Politik | Interview
„Die Armen seien selbst schuld“
Foto: Seehauserfoto
Dieser Artikel ist SALTO+. Bitte anmelden um Artikel zu lesen!
Noch kein SALTO+? Mit einem Abo auf SALTO kannst du unabhängigen und kritischen Journalismus in Südtirol unterstützen! Abo abschließen!
Ähnlich wie bei…
Ähnlich wie bei Versicherungen funktioniert der Sozialstaat nur, wenn Menschen vermeiden, sich auf ihn zu verlassen. Der Sozialstaat in Südtirol funktionierte, weil es dem durchschnittlichen Südtiroler „zu bled“ ist, sich auf Arbeitslosengeld usw. zu verlassen. Linke Politik wie offene Grenzen, die Senkung der Aufenthaltsanforderungen, die Reduzierung anderer Voraussetzungen usw. haben dazu geführt, dass Menschen, die diese Kultur nicht teilen, zu uns kommen und unser System ausnutzen. Und ich spreche nicht nur von Migranten, denn auch Süditaliener kommen zu uns, angelockt von €800 Mitbeiträgen usw.
Der Sozialstaat und Beitragskultur in Südtirol gehört schon lange abgeschafft. Der Südtiroler braucht den Sozialstaat nicht, da er die Arbeitsstelle beim Land hat, wo er dafür bezahlt wird nichts zu tun.
Antwort auf Ähnlich wie bei… von Giampi
" Der Südtiroler braucht den…
" Der Südtiroler braucht den Sozialstaat nicht, ....."
Und die Südtirolerin, die 2 Kinder großzieht, während der Erzeuger keine Lust auf das Zahlen des Kindergeldes hat, auch nicht?
Antwort auf Ähnlich wie bei… von Giampi
Ich habe sehr gelacht über…
Ich habe sehr gelacht über ihren Kommentar. Glauben Sie mir, Herr und Frau Südtiroler wissen ganz genau, wo welche Beiträge abzuholen sind. Falsche Alleinerziehende, arbeitslos gemeldete, die im Familienbetrieb arbeiten, bedürftige Schwarzgeldverdiener usw. Zu bled ist uns höchstens, wenn wir nicht raffiniert genug sind, die Beitragskuh zu melken. Wo leben Sie eigentlich?
Antwort auf Ähnlich wie bei… von Giampi
Das Phrasenschwein hört gar…
Das Phrasenschwein hört gar nicht mehr auf zu grunzen 😅
Antwort auf Ähnlich wie bei… von Giampi
Dem Südtiroler ist es nicht …
Dem Südtiroler ist es nicht "zu Bled", von den Zugezogenen Mieten wie in Paris, Mailand oder München zu verlangen, weil "der Ausländer" ja eh einen Mietbeitrag kriegt.
Dass dieser Beitrag für den Mieter ein Durchlaufposten ist und sich hier eigentlich der Vermieter am Steuertopf bedient, kann man nicht oft genug wiederholen.
Antwort auf Dem Südtiroler ist es nicht … von Ludwig Thoma
Ob es "bled" ist bestehende…
Ob es "bled" ist bestehende Schieflagen auszunutzenn oder nicht, sei dahingestellt.
Effizienter als mit dem Moralfinger auf evtl. Ausnutzer zu zeigen wäre es jedoch diese Schieflagen abzustellen, dann könnten vielleicht Angebot und Nachfrage bzw. der freie Markt die Dinge regeln, allemal effizienter als staatliche Interventionen, die nur Verzerrungen erzeugen und Steuerzahler belasten.
Waren auch alle Lehrer (und andere) "bled" als sie das Angebot ausnutzten mit 15 Dienstjahren in Pension zu gehen ? "Zu bled" war es ihnen jedenfalls nicht.
Geholfen hat nur die Abschaffung dieser Möglichkeit.
Der Sozialstaat muss…
Der Sozialstaat muss verschlankt, treffsicherer und fordernder gestaltet werden. Wenn er dazu ab- oder zurück gebaut werden muss, dann soll es so sein. Der Sozialstaat soll Menschen die unverschuldet in Not geraten sind helfen oder Menschen in schwierigen Lebenssituationen eine Überbrückungshilfe geben. Er kann kein Dauerversorger für Personen sein, egal woher sie kommen.
