Keine Koranschule in Salurn

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Wird Südtirol islamisiert? Diese Frage beschäftigt nicht nur den Landtagsabgeordneten Jürgen Wirth Anderlan, sondern offenbar auch eine italienische Lega-Abgeordente des EU-Parlaments: Anna Maria Cisint warnt in einer Medienmitteilung vor der Untergrabung der Demokratie durch islamische Radikaliserung. Jüngstes Beispiel sei die Gründung einer Koranschule in Salurn. „Hier wurden falsche Zusammenhänge hergestellt“, berichtigt der Salurner Bürgermeister Roland Lazzeri (SVP).
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„Es handelt sich um einen Sprachkurs für Arabisch, der unter anderem auch die Lehre des Korans beinhaltet. Natürlich müssen Gefahren ernstgenommen werden, aber hier wurde etwas aus dem Kontext gerissen“, sagt Lazzeri. Der Kurs wird von einem Verein für junge Menschen angeboten, um die Sprache der Herkunftsländer ihrer Familien weiterzugeben. Die Finanzierung des Angebots wird mit Eigenmitteln gedeckt.
„Diese Kurse finden statt, damit Kinder ihre Wurzeln nicht verlieren. Wir sehen die Mehrsprachigkeit als Vorteil. Denn Vielfalt wird in einer globalisierten Welt weiterhin eine Rolle spielen, auch weil Südtirol wegen des Arbeitskräftemangels auf Zuwanderung angewiesen ist“, erklärt Sibille Bazzanella, die Koordinatorin der Gemeinde für Integrationsprojekte.
Hoher Anteil an AusländernSalurn hat für eine ländliche Gemeinde einen vergleichsweise hohen Anteil von Bürgerinnen und Bürgern mit Migrationshintergrund. Die Gemeinde liegt zwischen den Ballungszentren Bozen und Trient, dort haben die günstigen Preise auf dem privaten Wohnungsmarkt früh Ausländer angelockt. Die ersten kamen wegen der kriegerischen Konflikte in den 90er Jahren aus den Balkanländern, es folgten Menschen aus Marokko, Tunesien, Indien und Bangladesch. „Wir können nicht den Kopf in den Sand stecken und haben bereits vor zehn Jahren Maßnahmen erarbeitet, um unsere Regeln zu kommunizieren und den Austausch zu fördern“, erklärt Lazzeri.
Mittlerweile ist auch in anderen Gemeinden der Anteil ausländischer Familien hoch. Laut ASTAT beträgt der Ausländer-Anteil südtirolweit rund 10,4 Prozent, höher als im Trentino (8,6 %), aber weniger als in anderen norditalienischen Regionen wie der Lombardei (12 %) oder der Emilia-Romagna (12,6 %). „Südtirol ist bunter geworden, und damit ist auch eine neue Vielfalt an Religionen, Kulturen und Weltanschauungen entstanden. Es ist daher davon auszugehen, dass diese Vielfalt in den kommenden Jahren weiter zunehmen wird“, erklärt Landeshauptmann Arno Kompatscher (SVP) in einer Antwort auf eine Landtagsanfrage von Jürgen Wirth Anderlan zum Islam in Südtirol.
„Ein Schwerpunkt liegt dabei auf Frauen, weil sie kulturbedingt häufig zuhause bleiben.“
Zwar habe es in den letzten zehn Jahren einzelne Fälle islamischer Radikalisierung gegeben und Polizei und Gerichtsbarkeit mussten eingreifen, extremistische Organisationen seien der Landesregierung aber keine bekannt. „Die mit der Prävention von Straftaten beauftragten Einheiten der Staatspolizei und der Carabinieri führen seit vielen Jahren staatsweit Überwachungsaktionen in der radikalen islamischen Szene durch“, so Kompatscher. In einzelnen Gemeinden gebe es Räume, die von der muslimischen und islamischen Gemeinschaft genützt werden, als Orte für kulturelle, soziale und religiöse Feste und soziale Treffen.
In Salurn setzt die Gemeindepolitik neben Kontrolle und Überwachung auch auf Angebote für Menschen mit Migrationshintergrund. „Ein Schwerpunkt liegt dabei auf Frauen, weil sie kulturbedingt häufig zuhause bleiben“, sagt Bürgermeister Lazzeri. Während die Integration von Kindern und Jugendlichen durch Schule und Sportvereine leichter gelinge, sei die ältere Generation schwieriger zu erreichen.
„Wir organisieren deshalb ein monatliches Frauenfrühstück und kommen durch Spielplatztreffs und Krabbelgruppen in Kontakt“, erklärt Koordinatorin Bazzanella. Immerhin zeige die Integrationsarbeit erste Erfolge und die Frauen würden sich langsam ins Dorfgeschehen einbringen. Kürzlich öffnete etwa der Garten der Begegnung in Salurn zum ersten Mal seine Türen. Auf den Teller am Büfett kamen auch selbst gemachte internationale Speisen.
