Politik | Gastkommentar

Bleiben Sie zuhause!?

Zum Umgang der Mächtigen mit ihren Mitbürgerinnen und Mitbürgern.
Quarantäne
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Wenn doch nur alle zuhause blieben! Dann wäre Covid-19 schon längst besiegt. Aber es gibt die Unbelehrbaren, die das verhindern. So wollen uns die Regierenden aller Ebenen, die Experten (und einige wenige Expertinnen), der Zivilschutz und eine Vielzahl von Moralaposteln glauben machen. #Iorestoacasa #Ichbleibezuhause ist zur Kurzformel geworden, der alles untergeordnet werden soll.

Doch wenn tatsächlich alle zuhause blieben, dann hätten wir bald keinen Strom mehr, die Mobiltelefone und Internetlinien würden nicht mehr funktionieren, wir könnten uns nicht mehr mit Nahrungsmitteln und Medikamenten versorgen und auch nicht mehr zum Arzt oder ins Krankenhaus bringen lassen, falls das nötig wäre. Dann würde aus dem Lock-down ein Break-down, ein vollständiger Zusammenbruch der Gesellschaft.

Die Kriegsrhetorik, die in Bezug auf das Virus Konjunktur hat, scheint auf die Disziplinierung der Bürgerinnen und Bürger übergesprungen zu sein

Somit müssen wir einen vernünftigen Mittelweg suchen zwischen der totalen Selbstisolation einerseits, die sich Virologen und Epidemiologinnen wünschen, und einem Mindestmaß an Tätigkeiten und damit verbundenen Begegnungsmöglichkeiten andererseits, die für die Grundversorgung der Menschen unverzichtbar sind – und die uns einen wirtschaftlichen und sozialen Wiederaufschwung erleichtern, wenn das Schlimmste einmal vorbei ist. Und wir brauchen die Menschen dringend, die aus dem Haus gehen, sei es um „essentielle“ Arbeiten zu verrichten, sei es um andere Menschen zu unterstützen, die Betreuung medizinischer, pflegerischer oder sonstiger Art benötigen. Solche Menschen wird es auf längere Sicht jedoch nur geben, wenn wir auf ihr Verantwortungsbewusstsein, auf ihre freie Entscheidung setzen, nicht auf irgendeine Art von Zwang.

Polizeistaat-Methoden und Selbstverantwortung sind kaum vereinbare Gegensätze

Wie passt es da zusammen, wenn nicht nur wichtige und im Grunde richtige Regelungen erlassen werden, sondern deren Einhaltung mit den Methoden eines Polizeistaates durchgedrückt wird? Auf den Straßen fahren Polizeiautos, in den Städten und Dörfern patrouillieren kommunale Ordnungshüter und Militärstreifen, über unseren Köpfen kreisen Helikopter, Megafone des Zivilschutzes plärren die bekannten Verhaltensregeln bis zum Überdruss in die leeren Straßen, unsere Bewegungen werden mittels Big Data überwacht, demnächst sollen Drohnen unzugängliche Verstecke ausspionieren. Und damit ja niemand dem Auge des Gesetzes entschlüpft, lauern auf den Wanderwegen die Mitglieder der Forstwache. Die Kriegsrhetorik, die in Bezug auf das Virus Konjunktur hat (Ärztinnen und Pfleger im Schützengraben, Supermarkt-Kassierinnen an der Front, alle im Krieg gegen den unsichtbaren Feind), scheint somit auf die Disziplinierung der Bürgerinnen und Bürger übergesprungen zu sein. Wie das langsame Sieden von Fröschen (Nicola Canestrini), werden so Schritt für Schritt die bürgerlichen Freiheiten abgeschafft, ohne dass die Menschen es merken sollen, alles im Dienste des großen Kampfs, der entscheidenden Schlacht.

#Iorestoacasa #Ichbleibezuhause ist zur Kurzformel geworden, der alles untergeordnet werden soll

Natürlich braucht es neben Überzeugungsarbeit auch ein gewisses Maß an Kontrolle und die Möglichkeit, die Missachtung der Regeln zu sanktionieren. Aber Polizeistaat-Methoden und Selbstverantwortung sind kaum vereinbare Gegensätze. Glaubt man wirklich, dass ein paar einsame Spaziergänger oder Joggerinnen im Wald entscheidend zur Verbreitung des Corona-Virus beitragen? Ist es wirklich ein Problem, wenn jemand allein im Auto in den Nachbarort zum Einkaufen fährt? Oder geht es hier ums Prinzip? Darum, dass der Buchstabe des Gesetzes für alle gelten muss, und dies mit italienischer Maßlosigkeit und deutscher Gründlichkeit umgesetzt wird.