Der Staat sollte sich…
Der Staat sollte sich generell auf die wesentlichen Aspekte zurückziehen. Der Sozialstaat sollte Härtefälle abdecken - wenn überhaupt. Je "größer" der Wohlfahrtsstaat wird, desto größer wird dass Missbrauchs- und Korruptionspotenzial.
Dass ein Arbeiter insgesamt deutlich über 50% seines Brutto abgeben muss, ist eindeutig zu viel.
Antwort auf Der Staat sollte sich… von Oliver Hopfgartner
Da hätte ich zwei Fragen…
Da hätte ich zwei Fragen.
Was impliziert für einen Liberalen wie dich "Sozialstaat"?
Und was sind, wenn überhaupt, genau "Härtefälle"?
Antwort auf Da hätte ich zwei Fragen… von Manfred Gasser
Die erste Frage verstehe ich…
Die erste Frage verstehe ich nicht bzw. bin mir nicht sicher was gemeint ist. Falls die Frage ist, welchen Stellenwert ein Sozialstaat aus meiner liberalen Sicht überhaupt hat, dann wäre meine Antwort folgende: Der Stellenwert ist gering, einfach weil das keine Aufgaben des Staates sind. Aus liberaler Sicht ist z.B. Arbeitslosen- und Rentenversicherung eine Aufgabe der Gewerkschaften. Nur weil etwas nicht staatlich organisiert wird, heißt das nicht, dass es nicht anderweitig existieren könnte oder sollte. Aus liberaler Sicht halte ich es für essentiell, Menschen wachzurütteln und ihnen klar zu machen, dass gewisse Dienstleistungen früher selbstverständlich von nicht-staatlichen Strukturen erbracht wurden und dabei sogar höhere Qualität hatten. Bevor es z.B. staatliche Schulen gab, wurde die Ausbildung z.B. von Zünften oder Orden übernommen. Sozialhilfe wurde oft von Gewerkschaften oder auch von kirchlichen Organisationen organisiert. Auch die Familie hatte dadurch einen höheren Stellenwert, eben weil sie eine viel stärkere soziale Institution war als sie es heute ist. Das hatte einige Vorteile.
Ein wichtiges Argument ist diesbezüglich aus meiner Sicht auch die teilweise miserable Qualität der staatlichen Dienstleistungen. Die staatliche Okkupation des Rentenwesens hat z.B. keineswegs die Altersarmut beseitigt - vielleicht wurde dieses Problem sogar dadurch verschlimmert. Schauen wir z.B. auf die Pfandflaschensammler im besten Deutschland aller Zeiten. Der Staat belügt aus meiner liberalen Sicht die Bürger, indem er ihnen ein "Rundum-sorglos"-Paket verspricht, dass er in der Realität nicht hält. Da wäre ein "kalter" Staat mit einem aufs Mindestmaß reduzierten Wohlfahrtsstaat deutlich ehrlicher, sodass die Bürger wenigstens realistisch planen können.
Zur zweiten Frage:
Härtefälle wären beispielsweise verhungern oder erfrieren. Suchtbefriedigung wie Rauchen oder "Teilhabe" wie Kino, Theaterbesuche oÄ zählen nicht in diese Kategorie. Auch das staatliche Gesundheitswesen wäre aufs Wesentliche reduziert, sprich auf Akutversorgung. Auch hier betone ich, dass das nicht gleichbedeutend mit der Forderung ist, es solle keine dementsprechenden Angebote geben. Der Punkt ist vielmehr, dass derartige Services von nichtstaatlich organisierten wohltätigen Organisationen erbracht werden sollten.
Antwort auf Die erste Frage verstehe ich… von Oliver Hopfgartner
Da sind Sie wohl nicht recht…
Da sind Sie wohl nicht recht sattelfest in Historie und Staatskunde:
Zitat: „Arbeitslosen- und Rentenversicherung eine Aufgabe der Gewerkschaften“: und wenn ich nicht Mitglied der Gewerkschaft bin? Also Zwangsmitgliedschaft und Zwangsabgabe (kein Unterschied zum Staat, nur unsicherer)?
Zitat: „Bevor es z.B. staatliche Schulen gab, wurde die Ausbildung z.B. von Zünften oder Orden übernommen“:
Bevor es staatliche Schulen gab, waren 90% der Bevölkerung Analphabeten.
