mit einer unsichtbaren Behinderung ermöglichen“, so Franz Ploner (Team K).

  • Hilfestellung erleichtern

    Menschen mit Erkrankungen wie Autismus sind nach wie vor zahlreichen Stigmata und Herausforderungen im Alltag ausgesetzt. Die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln beispielsweise kann für autistische Personen zu einer Bewährungsprobe werden: Bei Überstimulation kann es zu einem sognannten „meltdown“ kommen. Gerade dann ist eine spezifische Hilfestellung vonnöten. Durch das Tragen des Sonnenblumen-Bandes und eine größere gesellschaftliche Sensibilisierung soll es möglich werden der betroffenen Person gezielt zu helfen, ohne sie aufgrund ihrer Beeinträchtigung in Verlegenheit zu bringen.

  • Hidden Disabilities Sunflower

    Die Sonnenblume ist ein weltweit anerkanntes Symbol, welches diskret auf eine versteckte Beeinträchtigung des Trägers hinweist. Zu solchen Erkrankungen ohne offensichtliches körperliches Anzeichen gehören u.a. Hör- und Sehbeeinträchtigungen, psychische Erkrankungen, Long COVID, Autismus und Diabetes. Das Symbol wurde erstmals 2016 am London Gatwick Airport eingesetzt, um dort den betroffenen Reisenden zusätzliche Unterstützung und Verständnis zu ermöglichen.

  • Alessandro Zanforlin, Mitglied des Vereins GretA (Genitori e rete Autismo) und Vater eines autistischen Kindes, trägt ein solches Band. „Meine Familie befand sich schon mehrmals in Krisensituationen, in denen die Passanten schlecht reagiert haben, indem sie Kommentare abgegeben haben oder anfingen zu schreien. Manche versuchen auch zu helfen, wissen aber nicht wie“, erzählt Zanforlin. „Letztendlich fühlt man sich verpflichtet zu sagen, dass das eigene Kind autistisch ist. Das ist jedes Mal ein Schlag in die Magengrube.“

  • Überarbeiteter Beschlussantrag kommt

    Bereits im November letzten Jahres wurde ein Beschlussantrag zur Thematik von Seite des Team K im Landtag vorgestellt. Der nach Wunsch der Mehrheit überarbeitete Vorschlag beinhaltet die finanzielle Unterstützung von Betroffenenorganisationen bei Inklusionsprojekten und Fortbildungsmaterialien, die Umsetzung von Informationskampagnen zum Thema unsichtbare Behinderungen sowie Weiterbildungen in allen Landesstellen. Der Beschlussantrag von Franz Ploner wird in der nächsten Sitzung des Südtiroler Landtages behandelt werden.