„Nein“ zur Remigrations-Demo
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Die anstehende neofaschistische Demonstration in Bozen – die für den 28. Februar auf dem Siegesplatz vorgesehen ist – löst in der Südtiroler Politik teilweise stark abweisende Reaktionen aus. Heute meldet sich auch der sozialpolitische Flügel der SVP in der Causa zu Wort. Die Soziale Mitte fordert die zuständigen Behörden dazu auf, die geplante Demonstration sorgfältig zu prüfen und gegebenenfalls zu untersagen.
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Veranstaltungsverbot sei angebracht
„Wer von ‚Rückeroberung‘ spricht, meint nicht Zusammenhalt, sondern Ausgrenzung. Solche Begriffe stammen aus einem ideologischen Vokabular, das mit den Werten unserer Demokratie unvereinbar ist“, erklärt die Vorsitzende der Sozialen Mitte der SVP, Gabi Morandell. „Es ist unsere politische Verantwortung, klar Haltung zu zeigen. Südtirol darf kein Schauplatz für rechtsextreme Inszenierungen werden, auch nicht unter dem Vorwand einer Gesetzesinitiative.“
Besonders bedenklich sei laut der Sozialen Mitte der SVP, dass die Initiative und die Mobilisierung zur Demonstration im Umfeld rechtsextremer Gruppierungen wie CasaPound stattfinden. Wenn die Gefahr bestehen sollte, dass extremistische Inhalte verbreitet oder Grundwerte unserer Verfassung infrage gestellt werden, sei ein Verbot der Veranstaltung angebracht.
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Auch Julia Unterberger (SVP), Vorsitzende der Autonomiegruppe im Senat hatte bereits gefordert, die angekündigte Demonstration zur Förderung der sogenannten ‚Remigration‘ zu verbieten. Ebenso kritisch sieht ihre Grüne Senatskollegin Aurora Floridia die Angelegenheit: „Die ‚Remigration‘ ist in Wirklichkeit ein Projekt der ethnischen Deportation: eine abwegige Idee, die an die schlimmsten Alpträume des letzten Jahrhunderts erinnert. Ebenso gravierend ist, dass eine Demonstration zur Förderung dieser wahnwitzigen Ideen in einer Provinz stattfindet, die einen hohen Preis für den Faschismus bezahlt hat. Ein regelrechter Affront gegen das Andenken Südtirols, gegen seine Wunden, seine Trauer“.
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Politiker bei Gegendemonstration?
Bereits mehrere Politiker haben angekündigt, bei einer friedlichen Gegendemonstration der Antifa Meran am 28. Februar teilzunehmen, darunter Landeshauptmann Arno Kompatscher – der in der Wochenzeitung ff verlautbart hat, dass er möglicherweise an der Antifa-Kundgebung als „Opa gegen Rechts“ teilnehmen werde – und Senatorin Aurora Floridia. Diesem Vorhaben schließt sich nun auch die Soziale Mitte an, denn Südtirol stehe für Respekt, Rechtsstaatlichkeit und ein solidarisches Miteinander: „Ein sichtbares Zeichen für Vielfalt, Respekt und Zusammenhalt ist in dieser Situation wichtiger denn je“, so Morandell.
Rudi Benedikter von den Bozner Grünen fordert Landeshauptmann Kompatscher zum Verbot der Kundgebung auf, anstatt lediglich bei der Gegendemonstration teilzunehmen: Demonstrieren sei Sache der Zivilgesellschaft. Kompatscher habe laut Benedikter „die amtliche und politische Pflicht und auch die Macht, vom Quästor ein Verbot dieser Demonstration einzufordern“. Nach italienischem Recht könne nämlich bei begründetem Verdacht der Verletzung der öffentlichen Sicherheit eine öffentliche Versammlung (pubblica riunione) verboten werden. Das belegen laut Benedikter auch Präzedenzfälle, wie das Verbot einer „nationalen“ Kundgebung von CasaPound 2022 in Rom durch die Quästur.
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Der Vize-Landeshauptmann Marco Galateo (Fratelli d’Italia) hingegen, kritisiert jene SVP-Vertreterinnen und Vertreter, die angekündigt haben, an der antifaschistischen Gegendemonstration teilnehmen zu wollen. Ein Dorn im Auge ist Galateo insbesondere die Beteiligung der Sozialen Mitte der SVP und des Landeshauptmanns Arno Kompatscher. Laut dem Fratelli-d’Italia-Politiker würde die Anwesenheit institutioneller Vertreter bei einer Gegendemonstration „ein ziemlich unangemessenes politisches Signal“ („un segnale politico alquanto inopportuno“) darstellen. Galateo präzisiert außerdem, dass die Initiative vom 28. Februar nichts mit Fratelli d’Italia zu tun habe und distanziert sich von den Organisatoren der Veranstaltung.