Oder ist es am Ende nur ein Zeichen der Hilflosigkeit der Krisenmanager? Weil sich die Seuche immer weiter ausbreitet, weil all die drastischen Maßnahmen nur zögerlich greifen, weil es am Ende nicht einmal gelungen ist, die am stärksten Gefährdeten in den Seniorenheimen und Pflegeeinrichtungen zu schützen, müssen wenigstens in Sachen sozialer Kontrolle Erfolge her. Und seien sie noch so fragwürdig. Denn in Wirklichkeit geht es ja gar nicht ums Zuhause-Bleiben, sondern um hygienisches Verhalten, um die Minimierung der sozialen Kontakte und ums Abstand-Halten. Aber das selbst einzusehen und einzuhalten, wollen unsere Entscheidungsträger ihren Mitbürgern offenbar nicht zutrauen.
Demokratie ade!

 

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gorgias Fr., 03.04.2020 - 19:17

Der zweite Absatz ist voll daneben. Niemand spricht von einer totalen Ausgangssperre. Für trifftige Gründe kann jeder das Haus verlassen. Auch ist es möglich in der nähe der eigenen Unterkunft Sport unter bestimmten auflagen zu machen.

Dass bestimmte Regeln leider nicht für alle maßgeschneidert sind ist halt die Reallität von Gesetzen. Es braucht klare Regeln damit sie eingehalten werden können. Es kann nicht sein, dass jemand der Aufgehalten wird und eine Regel bricht, dann mit Argumenten sich rauswinden kann. So gelten die Geschwindigkeitsbegrenzungen und Stop-Schilder für alle, auch wenn jemand die Strecke jeden Tag fährt und genau weiss wie schnell er auf dieser fahren kann. Das nervige Stop-Schild an dem man jeden Tag halten muss, könnte man auch ohne zusätzliches Risiko mißachten, weil man die Straße gut kennt und einen Überblick über die Situation hat durch ein geschultes Auge für diese bestimmte Stelle.
Doch die Realität ist eben diese und man soll sich doch nicht so anstellen.

Was ich besonders gut finde, ist dass man die Gemeindegrenze nicht ohne weiteres passieren kann. Das ist fast schon eine moralische folge, weil man in Südtirol sich so vehement weigert Gemeinden zusammenzuschließen und Kosten sparen. Nun bleibt auch dort.

Fr., 03.04.2020 - 19:17 Permalink
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gorgias Fr., 03.04.2020 - 19:20

Antwort auf von gorgias

Ich wollte noch was anfügen. Dieses gejammere über Polizeistaat finde ich auch lächerlich und infantil. Genauso wie es Verkehrskontrollen gibt, es im inneren von lokalen nicht mehr möglich ist zu Rauchen und weitere Gesetze und Kontrollen die notwendig sind, damit die lieben Leut die es nicht kapieren wollen, doch das Richtige tun, so gibt es eben auch für das Kontrollen.

Fr., 03.04.2020 - 19:20 Permalink
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Elisabeth Garber Fr., 03.04.2020 - 19:45

Antwort auf von gorgias

Dass ich Ihnen mal recht geben würde...jawohl Gorgias, so ist es - ich halte das Gejammere zu den Maßnahmen in der akuten Situation auch bald nimmer aus.
Das ist jetz off topic, ich hab den Beitrag nur überflogen, nicht gelesen - nur 1,5 Kommentare vom Gorgias.

Fr., 03.04.2020 - 19:45 Permalink
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Klemens Riegler Fr., 03.04.2020 - 20:50

... wie Rai Südtirol in der Tagesschau gemeldet hat, bestätigt Google, dass wir brav sind und überdurchschnittlich ZuHauseBleiben.
Gut, ... wir kommen damit besser und schneller über den Berg. Weniger gut finde ich, dass uns das Google bestätigen muss. Noch weniger gut finde ich Spuren im Neuschnee.

