56 Ausnahmen

Bettenstop
Die Landesregierung hat die Ausnahmen zum Bettenstopp genehmigt. Fast die Hälfte aller Südtiroler Gemeinden gelten damit als strukturschwache Gebiete.

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Wie lange ist eine Ausnahme eine Ausnahme, und ab wann wird die Ausnahme zur Regel? Das fragt sich nicht nur die grüne Landtagsabgeordnete Madeleine Rohrer. Sie hat die Liste in den Händen, mit der die Landesregierung festlegen will, für welche Gemeinden der Bettenstopp erst in fünf Jahren in Kraft tritt und in denen Hoteliers und Investoren also eine erkleckliche Gnadenfrist bekommen, um ihre Projekte umzusetzen.

 

„56 von 116 sind keine Ausnahme, sondern die Regel.“

 

Rohrer kritisiert, dass die Landesregierung wieder mal nicht halte, was sie verspreche, und Entscheidungen immer wieder aufgeweicht würden. „Die SVP hatte eine sehr restriktive Liste mit maximal 25 Gemeinden angekündigt, und jetzt sind wir bei 56 Gemeinden! 56 von 116 sind keine Ausnahme, sondern die Regel“, sagt Rohrer.

Grüne Kritik: Die Landtagsabgeordnete Madeleine Rohrer kritisiert die Liste der Ausnahmegemeinden des Bettenstopps. Foto: Seehauserfoto

Zu den Ausnahmen gehört auch Schnals, das auf der Liste von 2023 noch zu den touristisch entwickelten Gebieten gezählt worden war, nicht zu den strukturschwachen. Keine schlechte Nachricht für Athesias Hotelprojekt in Kurzras.

Nach dem Beschluss der Landesregierung wandert die Liste in den 2. Gesetzgebungsausschuss, der ein Gutachten abgeben muss. Dort sei angesichts der Besetzung wenig Widerstand zu erwarten, sagt Rohrer, die stellvertretende Vorsitzende eben jenes Ausschusses ist, in dem aber die SVP mit den Abgeordneten Noggler, Deeg, Locher, Stauder und dem „Ehemaligen“ Widmann gut vertreten ist. Nach dem (nicht bindenden) Gutachten entscheidet abschließend die Landesregierung.

Die Ausnahmen

Aldein / Altrei / Branzoll / Brenner / Franzensfeste / Freienfeld / Gargazon / Glurns / Graun im Vinschgau / Gsies / Jenesien / Karneid / Kastelbell-Tschars / Klausen (Latzfons) / Kuens / Kurtatsch an der Weinstraße / Laas / Laurein / Lüsen / Mals / Margreid an der Weinstraße / Martell / Mölten / Moos in Passeier / Mühlwald / Neumarkt / Partschins(Sonnenberg) / Percha / Pfatten / Pfitsch (esc. Wiesen) / Prad am Stilfser Joch / Prettau / Proveis / Ritten (esc. Klobenstein und Oberbozen) / Salurn / Sarntal / Schlanders / Schluderns / Schnals / St. Leonhard in Passeier (esc. Zentrum) / St. Martin in Passeier (esc. Zentrum) / St. Martin in Thurn / St. Pankraz / Sterzing / Stilfs / Taufers im Münstertal / Terlan / Truden / Ulten / Unsere Liebe Frau im Walde-St. Felix / Vahrn / Villanders / Vintl / Vöran / Waidbruck / Wengen

Kommentare

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Cicero Mi., 11.03.2026 - 12:48

Egal wie man zum Bettenstop steht, aber jede Regel, deren Ausnahmen 50% der zugrundeliegenden Anwendungsfälle umfasst, führt sich doch selbst ad absurdum. Wenn man den Bettenstop rückabwickeln will dann soll man es sagen, sich Mehrheiten dafür organisieren, die Abschaffung beschließen und mit den politischen Konsequenzen leben.

Mi., 11.03.2026 - 12:48 Permalink
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opa1950 Mi., 11.03.2026 - 14:07

In der Gemeinde Vahrn besteht kein Bettenstopp. Möchte Schuler vergrößern und noch Betten dazu bauen?

Mi., 11.03.2026 - 14:07 Permalink
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Profil für Benutzer G. P.
G. P. Mi., 11.03.2026 - 20:01

Interessant wäre zu erfahren, was die genauen Kriterien für de Einstufung „strukturschwach“ sind.
Also, wenn die Hälfte der Gemeinden in Südtirol strukturschwach sind, dann Mahlzeit!

Mi., 11.03.2026 - 20:01 Permalink
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Manfred Gasser Mi., 11.03.2026 - 21:13

Ich frage mich, was das bringen soll. Es gibt doch sicher Gründe, warum in „strukturschwachen“ Gemeinden die letzten 20 Jahre keine Hotelbetten errichtet wurden, bzw. nicht gross investiert wurde. Glaubt jemand wirklich, dass sich das nun ändert? Dass Investoren plötzlich in Gemeinden, in denen offensichtlich kein Bedarf besteht, Hotels bauen?

Mi., 11.03.2026 - 21:13 Permalink
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Josef Fulterer Do., 12.03.2026 - 06:33

„-A r m s e e l i g e - 1 2- % WIRTSCHAFTs-LEISTUNG nach den -g i f t i g e n- ABSCHREIBE-GESETZEN, gegen die -2 0 - % -h ö h e r e n- LEBENs-HALTUNGs-KOSTEN, die -a l l e - S Ü D T I R O L E R - e r t r a g e n - m ü s s e n- ... ...???“
„Der unterb....... NOGGLER, die -s o z i a l e- DEEG, der -a l l w i s s e n d e- STAUDER + der Partei-Geld-Vernichter WIDMANN, sind wohl nicht ganz bei Trost ...! ...?“

Do., 12.03.2026 - 06:33 Permalink
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opa1950 Do., 12.03.2026 - 08:24

Wer hat denn diese Entscheidungen getroffen und diese Liste erstellt? Hat man da nicht im eigenen Interesse gehandelt und für freies Handeln der Lobby in Zukunft gesorgt ?

Do., 12.03.2026 - 08:24 Permalink
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Cicero Do., 12.03.2026 - 08:34

Für mich gibt es bei dieser Debatte ein grundsätzliches Problem. Der Bettenstopp wurde vor einigen Jahren beschlossen. Seit dem wurden über 20.000 Betten in Südtirol realisiert, immer mit dem Verweis auf „erworbene Rechte“. Einen Stopp gab es also defacto nie. Nun, da das Gesetz das erste Mal so etwas wie eindämmende Wirkung entfalten könnte, wird es maximal verwässert und am liebsten ganz abgeschafft? Dieses Vorgehen nennt man glaub ich auf Südtirolerisch die Bevölkerung „pflanzen“. Und möchte betonen, dass es mir nicht mal so sehr um den Stopp an sich geht. Den kann man gut oder schlecht finden. Ich finde die Vorgehensweise unmöglich. Diese leistet wieder mal einen Beitrag dazu, das Bild „der Politik“ in der öffentlichen Wahrnehmung zu diskreditieren. Da gebe ich sogar mal Frau Roher von den Grünen uneingeschränkt Recht.

Do., 12.03.2026 - 08:34 Permalink