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Nach dem scheinbaren AUS von Salto_Music

Wir alle sind für das AUS von Salto-Music mitverantwortlich. Es liegt auch an uns, unserem Verhalten und unserem Einsatz. Meine Gedanken und Anregungen dazu:
Hinweis: Dieser Artikel ist ein Beitrag der Community und spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung der SALTO-Redaktion wider.
Salto_Music soll Leben.
Foto: kmr
  • Für die Kultur ist auch Nische wichtig!

    SALTO-MUSIC

    Ich darf vorausschicken, dass ich die reellen Gründe für das AUS von Salto-Music nicht kenne und auch keinen Einblick in die „Innereien“ von Salto habe.
    Es geht aber wahrscheinlich ums GELD. Salto ist ein unabhängiges, und darum auch schwer finanzierbares Onlinemedium. Salto knabbert wohl seit Jahren an der finanziellen Existenzgrenze und kommt nur aufgrund von engagierten Eigentümern, Investoren und Mitarbeitern bzw. der Leserschaft vielleicht knapp an die Rentabilitätsgrenze. Und die Eigentümer-Gesellschaft ist nicht die Caritas. 
    Salto-Music wurde damals ziemlich wohlwollend ins Leben gerufen und Salto-Intern auch gefördert und gepusht … mit eigenem Label (Music) und direkt abrufbar. 
    Inhaltlich gefüllt haben es Reinhold Giovanett und Eva Reichegger … mit Herzblut, Expertise, viel Einsatz und Engagement, wie sie es vorher auch in der „Neue Südtiroler Tageszeitung“ -Rubrik „Headliner“ getan haben. Die Einstellung dort dürfte ähnlich begründet sein wie jetzt bei Salto. KOSTEN > RENTABILITÄT!
    Ich möchte hier auch gar nicht weiter ausführen, dass so eine Rubrik gewissermaßen extrem wichtig für die Musikszene ist. Speziell für jenen Sektor den Giovanett und Reichegger seit jeher aus der Finsternis holen. Es sind oft Projekte, Künstler oder Musikgruppen die sonst unter dem Radar fliegen und es nicht an die Öffentlichkeit schaffen; Sub-Kultur, Alternativ-Kultur, … ja freilich auch „Nische“. Aktuell findet diese Szene nur mehr bei Rai-Südtirol in der Sendung „Radio Freier Fall“ (Giovanett + Leitner) „Gehör“. 
    Fakt ist zudem, dass es seit der Einstellung von Salto-Music keine speziellen Rubriken für die „Musikszene Südtirol“ mehr gibt. Ich selbst habe über 30 Jahre lang für das Haus Athesia die Musikseite der „Zett“ und später die Musikseite im „Dolomiten Magazin“ betreut. (Gibt es alles nicht mehr). Bei letzterer aber nur mehr Album-Vorstellungen von Südtiroler MusikerInnen, die nur einen kleinen Teil der ganzen Seite ausmachten. Außerdem habe ich auch das Onlineportal des Music & Cultur Clubs (MCC) „Szene.it“ bespielt und mit Inhalten gefüllt. Was ich damit sagen möchte. Das alles ist nicht „nebenher“ oder „nebenbei“ machbar. Die Ehrenamtlichkeit bzw. sogar eigene Kosten (szene.it) hat irgendwo auch seine Grenzen, und die Honorare für Beiträge (52 Mal im Jahr pünktlich zu Redaktionsschluss) sind ebenso als eher bescheiden einzustufen. Trotzdem, es hat immer auch Spaß gemacht und ich konnte es mir leisten. 
    Was will ich sagen: Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass hier unglaublich viel Zeit draufgeht, hohes Engagement, Erfahrung und Wissen erforderlich ist. Es ist aufwändig! Und verursacht somit Kosten & Spesen. Sowas geht nicht ehrenamtlich. Neben den Beitrags-Honoraren fallen für den „Herausgeber“ zudem wohl auch Systemkosten an. 

    Und nun zum PUNKT. 
    Auf Facebook und vielen anderen Social-Media-Kanälen wird das AUS von Salto-Music stark thematisiert und bedauert. Einige wenige haben sich die Mühe gemacht mehr als 10 Zeilen zu schreiben, viele haben einen 2-zeiligen Post hinausgelassen und noch viele mehr haben mit einem „Schade“ kommentiert oder ein Danke an Reinhold und Eva ausgesprochen. GUT, ABER …
    Dann habe ich mir gedacht: Liebe Menschen, wenn Euch Salto-Music so viel Wert ist oder wenn ihr die Arbeit von Giovanett und Reichegger so sehr schätzt … oder sogar versteht, dass so etwas wichtig für die Alternativ-Kultur in Südtirol ist … ja dann ist etwas mehr nötig als ein gehobener Daumen 👍  oder ein 🙏 (danke).     
    NEIN, das war kein WUMMMMS oder BUMMMS … und schon gar kein Gewitter. 

    Salto-Music hat aus meiner Sicht eine Chance, wenn:
    - mit der Geschäftsführung über einen Neustart, vielleicht mit neuem Konzept (breiter aufgestellt – Nische + Mainstream / oder auch mehr Beteiligung = Community) gesprochen würde. 
    - alle Beileids- und Mitleids-BekunderInnen ein Abo abschließen würden. 1€ pro Monat für StudentInnen oder 5€ pro Monat für Normalbürger, Vereine, Verbände, Jugendclubs … (12€ bzw. 60€ / Jahr). 
    - Salto-Music von mehr „Usern“ gelesen würde. Heißt eben, dass man öfter Mal reinklickt und nicht nur ein Mal im Jahr, wenn über das eigene Projekt geschrieben wird.
    - die Salto-Music-Beiträge empfohlen, weitergeleitet, geliket und kommentiert würden. Bzw. über andere Social-Media-Kanäle verbreitet würden.
    - Musik- und Kulturinstitutionen, Veranstalter, Produzenten, Lokale, Pub´s, … ja warum nicht auch Bands & MusikerInnen im schlichten Rahmen … Werbung auf Salto-Music schalten würden. 
    - das Saltomusic-AUS noch mehr thematisiert würde, die Aufmerksamkeit erhöht würde und sich vielleicht die Politik einbringt oder ein Mäzen einspringt. 
    - und einiges mehr !!! 
    * weitere Ideen sind über die Kommentarfunktion möglich und wahrscheinlich sogar sinnvoll und zielführend. 

    Den Herausgebern geht es um Sichtbarkeit, Klicks, Feedback. Nur damit lässt sich Werbung verkaufen. Nur mit Abo´s und Inserenten sind die Systemkosten finanzierbar. 
    SO EINFACH IST DAS! 
    „Demos 2.0 Gen/Soc.coop“ - so nennt sich die Genossenschaft welche Salto betreibt – wird mit Salto-Music nichts verdienen müssen (macht sie auch sonst nicht), aber sie kann auf Dauer wohl auch nicht „Rote“ schreiben. 

    Schuld am AUS ist somit aus meiner Sicht auch nicht „Demos 2.0“ sondern eigentlich wir. Weil wir einiges vom oben genannten unterlassen haben.