Fr., 03.04.2020 - 20:50 Permalink
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Christoph Wallnöfer Fr., 03.04.2020 - 22:41

"Oder ist es am Ende nur ein Zeichen der Hilflosigkeit der Krisenmanager?", fragt Hermann Atz.
Für mich ganz eindeutig: Ja, es ist ein Zeichen der Hilflosigkeit.
Es ist höchste Zeit die ganze Co-Vi-Sache auf breiter Basis wissenschaftlich anzugehen. Markus Lanz hatte dazu am 31. März den Virologen Dr. Hendrik Streeck (Direktor des Instituts für Virologie am Universitätsklinikum Bonn) in seiner Sendung. Zitat aus der Kurzbeschreibung des ZDF zur Sendung: "Der Virologe Streeck sagt, das Hauptproblem in der aktuellen Diskussion seien fehlende Daten und Fakten, um Entscheidungen zu treffen. Die Wirkung der Maßnahmen vor der Kontaktsperre sei nicht ausreichend überprüft worden, außerdem fehlten Richtlinien für eine Exit-Strategie, so Streeck."
Ich habe immer noch Hoffnung, dass sich jemand aus unserer Landesregierung auch einmal solche Fachleute anhört - Link zur ZDF Sendung mit Dr. Hendrik Streeck. - und dann auch entsprechend agiert.

Fr., 03.04.2020 - 22:41 Permalink
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Peter Gasser Fr., 03.04.2020 - 23:26

Antwort auf von Christoph Wallnöfer

Verstehe den Hinweis nicht ganz: habe die gesamte Sendung gesehen, und Virologe Streeck hat lediglich beanstandet, dass man durch die schnell ablaufende Pandemie rückwirkend betrachtet nicht die Zeit hatte, die Auswirkung der jeweils vorher getätigten Massnahmen abzuwarten, und somit diese Erkenntnisse nicht verwirklicht werden konnten.
Dissens hatte er mit dem RKI wegen der Benutzung des einfachen Mundschutzes.

Fr., 03.04.2020 - 23:26 Permalink
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David Giraldoni Mi., 08.04.2020 - 13:47

Antwort auf von Peter Gasser

Haben sie vielleicht auch gehört, dass auf keiner Oberfläche ein lebendiges Virus gefunden wurde und es auch somit keine Studien gibt über die "Haltbarkeit" von Viren auf Oberflächen gibt? Wie sich die Menschen anstecken ist, auch nur Spekulation.
Folgen sie dem Geld und den Profiteuren, dann verstehen sie vielleicht mehr.

Mi., 08.04.2020 - 13:47 Permalink
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Peter Gasser Mi., 08.04.2020 - 14:01

Antwort auf von David Giraldoni

Da muss ich Sie enttäuschen.
Ich folge der Wissenschaft und den Virologen.
Sonst müßte ich auch fragen, wer die Profiteure Ihrer Beiträge sind, und wo dort Geld fließt.

Die Ansteckung erfolgt eindeutig über Tröpfchen auf dem Luftwege.
Das Desinfizieren von Straßen sehe ich auch mehr als psychologischen Effekt.
Und: mit zunehmender Erkenntnis (durch die Wissenschaftler, nicht die Verschwörungstheoretiker) werden alle klüger...

Mi., 08.04.2020 - 14:01 Permalink
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Hartmuth Staffler Fr., 03.04.2020 - 22:49

Das Schlimme an der derzeitigen Situation ist, dass die täglich erlassenen Notverordnungen, Dekrete und Rundschreiben, deren Notwendigkeit man ja grundsätzlich nicht bestreitet, so oberflächlich und zum Teil widersprüchlich formuliert sind, dass sie der Willkür der Ordnungshüter Tür und Tor öffnen. Besonders dramatisch ist, dass Soldaten die Macht gegeben wurde, Personenkontrollen durchzuführen (was sie mit großer Arroganz tun) und die Verordnungen nach eigenem Gutdünken auszulegen.

Fr., 03.04.2020 - 22:49 Permalink
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Karl Gudauner Fr., 03.04.2020 - 22:55

Die Kriegsrethorik ist ein Zeichen der Spracharmut. In außergewöhnlichen Situationen greifen wir auf jenes Vokabular zurück, das wir in entsprechend einschneidenden früheren Erfahrungen eingeübt haben. Jahrhunderte der Prägung durch Kriegstreiberei, Kriegsverherrlichung und Kriegsnöte haben da ein starkes Imprinting hinterlassen. Schließlich waren Kriege Ausdruck nationalen Stolzes, legitime Mittel zur Erweiterung des Territoriums und der Einflussbereiche. Oder sind sie es noch - oder werden sie es wieder?

Fr., 03.04.2020 - 22:55 Permalink
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Mohn Günter Fr., 03.04.2020 - 23:20

Bei unseren Nachbarn in der Schweiz etwa wird Social-Distancing mit Intelligenz und Eigenverantwortung freiwillig und kosteneffizient ganz ohne Formulare umgesetzt, anstatt mit tausenden von alimentierten Förstern und Dorfpolizisten sowie freiwilligen Schildbürgern einzelne Wanderer abseits von Menschenansammlungen ebenso wie illegale Schulheftsverkäufer im Dorfladen zu jagen und abzustrafen.

