Politik | Jugendhaushalt

Die „Turbo“-Jugend

Vor Weihnachten ging die Homepage zum Projekt Jugendhaushalt online. In 15 Südtiroler Gemeinden nimmt das Beteiligungsprojekt „Turbo - der Jugendhaushalt“ fahrt auf.
Jugendhaushalt
Foto: LPA
  • Das Projekt Jugendhaushalt scheint auf dem Vormarsch zu sein. Das Projekt soll jungen Menschen reale Mitgestaltung ermöglichen, indem es ihnen die Entscheidungsmacht über die Realisierung von Projekten in ihren Heimatgemeinden verleiht. Heute wurde die Umsetzungsphase des Projekts, unter dem neuen Namen „Turbo - der Jugendhaushalt“ von Projektleiter Florian Pallua, Landesrat Philipp Achammer sowie von Justin Lang und Anna Maria Gamper Vize-Präsidentin und Präsident vom Jugendbeirat der Gemeinde Algund, vorgestellt. Einen Tag vor Heiligabend ging die Homepage für das Beteiligungsprojekt online, auf der nun bis 28. Februar Ideen eingereicht werden können. Die Herausforderung bestehe jedoch noch, das Projekt Jugendhaushalt den Menschen näherzubringen.

  • Jugendhaushalt: Entscheiden, welche Projekte umgesetzt werden. Junge Menschen sollen lernen, ihre Heimatgemeinden als partizipative und demokratische Umfelder wahrzunehmen. Foto: DO/SALTO
  • Gemeinden im „Turbo“-Modus – die Jugend entscheidet!

    Gerade in Zeiten, in denen die Wahlbeteiligung im freien Fall ist und viele Menschen das Gefühl haben, politisch nichts bewirken zu können, sei es entscheidend zu zeigen, betont Philipp Achammer, „dass jede Stimme zählt. Das beginnt auf kommunaler Ebene, dem Keim der Demokratie“. 

    Kern des Projekts ist ein eigenes Budget von bis zu 50.000 Euro pro Gemeinde, über dessen Verwendung ausschließlich junge Menschen im Alter von 14 bis 25 Jahren entscheiden. Die Ideen können allerdings von allen – Erwachsenen, Jugendlichen, Vereinen, Organisationen, etc. – eingebracht werden. 

    Ziel sei es nicht nur, den jungen Menschen politische Teilhabe und Gestaltungsmöglichkeiten zu ermöglichen, sondern auch die Konsequenzen von Entscheidungen sichtbar zu machen. So sollen sie in die Umsetzungsprozesse miteinbezogen werden und tiefergehende Einblicke in rechtliche Fragen sowie in Fragen der finanziellen Machbarkeit erhalten, erklärt Florian Pallua Koordinator der Fachstelle Jugend des Forum Prävention.

     

    „Wichtig ist, dass die Jugend einfach gerne im Dorf ist.“

     

    Seit 23. Dezember ist sind die italienische und die deutsche Version der Plattform zum Jugendhaushalt online, über die bis zum 28. Februar Ideen eingereicht werden können. Bewusst niedrigschwellig, erklärt Pallua. „Lange Formulare schrecken ab“, also sind lediglich Kontaktdaten und eine kurze Beschreibung der Idee gefragt. Dabei werden für die eingereichten Ideen hohe Verwaltungsaufwände vonseiten des Projektteams betrieben: Jede eingereichte Idee werde begleitet, gemeinsam weiterentwickelt und auf Umsetzbarkeit geprüft. Dieser Prozess sei zentral, um politisches und organisatorisches Wissen zu vermitteln und Frustration zu vermeiden, wie Pallua schildert.

    Welche Chancen der Jugendhaushalt eröffnet, schilderten Justin Lang und Anna Maria Gamper vom Jugendbeirat der Gemeinde Algund. Für sie sei das Projekt eine „tolle Chance für junge Menschen, um in der Gemeindepolitik etwas zu bewirken“. Die größte Herausforderung liege nun darin, möglichst viele junge Menschen zu erreichen und zur Einreichung von Ideen zu motivieren – etwa über soziale Medien, Infoveranstaltungen oder persönliche Ansprache.

    Die beiden haben auch selbst schon Vorstellungen, welche Ideen für die Algunder Jugend relevant sein könnten: „Wichtig ist, dass die Jugend einfach gerne im Dorf ist. Für die Jugend ist das Nachtleben sehr wichtig. Um nicht irgendwo in die Stadt gehen zu müssen, könnten vielleicht eine Reihe von Pop-Up-Clubs eine Idee sein“. Für die Gemeinde Ritten findet sich auch bereits eine erste Idee auf der Website: Trampolinflächen nahe der Sportzone. Auch in der Gemeinde Eppan wird bereits die Idee der „Eppan comedy nights“ vorgelegt.