Winterwanderung am Fuße des Weißhorns
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Auf der Nordostseite des Weißhorns breiten sich ausgedehnte Wälder und Almen aus, ein beliebtes Gelände zum Langlaufen und Winterwandern. Etliche Wanderwege werden eigens für Schneeschuhwanderer gespurt. In diesem bisher äußerst schneearmen Winter brauchen wir keine Schneeschuhe, es reichen Wanderschuhen und Grödeln um gut unterwegs zu sein. Von der Auerleger-Hütte aus wandern wir durch Wiesen und Wald zur Neuhütt-Alm und auf einem breiten Forstweg wieder zurück, ein einfacher, langer und lohnender Rundweg, einmal der schönen Landschaft und weiten Aussicht wegen und dann Weggen der vielen guten Einkehrmöglichkeiten!
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Infos in Kürze
Die Wege weisen keine großen Höhenunterschiede auf, sie sind gut markiert und gespurt. Seien Sie trotzdem vorsichtig, wir sind auf rund 2000 Hm unterwegs. Sonnenschutz, gutes Schuhwerk, Wanderstöcke und eventuell Grödeln sind im Winter immer angeraten.
Schwierigkeit: Leicht
Länge: 9,9 km
Gehzeit: 2 h 40 Min
Hm Auf- und Abstieg: 230 m
Anfahrt: Über das Eggental, Birchabruck zum Lavazè-Pass, weiter Richtung Jochgrimm, nach 3 km rechts abbiegen und den Schildern zur Auerleger-Hütte folgen
Öffis: Bus 189 Bozen Jochgrimm, Haltestelle Malga Varena, Camping; ab hier 15 Minuten Wanderweg zur Auerleger-Hütte. Fahrplan unter www.suedtirol.info
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Zum Wegverlauf
Wir parken bei der Auerleger-Hütte. Am Parkplatz beginnt der Wanderweg (Nr. 2), geht bergauf, in einigem Abstand zur Autostraße, bis auf den Sattel vom Jochgrimm. Dort herrscht reges Treiben um zwei Hotels, Kinderspielplätze, Liftanlagen, Kinder- Förderbänder und großen Parkplätzen. Beim Hotel-Restaurant Jochgrimm (gute Einkehr) verlassen wir den Zirkus und nehmen rechts den gut sichtbaren und ausgeschilderten Winterwanderweg (Nr. 1), der in nördlicher Richtung eben den Hang vom Weißhorn quert. Er verläuft mit prächtiger Aussicht auf Latemar und Rosengartengruppe und zu den fernen Stubaier und Zillertaler Alpen über Almwiesen und schütteren Wald und im letzten Waldabschnitt etwas bergab zur bewirtschafteten Alm Neuhütt, unserem Etappenziel, die sich neben einem zugefrorenen Löschteich an einen Hügel duckt. Für den Rückweg gehen wir auf einem breiten Waldweg (Nr. 9) erst eben und dann leicht bergauf in einer guten Stunde zur bewirtschafteten Hütte Auerleger zurück
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Was ist ein Leger?
Wie der Name sagt, war die Auerleger Alm einst im Besitz von Bauern aus Auer im Etschtal, die hier oben ihr Vieh auftrieben. Der Almplatz ist Jahrhunderte alt, das Haus wurde 2000 erneuert. Mittlerweile ist die Alm im Besitz von Aldeiner Bauern, die im Sommer Vieh auf die 115 ha großen Weideflächen bringen. Übrigens, "Leger" bezieht sich meist auf eine Alm, einen eingezäunten Weidegrund oder einen Almbetrieb, oft verbunden mit der gestuften Almwirtschaft (Niederleger, Hochleger), die spezielle Weideflächen bezeichnet, sowie auch auf Hütten oder Aufenthaltsorte auf diesen Almen.
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Weißhorn und Schwarzhorn
Im Winter, wenn sie von Schnee bedeckt sind, sehen sie ähnlich aus, aber unter der weißen Decke sind sie zwei ungleiche Brüder. Das Weißhorn und das Schwarzhorn liegen sich gegenüber, im Sommer strahlt das eine in hellem Dolomitgestein und wirkt wie ein freundlicher Riese, während das Schwarzhorn mit seinem dunklen Porphyr-Vulkangestein geheimnisvoll und ein bisschen wild aussieht. Zwischen beiden weithin sichtbaren Gipfeln liegt Jochgrimm, eine weite Almlandschaft mit mehreren Gasthäusern und Berghütten, perfekt für einfache Wanderungen und eine gemütliche Einkehr!
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Die Einkehr
Die Almen sind ganz auf den Geschmack der vorwiegend italienischen Gäste aus dem nahen Fleimstal ausgerichtet, wir finden neben Knödel- und Pastavariationen auch die Trentiner Klassiker wie die Polenta mit der gegrillten Frischwurst (lucanica), Pilzen oder Schmelzkäse.
Neuhütt, Lerch, 46, Aldein, Tel. 340 258 4810
Auerleger Alm, Jochgrimm, Aldein, Tel. 339 888 9293
SCHADE! Die schönste…
SCHADE! Die schönste Aussicht haben sie verpasst. Von Neuhütt geht es in ca. 30 (?) Minuten zur Grassnerwies, am Rande der Bletterbach Schlucht, mit wunderschöner Aussicht auf Canyon und Weisshorn. Und noch dazu, man genießt diese Aussicht fast immer alleine in absoluter Stille!
Lieber Herr Stimpfl, Gerne…
Lieber Herr Stimpfl,
Gerne folge ich immer wieder ihren Wandervorschlägen und begeistere mich für die klaren Wegbeschreibungen. In diesem Fall musste ich aber klein beigeben. Das rechts abbiegen nach dem Berghotel Jochgrimm wollte nicht gelingen. Kein Wanderweg Nummer 1 ausgeschildert. Entweder man stieg zum Weißhorn auf (ein steiler Pfad, den sie in ihrer Beschreibung nicht erwähnten) oder man ging geradeaus bis zur Gurndinhütte. Dort haben wir es noch weiter versucht Richtung Aussichtspunkt Bletterbach, mussten aber dann den Weg wieder über Jochgrimm zurück. Unterwegs trafen wir Bekannte, die ebenfalls dem „Stimpfltipp“ folgen wollten und den Weg auch nicht fanden. Bitte um Aufklärung. Herzliche Grüße