Selbst einen einzelnen vorsichtigen, wenngleich unsozialen Berggänger zu Ostern sollten wir besser unüberwacht verkraften, anstatt ihn zu denunzieren. Alle Tiroler Schützen, die jetzt mit ihrem Smartphone Beweisfotos für den Ebner-Presse-Pranger schießen, um über die Verfehlungen in Nachbars Garten zu (be)richten verhalten sich genauso verachtenswert wie die Sittenwächter im Islamischen Staat oder die Denunzianten im Faschismus und tragen mit dazu bei, daß die Südtiroler Kontrollkultur dank der Corona-Eigendynamik bald die Effizienz der chinesischen Überwachungs-Infrastruktur in den Schatten stellen wird.

Auch Renzos neue Kameras mit automatischer Gesichtserkennung und Kennzeichenerfassung, um Hansi Kompatscher dingfest zu machen, der sich ohne Eigenerklärung auf den Obstmarkt oder zur Stärkung des Imunsystems alleine in den Montiggler Wald begibt - auch die Maßnahmen müssen wir uns leisten können und wollen. Ich denke das Geld wäre besser in mehr Intensivpflegeplätzen, Beatmungsgeräten und besser bezahlten und noch motivierteren Krankenpflegern investiert.

Die steuerfinanzierten Förster, Polizisten und Dichter millionenschwerer Restart-Kampagnen-Schönfärberei des Landes besser zur Entlastung in die Pflege- und Sozialeinrichtungen sowie als Ersatz für die ausbleibenden Hilfskräfte aus Osteuropa zu den Südtiroler Bauern schicken. Diese Krise zeigt unseren Zielgruppen ganz ohne Marketing-Sprech und ohne Steuergeldverschwendung ON TOP den wahren Markenkern unserer I-nnovativen D-evelopment M-isere.

Fr., 03.04.2020 - 23:20 Permalink
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Hartmuth Staffler Fr., 03.04.2020 - 23:29

Antwort auf von Mohn Günter

Ich habe erlebt, dass Förster und Ortspolizei die Vorschriften mit Hausverstand und Verhältnismäßigkeit durchsetzen. Schlimm ist die Präpotenz der Soldaten, die die Vorschriften nicht einmal verstanden haben, dafür aber mit um so größerer Härte durchsetzen. Es scheint ihnen richtig Spaß zu machen, die Menschen zu schikanieren.

Fr., 03.04.2020 - 23:29 Permalink
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19 amet Sa., 04.04.2020 - 10:43

Antwort auf von Manfred Klotz

Jeder nach seinem beengten Weltbild. Manche halten die Schützen für lächerlich weil sie mit Schreckschussgewehren herummarschieren, und manche eben alle feindlichen Soldaten für dumm und frech. Es ist bekannt dass die Soldaten des von Herrn Staffler so geliebten Vaterlands alle intelligent und höflich sind.

Sa., 04.04.2020 - 10:43 Permalink
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Hartmuth Staffler Sa., 04.04.2020 - 14:37

Antwort auf von 19 amet

Wer keine Ahnung hat, mag die Schützen für lächerlich halten; sie tun aber niemandem etwa. Die italienischen Soldaten spielen sich hingegen als Besatzer auf und scheinen es zu genießen, dass sie uns jetzt wieder schikanieren können. In Brixen wird man auf Schritt und Tritt von Soldaten aufgehalten, die sich auf irgendwelche Rundschreiben berufen, die sie aber kaum lesen, geschweige denn verstehen können. Im Vergleich dazu sind unsere österreichischen Soldaten geradezu Musterbeispiele an Höflichkeit und Hilfsbereitschaft. Ich habe zufällig unsere Tiroler Gebirgsjäger in Bosnien, wo ich in humanitärer Mission für Roma und Sinti unterwegs war, kennengelernt, und ihre Hilfsbereitschaft für die dortige Bevölkerung erlebt.

Sa., 04.04.2020 - 14:37 Permalink
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Manfred Klotz Sa., 04.04.2020 - 20:44

Antwort auf von Hartmuth Staffler

Da kommt es wieder in voller Pracht, Stafflers sinnloses Italien-Bashing. Drei Kommentare und alle nur, um über das Heer herzuziehen, das nur im Auftrag handelt. Bei rund 1000 Soldaten, die in ganz Südtirol aufgeboten wurden von "Besatzung" zu sprechen ist ein Witz. Dass man in Brixen "auf Schritt und Tritt" (!) von Soldaten aufgehalten wird (normalerweise wird man auf Schritt und Tritt höchstens verfolgt) ist ein absoluter Quatsch. Schon von der Logik her eine Behauptung, die nicht belegbar ist. Haben Sie die italienischen Soldaten schon mal erlebt in humanitärer Mission? Bei Erdbeben oder sonstigen Naturkatastrophen beispielsweise? Bleiben Sie wenigstens realistisch.