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MUSSOLINIs CARABINIERI waren bei Weitem nicht so konesequwent, wie HITLERs-GESTAPO (geheime STAATS-POLIZEI) in Deutschland!
In Kastelruth wurde die Katakomben-Lehrerin Frau Kofler, oberhalb von Kastelruth, von zwei CARABINIERI eingeholt die ihr die Frage stellten, "was sie in dieser zona rurale zu tun gedenke." Frau Kofler entgegnete, "ich habe mit der Bäuerin vom Bangart-Hof am Sonntag vereinbart, dass ich eine alte Henne für eine Suppe bekomme."
"Dürfen wir Sie begleiten, wir lieben auch die Hühnersuppe," fragten die Carabinieri.
Die Bangaterin war etsetzt, als sie die Lehrerin in der Begleitung der zwei Carabinieri auf den Hof zukommen sah + jagte die Kinder auf den Dachboden, mit der Auflage sich still zu verhalten!
Sie war erleichtert, als die Lehrerin nach dem Gruß, ihre "NOTLÜGE von der alten Henne vorbrachte + erklärte, dass die Carabinieri auch eine Henne möchten!"
Mit Hilfe der Carabinieri wurden die misstrauischen Hennen vorzeitig in den Stall getrieben, wovon 2 ältere Tanten vor dem Stall, für die Schule das Leben lassen mussten.
Der Unterricht ist an diesem Nachmittag ausgefallen. Die Bangaterin Heil-froh, dass sich die gefährliche Situation so einfach aufgelöst hat, schenkte den Carbinieri die Henne.
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Ich habe vor etwa zwei Jahren in Salurn ein Fest erlebt, bei dem sich Menschen aus aller Welt begegnet sind, von Peru bis Indien. Es wurde gegessen, getanzt und gesungen und die Stimmung war wunderbar...und alles ohne Alkohol. Das hat mich sehr berührt. Bravo Salurn!
...und außerdem...Srachwissenschafler wissen, dass es wichtig ist, dass Menschen, die in ihrer Ursprungssprache gefestigt sind, andere Sprachen besser lernen können. Das ist doch unser Ziel! Oder etwa nicht?
Antwort auf Ich habe vor etwa zwei… von Maria Mössler
*Sprachwissenschaftler:innen
*Sprachwissenschaftler:innen
Antwort auf *Sprachwissenschaftler:innen von Maria Mössler
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Die Beherrschung der eigenen Sprache ist der Grundstein, um weitere Sprachen zu erlernen. Dennoch ist es eine unbestreitbare Tatsache, dass sich viele Einwanderer in die Welt ihres Herkunftslandes zurückziehen und Parallelgesellschaften bilden. Diese Tatsache darf auf keinen Fall ignoriert werden, denn sie ist real.
Integration beginnt nicht erst mit dem Spracherwerb. Sie fängt zwar dort an, endet aber erst mit der aktiven Auseinandersetzung, wie die Gesellschaft funktioniert: Wie steht es um Gleichberechtigung, Gesetzestreue und Liberalität? Und was kann ich selbst beitragen, um diese gesellschaftlichen Werte zu stärken?
Es mag stimmen, dass der Spracherwerb einfacher ist, wenn die Muttersprache gut gefestigt ist. Doch oft fehlt der Wille zur Integration in das neue Land, da die Anreize oder der Druck vonseiten der Aufnahmeländer zu gering sind.
Eltern sprechen zu Hause fast ausschließlich ihre Muttersprache mit ihren Kindern. Genau hier, im Kindergarten- und Grundschulalter, fehlt es dann am Erlernen der Landessprache – hier muss unbedingt angesetzt werden. Insbesondere Grundschulen spüren dieses Defizit, was sich auch in den Meldungen des vorigen Jahres (im Zusammenhang mit den "Willkommensklassen") gezeigt hat.
Deshalb wären meines Erachtens mehr Kurse für die Landessprache viel wichtiger als Kurse, die sich an der Herkunftskultur orientieren. Schließlich sind Migranten in ihrer eigenen Kultur meist sehr gut aufgestellt und zeigen immer wieder, dass ihnen ihre eigenen Werte am wichtigsten sind.
Antwort auf Die Beherrschung der eigenen… von Ida Heller
Ich bin gerade aus dem…
Ich bin gerade aus dem Urlaub aus Italien zurück. Da bei Uns Landeiern das ganze Jahr ausschließlich deutscher Dialekt gesprochen wird, hatte ich an den ersten zwei Tagen Probleme in Italienisch zu kommunizieren.