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In einer Demokratie gewinnt…
In einer Demokratie gewinnt man, indem man seine Mitbürger überzeugt, nicht indem man andere Meinungen unterdrückt.
Die Landtagsabgeordneten, die sich gegen diese Demonstration aussprechen, verletzen den Eid auf die Verfassung, den sie geleistet haben! Solche Politiker, die nicht an die Demokratie glauben, gehören nicht in den Landtag.
Antwort auf In einer Demokratie gewinnt… von tiago
also auch nicht, indem man…
also auch nicht, indem man Leute deportiert.
Antwort auf also auch nicht, indem man… von Ceterum Censeo
Wenn eine Mehrheit der…
Wenn eine Mehrheit der Staatsbürger die Deportation von Nicht-Staatsbürgern befürwortet und dies im Einklang mit Verfassung und Menschenrechten geschieht, ist das ein Sieg der Demokratie. Wenn die Mehrheit dies nicht will und entsprechend keine Abschiebungen stattfinden, ist auch das ein Sieg der Demokratie. Es ist jedoch kein Sieg der Demokratie, wenn Landtagsabgeordnete ihren Eid brechen und versuchen, andere an der Ausübung ihrer verfassungsrechtlich geschützten Rechte zu hindern.
Antwort auf Wenn eine Mehrheit der… von tiago
„dies im Einklang mit…
„dies im Einklang mit Verfassung und Menschenrechten geschieht,“
Genau dies geschieht nicht, da sprechen alle Menschenrechte und Verfassungen dagegen.
„die Deportation“ weih weih weih, der Karren lag schon deswegen ganz tief im Dreck und Morast und kaum ist diese Generation nicht mehr zugegen kommen die ganzen Nationalsozialisten hier wieder aus den Löchern.
„Nicht-Staatsbürgern“ Nur so nebenbei, ohne dies sogenannten „Nicht“ läuft hier in Europa „nichts“ mehr.
Antwort auf „dies im Einklang mit… von Stefan S
Könnten Sie bitte etwas…
Könnten Sie bitte etwas präziser sein? Menschenrechte schützen das Recht auf Asyl, aber meines Wissens gibt es kein Menschenrecht auf illegale Einwanderung oder den Aufenthalt in einem Land, in dem man kein Staatsbürger ist.
Antwort auf Könnten Sie bitte etwas… von tiago
Und schon wieder dieser…
Und schon wieder dieser Blödsinn. Sie wurden schon mehrmals auf Ihre Fehlschlüsse und das vollkommene Fehlen juristischen Verständnisses hingewiesen, aber Sie machen munter weiter.
Antwort auf Und schon wieder dieser… von Manfred Klotz
Diesen Kommentar muss ich…
Diesen Kommentar muss ich einrahmen lassen. Aber na ja, wenn es bei mir ein „vollkommenes Fehlen juristischen Verständnisses“ gibt und meine Ansicht falsch ist, warum machen die Gegner dieser Gesetzesinitiative dann so einen Lärm? Wenn es verfassungswidrig ist, wird es doch eh vom Verfassungsgerichtshof abgeschossen.
Antwort auf Könnten Sie bitte etwas… von tiago
Ihre Nachfrage nach…
Ihre Nachfrage nach Präzisieung sollten Sie sich unbedingt zu eigen machen und nicht mit solchen Verallgemeinerungen wie „die Deportation von Nicht-Staatsbürgern“ noch befeuern. Informieren Sie sich über das Aufenthaltsrecht
Antwort auf Ihre Nachfrage nach… von Stefan S
Könnten Sie das präzisieren?…
Könnten Sie das präzisieren? Das Aufenthaltsrecht wird auf Gesetzesebene geregelt und kann durch ein neues Gesetz ersetzt werden. Eine Gesetzesinitiative würde ein solches neues Gesetz schaffen.
Antwort auf Wenn eine Mehrheit der… von tiago
Deportation steht nicht im…
Deportation steht nicht im Einklang mit dem Menschenrechten.
Antwort auf Deportation steht nicht im… von Ceterum Censeo
Könnten Sie bitte etwas…
Könnten Sie bitte etwas präziser sein? Menschenrechte schützen das Recht auf Asyl, aber meines Wissens gibt es kein Menschenrecht auf illegale Einwanderung oder den Aufenthalt in einem Land, in dem man kein Staatsbürger ist.