Sa., 04.04.2020 - 20:44 Permalink
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Hartmuth Staffler Mo., 06.04.2020 - 22:54

Antwort auf von Manfred Klotz

Sie haben wieder einmal Verständnisprobleme. Ich habe nicht Italien kritisiert, sondern das italienische Militär, das sich in Südtirol wieder einmal als Besatzungsmacht aufspielt und die Bevölkerung schikaniert. Wenn sie das für gut finden, ist ihnen nicht zu helfen. Ich habe die italienischen Soldaten übrigens auch in humanitären Missionen erlebt, z.B. im Erdbebengebiet Irpinia, wo ich auch geholfen habe. Wenn sie etwas Nützliches machen, ist ja nichts dagegen einzuwenden. In Südtirol sind sie aber total überflüssig.

Mo., 06.04.2020 - 22:54 Permalink
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Manfred Klotz Di., 07.04.2020 - 08:01

Antwort auf von Hartmuth Staffler

Herr Staffler, ich habe keine Verständnisprobleme, Sie haben offensichtlich Probleme mit Ihren eigenen Kommentaren. Das Heer ist ein Ausdruck Italiens, suchen Sie doch nicht immer nach Ausreden. Wie Sie, über Südtirol verteilt, so viel Begegnungen mit den Soldaten gehabt haben können, um zum Schluss zu kommen, dass sie sich als "Besatzungsmacht" aufspielen und die Bevölkerung schikanieren, ist schleierhaft. Zumal Sie doch auch zu Hause bleiben, oder?
Vom Verhalten einiger weniger - in welcher Weise Sie dauernd schikaniert werden, haben Sie bisher noch nie erklärt - lässt sich nicht auf das Verhalten aller schließen. Außer man versucht daraus einen Skandal zu zimmern, wie Sie es immer wieder versuchen.

Di., 07.04.2020 - 08:01 Permalink
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Manfred Klotz Di., 07.04.2020 - 13:28

Antwort auf von Hartmuth Staffler

Sehen Sie? Sie widersprechen sich wieder selbst.
Faschistoide Methoden, weil das Heer in einer Notsituation Aufgaben erfüllt, die die normalen Polizeiorgane nicht mehr wahrnehmen können? Nebenbei, wie gesagt, sind Sie scheinbar der einzige in ganz Südtirol, den die Millionen Soldaten, die Südtirol besetzt halten, andauernd schikanieren. Und hören Sie bloß mit der Masche auf, jemand als Faschist zu bezeichnen, der Ihren pseudo-patriotischen Quatsch nicht teilt. Ihr angeblicher Patriotismus ist doch genau der Nationalismus, den Sie hier wittern.
Dass es ihnen nicht bald selbst zu blöd ist, solchen Kehrricht von sich zu geben?

Di., 07.04.2020 - 13:28 Permalink
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Hartmuth Staffler Di., 07.04.2020 - 14:16

Antwort auf von Manfred Klotz

Das Heer erfüllt keineswegs Aufgaben, die normale Polizeiorgane nicht wahrnehmen können. Für das Militär ist das die Gelegenheit, die Besatzermentalität hervorzukehren und absolute Willkür auszuüben. Übrigens nicht nur in Südtirol. Der Präsident von Kampanien hat bereits gefordert, dass das Militär in Italien "vorübergehend" die Macht übernehmen solle. Hier in Südtirol faselt der nationalistische Urzì von der Wiedereinführung der Militärpflicht. Die Krise wird ausgenützt, um autoritäre und damit faschistoide Vorgangsweisen zu etablieren. Orban macht das in Ungarn vor. Anscheinend hat diese Ideologie auch in Südtirol Anhänger. Das ist der klare Gegensatz zu unserer freiheitlich-demokratischen Tiroler Tradition.

Di., 07.04.2020 - 14:16 Permalink
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Elisabeth Garber Sa., 04.04.2020 - 11:19

Antwort auf von Mohn Günter

@ Mohn Günther Ja der Renzo alias Renzi? ist ein gefährlicher Bazillus - so wie momentan *alle* Oppositionsparteien auf Makro- und Mikroebene... in aller Herren Länder...schlägt er in die Kerbe der Bla-Bla-Gesinnung, die anstatt Solidarität zu üben, aus dem tragischen Corona-Kapitel Kapital schlägt.
Da lass' ich die Schützen gerne fotografieren... - überhaupt bin ich der Meinung, dass momentan jegliche Art von Hilfe gefragt ist. Denn bei zu vielen Menschen ist der Verstand rund um den aggressiven Virus noch im unwilligen Halbschatten. Erst gestern drei Radler ohne Mundschutz gesehen- auch Fussgänger trugen nicht alle den Mundschutz. Weit und breit weder Polizei, Finanz, Förster, Feuerwehr noch Schützen...