Zitat: „Auch die Familie hatte dadurch einen höheren Stellenwert“: solange sie eine Schicksals- und Überlebensgemeinschaft war, im Sinne und nur im Sinne von Überleben.
Zitat: „Der Punkt ist vielmehr, dass derartige Services von nichtstaatlich organisierten wohltätigen Organisationen erbracht werden sollten“: von welchen? Und wer finanziert diese? Und wer kontrolliert diese?
In Summe erscheint dieser Kommentar unausgegoren, widersprüchlich und ideologisch.
Da ist nichts „besser“ - nur für die Besitzenden, den „Adel“, ein reiner Rückschritt.
Liberal, also frei, ist dann nur noch die begüterte (von „Gut“) Klasse.
Antwort auf Da sind Sie wohl nicht recht… von Peter Gasser
Zitat: "und wenn ich nicht…
Zitat: "und wenn ich nicht Mitglied der Gewerkschaft bin? Also Zwangsmitgliedschaft und Zwangsabgabe (kein Unterschied zum Staat, nur unsicherer)?"
Es gibt etwas, das nennt sich "Freiwilligkeit". Für Faschisten ist Freiwilligkeit ein Fremdwort. Ich hoffe sie sind kein Faschist.
Zitat: "solange sie eine Schicksals- und Überlebensgemeinschaft war, im Sinne und nur im Sinne von Überleben." Nichts spricht dagegen, dass die Familie auch in heutigen Zeiten wieder einen höheren Stellenwert hat. Ich bin davon überzeugt, dass die Lebensqualität in Familien mit Zusammenhalt und gegenseitiger Unterstützung höher ist als in Familien, die von Scheidungen, Geschwister- und Erbstreitigkeiten geprägt sind.
Zitat: "Bevor es staatliche Schulen gab, waren 90% der Bevölkerung Analphabeten." - Wenn ich mir die heutige Gesellschaft anschaue, begegnet man vielen funktionellen Analphabeten, auch "Digital Illiteracy" ist ein großes Thema. Außerdem fehlt es vielen Menschen stark an Basiswissen über Gesundheit und Finanzen. Das staatliche Bildungswesen ist objektiv betrachtet kein Erfolgsmodell.
Zitat: "von welchen? Und wer finanziert diese? Und wer kontrolliert diese?" Ich habe einige Beispiele genannt. Nur weil Ihnen die Vorstellungskraft fehlt, ist das noch lange kein Gegenargument. Sie brauchen nur die Augen aufmachen, dann sehen Sie, wie viele Hilfsorganisationen es gibt.
Unausgegoren und widersprüchlich sind doch Sie selbst. Sie zeigen, dass Sie nicht offen sind für andere Denkansätze, damit zeigen Sie, dass Sie selbst in Ideologien verhaftet sind. Es ist ihr gutes Recht zu sagen, dass sie das nicht praktikabel finden und es ist auch ihr Recht, das aktuelle System zu verteidigen. Es täte Ihnen aber gut, das nicht im überheblichen Brustton der Überzeugung zu tun. Ich selbst habe meine Argumente auch klar als Sichtweise aus der "liberalen Perspektive" deklariert und damit nicht als "allgemeine Wahrheit" hingestellt.
Antwort auf Zitat: "und wenn ich nicht… von Oliver Hopfgartner
Zitat: „Es gibt etwas, das…
Zitat: „Es gibt etwas, das nennt sich "Freiwilligkeit". Für Faschisten ist Freiwilligkeit ein Fremdwort. Ich hoffe sie sind kein Faschist:
auf diese plumpe Provokation als Ablenkung gehe ich nicht ein.
Freiwilligkeit funktioniert weder beim Rauchverbot noch bei der Gurt- und Helmpflicht, schon gar nicht bei Krankenversicherung oder Pension. Zeigen Sie auf, wo dies besser funktioniert als in den europäischen Demokratien, dann können wir weiter diskutieren.