Antwort auf In einer Demokratie gewinnt… von tiago
Lieber Tiago, die freie…
Lieber Tiago,
die freie Meinungsäußerung endet dort, wo für illegale und inhumane Schreckenstaten plädiert wird.
Antwort auf Lieber Tiago, die freie… von Gabriel Fidenti
Und wo genau wird dafür…
Und wo genau wird dafür plädiert? In der Gesetzesinitiative zur Remigration kann ich dazu nichts finden.
Antwort auf Lieber Tiago, die freie… von Gabriel Fidenti
Ich weiß jetzt nicht was das…
Ich weiß jetzt nicht was das für „inhumane Schreckenstaten!?“ sind wenn Abschiebepflichtige die 1. mithilfe mafiösen Organisationen eingereist sind und denen 2. laut durchgeführtem Verfahren KEIN Aufenthaltsrecht zugestanden wurde, wenn diese das Land verlassen müssen.
Doch wohl das Normalste und laut Gesetz so vorgesehen.
Wenn der Staat dem offensichtlich nicht nachkommt, dann wird es doch erlaubt sein den Staat am seine eigenen Gesetze zu erinnern.
Oder dürfen Sie in Australien oder Kanada oder wo auch immer ohne Aufenthaltsgenehmigung im Land bleiben?
Antwort auf In einer Demokratie gewinnt… von tiago
Das stimmt so pauschal nicht…
Das stimmt so pauschal nicht. Wenn „Meinungen“ gesetzlich verboten sind, dann MUSS man dafür sorgen, dass sie nicht ausgedrückt werden.Das Scelba-Gesetz und das Mancino-Gesetz zeigen das eindrücklich.
Es stimmt aber, dass es in diesem Fall besser gewesen wäre der gegenteiligen Haltung extrem Nachdruck zu verleihen statt auf ein Demonstrationsverbot hinzuwirken, das es den Einbringern des Gesetzesentwurfs nur erlauben würde in die Opferrolle zu schlüpfen und diese auszunutzen. Wie die Bevölkerung darauf reagiert hat sich eben schon bei der Umbenennung des Siegesplatzes in Friedensplatz gezeigt.
"Ohne MIGRANTEN würde das -h…
"Ohne MIGRANTEN würde das -h e i ß - g e l o b t e- für MIGRANTEN -g i f t i g e- SÜDTIROL zusammen brechen!
Leider z w i n g e n- die Auswirkungen der KLIMA-KRISE, die perversen BEFEHLE + Handlungen KRIEGs-lüsterner Potentaten, sowie die AUSSICHTs-LOSIGKEIT in Ländern mit un-fähigen auch korrupten Regierungen, ihr Vaterland zu verlassen + in Ländern die Migranten verachten, eine Arbeit zu finden die schlecht bezahlt wird + sehr oft weit unter dem Ausbildungs-Stand ist!
Im vergangenen Jahrhundert…
Im vergangenen Jahrhundert hat es einen abwegigen Schwurbler gegeben, der von der BESONDERHEIT einer MENSCHEN-RASSE geträumt -, mit seinem verrückten DÜNKEL den 2. Weltkrieg angeschoben -, der sehr viele Tote + Verwundete - + dabei über 6 Mill. Menschen grausam ermordet - + zum viel zu späten SCHLUSS sich feig aus der VERANTWORTUNG -g e s t o h l e n - h a t-!
@mehrfach accountler:…
@mehrfach accountler:
Unterberger attackiert LH-Stellvertreter: „Unangebracht sind Galateos Worte“ https://share.google/pqgu0CKwJcQ5DOi40
„Unterberger wirft Galateo vor, den Gesetzesvorschlag zur sogenannten Remigration entweder nicht gelesen oder dessen Tragweite verkannt zu haben. Ziel sei “die Ausweisung aller Ausländerinnen und Ausländer, auch von Personen mit gültiger Aufenthaltserlaubnis oder inzwischen erworbener Staatsbürgerschaft".
Zugleich sollten Nachfahren italienischer Staatsbürger zur Rückkehr bewegt und die Geburtenrate der italienischen Bevölkerung angekurbelt werden. „Es geht keineswegs um eine effizientere Steuerung von Migration“, so Unterberger, „sondern um die Einführung von Bürgerinnen und Bürgern erster und zweiter Klasse – auf Grundlage ethnischer und rassistischer Kriterien.“
Antwort auf @mehrfach accountler:… von Herta Abram
...das ist ja genau das was…
...das ist ja genau das was Sie wollen...
Gratulation@