*Was* saugen sich da manche Kommentatoren aus den Fingern - von wegen Denunziantentum, Kontrolle, Willkür bis Diktatur? Da werden Tatsachen verdreht... und es wird hemmungslos geschürt, weil man uneinsichtig auf gewohnte Freiheiten (trotz guten & und möglichst transparenten Gründen) nicht verzichten will. Für mich ist das Solidarität = Null.

Sa., 04.04.2020 - 11:19 Permalink
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Thomas B. Sa., 04.04.2020 - 15:09

Antwort auf von Mohn Günter

Sie treffen Ihrem Kommentar über die Darstellung der unsachgemäßen Durchsetzung der Maßnahmen im Hintergrund der Angst, der doppelten Angst ins Schwarze. Niemand kann sich dem entziehen, jeder fühlt sich beim Schritt vor die Tür mit einem Bein in der Kontrolle. Dazu das sich wiederholende Gerede in den Nachrichten über (ungenaue?) Opferzahlen und die Diskussion um Strafen erinnert mich an Zeiten der Planwirtschaft in der "Aktuellen Kamera" - mit dem Unterschied, das das Staatsgeflimmer damals von 16 Millionen Eingesperrten nur 1000 sahen und die es glaubten, dürften noch viel weniger gewesen sein. Natürlich bin ich mit sachgemäßen Maßnahmen wie 'zero contatti' einverstanden; aber die stattfindende schleichende Erniedrigung erinnert mich an längst hinter sich gelassene Zeiten.

Sa., 04.04.2020 - 15:09 Permalink
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G. P. Sa., 04.04.2020 - 15:45

Antwort auf von Thomas B.

Dafür können sich jetzt Ordnungshüter, Soldaten, Finanzwache, Förster und dergleichen mehr mal so richtig ausleben, profilieren und zeigen, wer Herr im Haus ist. Mit aufgeplusterter Brust ziehen sie durch die Straßen, durch die Geschäfte, durch die Wälder und verängstigen das gemeine Fußvolk.

Sa., 04.04.2020 - 15:45 Permalink
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Thomas B. Sa., 04.04.2020 - 16:09

Antwort auf von Peter Gasser

Jetzt machen Sie aber ein neues Fass auf, Herr Gasser. Natürlich ist das eine pauschale Beurteilung, wenn die rigide Durchführung der Pflichten der Ordnungshüter hier in Frage gestellt wird. Diejenigen, die (von Bekannten) kontrolliert und angezeigt wurden, werden sich kaum hier melden und Ihnen die wirkliche Welt liefern.

Sa., 04.04.2020 - 16:09 Permalink
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Manfred Klotz Sa., 04.04.2020 - 08:01

Zitat aus der Betrachtung von Hermann Atz: "Somit müssen wir einen vernünftigen Mittelweg suchen zwischen der totalen Selbstisolation einerseits... und einem Mindestmaß an Tätigkeiten und damit verbundenen Begegnungsmöglichkeiten andererseits, die für die Grundversorgung der Menschen unverzichtbar sind"
Das ist genau das was zurzeit passiert, von einigen Schlaumeiern aber ausgenutzt wird (und genau deshalb braucht es leider drastische Regeln). Der Abschluss "Demokratie ade" ist sowie so für den Eimer.

Sa., 04.04.2020 - 08:01 Permalink
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Peter Gasser So., 05.04.2020 - 09:36

Antwort auf von simon tinkhauser

In Notstandszeiten: ja.
(Wollen Sie eine monatelange Debatte, was denn nun zu tun sei, von Politikern, denen es großteils vorrangig um Machterhalt, Selbstdarstellung und Parteipolitik gent, während die Menschen sterben?
Besondere Zeiten - besondere Maßnahmen.
Wenn dies missbraucht wird, hat derjenige *in der Demokratie* im Nachhinein dafür die Verantwortung zu tragen: dann sind *Sie* dran, sich einzubringen).