Zitat: „... dass die Lebensqualität in Familien mit Zusammenhalt und gegenseitiger Unterstützung höher ist als in Familien, die von Scheidungen, Geschwister- und Erbstreitigkeiten geprägt sind“: das ist richtig; aber was mit den 50-60% der Familien, in denen es erfahrungsgemäß „Zusammenhalt und gegenseitiger Unterstützung“ nicht gibt? Der Mensch ist eben Mensch, und nicht ideales Wesen. Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, Sie wollen in die gesellschaftliche Welt des Mittelalters zurück: geht halt nicht (mehr).
Zitat: „Das staatliche Bildungswesen ist objektiv betrachtet kein Erfolgsmodell“: das ist es sehr wohl: zeigen Sie auch hier auf, wo in der Welt dies besser funktioniert als in Europa! Der modernen Zeit anpassen und verbessern ist natürlich immer gut und auch notwenig.
Zitat: „Nur weil Ihnen die Vorstellungskraft fehlt...“: ach kommen Sie: Provokation, Beleidigung und Herabsetzung des Gegenübers - muss mir da nicht an Ihrem Beispiel schon vor dieser neo-liberalen oder -libertären Welt grauen?
„Hilfsorganisationen“? Ich sagte es ja: Mittelalter - damals hatten sich Hilfsorganisationen freiwillig um Bedürftige, Alte, Arbeitsunfähige und Kranke gekümmert. Also zurück um 1000 Jahre! Glück hat, wer begütert (von das „Gut“) ist.
Zitat: „... dass Sie selbst in Ideologien verhaftet sind“: welche die wären? (Einfach mal so eine negative Behauptung hinwerfen - es hilft halt nicht(s).
Nein, Ihr Gesellschaftsmodell (längst überholt) überzeugt mich nicht. Auch gibt es keine konkreten Antworten von Ihnen auf mein Nachfragen - leider.
Antwort auf Zitat: „Es gibt etwas, das… von Peter Gasser
Die "Zwangsmitgliedschaft"…
Die "Zwangsmitgliedschaft" bei Kranken-und Pensionsversicherung ist wahrlich ein echtes "Erfolgsmodell". Die Kranken- und Pensionskassen sind leer und zwar europaweit und werden nur mehr von Querfinanzierungen aufrechterhalten, die aus Steuerleistungen immerhin noch ertrags- und damit steuerbasierter Unternehmen (Tourismus) stammen und wenn das auch nicht reicht, dann machen wir halt Schulden auf kosten der nächsten Generation oder drucken Geld, was die Inflation wieder anheizt .............. Wirklich ein Vorzeigemanagement !!
Wie Sie darauf kommen dass Freiwilligkeit da nicht funktioniert, wenn genau das staatliche Modell eben nicht funktioniert ist unlogisch argumentiert.
Jedenfalls hätte sich so mancher mit dem ganzen Geld für die Zwangsbeiträge bei freiwilliger ordentlicher Investition ganz eine andere Rendite erwirtschaftet und sich auch noch selbst für evtl. Notfälle versichern können.
Dass der Anreiz für sich selbst vorzusorgen (durch entsprechende Arbeitsleistung) bei den Zwangsabgaben wegfällt ist logisch und dass der Staat dann seine Versprechungen nicht oder nur durch Verwerfungen erfüllen kann, ist sowieso ein Witz.
Und nochwas: Bei echten akuten Notfällen in allen möglichen Bereichen ist man immer noch mit unbürokratischer Hilfe aus dem Familien-und Nachbarschaftsbereich besser und schneller gefahren.
Die Solidarität bei wirklichen Notfällen ist ungebrochen groß, das wurde oft schon bewiesen.
Deshalb wären freiwillige private Organisationen die bessere Wahl.
Selbstvorsorge reduziert die Abhängigkeit vom Staat und baut effizient vor. Alles andere fördert Missbrauch auf Kosten der Fleißigen.
Antwort auf Die erste Frage verstehe ich… von Oliver Hopfgartner
Danke für die…
Danke für die aufschlussreiche Antwort.
Ungefähr so hatte ich mir das auch erwartet.
Staatsausgaben sollten…
Staatsausgaben sollten besser überlegt werden (so wie hier die Mehrheit schreibt).
Die von Tragust zitierten…
Die von Tragust zitierten Einnahmen aus der Strom-Erzeugung im 8,8 Mildr. - reichen Südtirol, "-v e r-füttert die protzige ALPERIA mit ihrer opulenten ... ...!"