So., 05.04.2020 - 09:36 Permalink
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Astrid Singer Sa., 04.04.2020 - 08:38

Danke...danke für diesen Beitrag. Endlich verschafft jemand dem mulmigen Gefühl, das mich schon so lange beschleicht, eine Stimme. Denn wozu braucht es Militärgewalt, wenn Menschen sowieso zu Hause bleiben und die Straßen leer sind, wenn die Polizei sonst nicht mehr viel tun muss, außer Verstoßende zurechtzuweisen. Warum ist man auf einmal ein Straftäter, dem bis zu 5 Jahre (!) Haft drohen, wenn man sich nicht genauestens an die Anordnungen hält, wo doch die Fallzählung und Anderes ganz offensichtlich unwissenschaftlich erfolgt? Wenn man keinen unterschriebenen Passierschein mit sich trägt, den zu verstehen man langsam ein Jurist sein müsste...was unterschreibe ich da genau?
Wozu wird man zu digitaler Kommunikation und Arbeit gezwungen und diese wird auf einmal ganz legal und offiziell überwacht? Es wird angedroht, dass, wenn man auf digitalem Wege seine Meinung kundtut, diese aufgezeichnet und gegen einen verwendet werden könnte... Wozu? Pressen sich Viren durch die Kabel oder das Funknetz? Wer oder was überwacht das und wo bleibt Meinungsfreiheit und Würde? Wer entscheidet denn, was Fake News sind und was nicht, wer regiert uns wirklich? Ich frage mich schon länger, wie lange es noch dauert, bis wir aufwachen und mündig werden.
Danke, dass es ein Medium gibt, das auch in unseren Breiten Raum für ALLE Meinungen gibt. So sollten Medien sein - anregend, beleuchtend, realistisch und frei.

Sa., 04.04.2020 - 08:38 Permalink
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gorgias Sa., 04.04.2020 - 12:42

Antwort auf von Astrid Singer

>Endlich verschafft jemand dem mulmigen Gefühl, das mich schon so lange beschleicht, eine Stimme.<

Dass man in dieser Situation auch ein mulmiges Gefühl haben kann ist durchaus verständlich. Doch wer mit diesem nicht mit klarem Verstand umgeht interpretiert alles mögliche hinein.

>Denn wozu braucht es Militärgewalt, wenn Menschen sowieso zu Hause bleiben und die Straßen leer sind, wenn die Polizei sonst nicht mehr viel tun muss, außer Verstoßende zurechtzuweisen.<

Für umgehende Kontrollen reicht die Polizei bei weitem nicht aus. Übrigens wieso glauben sie zu wissen, dass die Polizei sonst nicht mehr viel zu tun hat?

>Warum ist man auf einmal ein Straftäter, dem bis zu 5 Jahre (!) Haft drohen, wenn man sich nicht genauestens an die Anordnungen hält,<
Wer einen Strafbestand erfüllt ist ein Straftäter. Wird ein neuer Strafbestand eingeführt und man erfüllt ihn ist man eben einer.

>wo doch die Fallzählung und Anderes ganz offensichtlich unwissenschaftlich erfolgt?<
Die Fallzählung ist nicht unwissenschaftlich. Man muss verstehen um was es sich handelt. Es sind die bestätigten Fälle. Aus diesen kann man durchaus Trendentwicklungen schließen. Des weiteren ist eben vorsicht geboten, bis man das Virus besser kennt und eine repräsentative Testung durchführen kann. Die Testkapazitäten sind im moment leider limitiert.

> Wenn man keinen unterschriebenen Passierschein mit sich trägt, den zu verstehen man langsam ein Jurist sein müsste...was unterschreibe ich da genau?<
Es handelt sich um keinen Passierschein, sondern um eine Eigenerklärung und diese sollte man nicht schon vorher unterschrieben haben, da man diese erst zum Zeitpunkt der Kontrolle mit Ort und Zeitangabe unterschreiben muss. Außerdem ist es notwendig diese vor dem kontrollierenden Ordnungshüter zu unterschreiben, um diese Beglaubigen zu lassen, sofern man keine Kopie des in der Eigenenerklärung angegebenen Dokument zur Personenidentifikation anhängt.

>Wozu wird man zu digitaler Kommunikation und Arbeit gezwungen<
Wenn Sie von zu Hause aus arbeiten können als alternative zum nichtarbeiten ist das durchaus gerechtfertigt.

>und diese wird auf einmal ganz legal und offiziell überwacht?<
Warum sollte das überwacht werden? Die Gesetze die das Arbeitsverhältnis regeln sind die selben geblieben. Diese Frage hätten Sie sich auch stellen können, wenn Sie am Arbeitsplatz einen Computer verwenden und die Antowort ist die selbe: Nein.

>Es wird angedroht, dass, wenn man auf digitalem Wege seine Meinung kundtut, diese aufgezeichnet und gegen einen verwendet werden könnte...<
Können Sie nicht konkreter sein wer "Es" sein soll und wo das passiert sein soll. Nichtdestsotrotz stellen gewisse Meinungsäußerungen Strafbestände dar, wie Personenbeleidigungen, üble Nachrede und Gewaltandrohung. Das war und ist straffällig ob sie das auf analogen oder auf digitalem Wege vollbringen.

>Wozu? Pressen sich Viren durch die Kabel oder das Funknetz? Wer oder was überwacht das und wo bleibt Meinungsfreiheit und Würde? Wer entscheidet denn, was Fake News sind und was nicht, wer regiert uns wirklich? Ich frage mich schon länger, wie lange es noch dauert, bis wir aufwachen und mündig werden.<
Ehrlich gesagt frage ich mich inwieweit Sie mündig genug sind sich des eigenen Verstandes zu bedienen. Bis jetzt habe ich keinen klaren Gedanken von Ihnen mitbekommen.

>Danke, dass es ein Medium gibt, das auch in unseren Breiten Raum für ALLE Meinungen gibt. So sollten Medien sein - anregend, beleuchtend, realistisch und frei.<
Erstens müssen nicht alle Meiden für ALLE Meinungen frei sein. Redaktionelle Medien vertreten eine Blattlinie und man hat kein Recht darauf dass sein Brief in der Leserbriefecke veröffentlicht wird. Zweitens wenn Sie das Bedürfnis haben Ihre Meinung zu äußern können Sie sich ein Blog schreiben.

Sa., 04.04.2020 - 12:42 Permalink
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gorgias So., 05.04.2020 - 10:23

Antwort auf von Astrid Singer

Ja dann nochmals:
>Es wird angedroht, dass, wenn man auf digitalem Wege seine Meinung kundtut, diese aufgezeichnet und gegen einen verwendet werden könnte...<

Das ist wage und unkonkret. Und fühlt sich diffus und paranoid an. Ja bitte was ist da konkret gemeint? Haben Sie Angst Ihre "Meinung" zu äußern?

>Warum ist man auf einmal ein Straftäter, dem bis zu 5 Jahre (!) Haft drohen, wenn man sich nicht genauestens an die Anordnungen hält,<
Und jemand der positiv getestet wurde oder ein Corona-Verdachtsfall ist, soll nach eigenem Ermessen entscheiden ob er sich an die Quarantäne hält oder weil es ihm zu umständlich ist selbst einkaufen geht und riskiert andere zu infizieren?

So., 05.04.2020 - 10:23 Permalink
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David Giraldoni Mi., 08.04.2020 - 14:45

Antwort auf von gorgias

Die letzte Frage würde ich mit JA beantworten, da wird das die letzten Jahre auch immer so gemacht haben ohne eingesperrt zu werden und ohne, dass die Wirtschaft an die Wand gefahren wurde.
Gehen sie etwa aus dem Haus? Haben sie einen (täglichen) Negativtest? Oder haben sie übersehen, dass ein Großteil der "positiv getesteten" gar keine Symptome haben.

Mi., 08.04.2020 - 14:45 Permalink
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David Giraldoni Mi., 08.04.2020 - 13:03

Antwort auf von Peter Gasser

Sagt Ihnen der Begriff "Relotiuspresse" etwas? Nein, dann schlafen sie weiter und lassen sie sich von Geschichtenerzählern berieseln.
Ich glaube, dass die Menschen, die Angst haben und nicht selber denken, weiterhin das Recht haben in Quarantäne zu bleiben.

Mi., 08.04.2020 - 13:03 Permalink
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simon tinkhauser Sa., 04.04.2020 - 10:18

Sehr guter Beitrag.
Es ist trotz des gesundheitlichen Notstandes (immerhin sind offiziell 0,3% der Südtiroler Bevölkerung infiziert), beängstigend, wenn Militärhubschrauber täglich über den Dörfern (Etschtal) kreisen um die Bevölkerung einzuschüchtern...nach dem Motto.."big brother is watching you"..was soll das??
Noch beängstigender (oder beschämender) ist es, wenn jemand wie der Eppaner Gemeindepolizist die 200m einfach als Maßstab für seine Kontrollen in Bezug auf die Ausgangsbeschränkungen her nimmt. In einem TV Interview hat er dann allen Ernstes noch bekräftigt, dass gestraft werde und wenn Bürger sich ungerecht behandelt fühlen sollten, sie halt den Rechtsweg beschreiten sollen....Gute Nacht, von wegen Dein Freund und Helfer......

Sa., 04.04.2020 - 10:18 Permalink