Ein leichtfüßiger Reisender
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Im Sitz der Fondazione Alexander Langer Stiftung in Bozen wurde heute das Theaterstück „Forum Langer: eco di un viaggiatore leggero“ (Forum Langer: Echo eines leichtfüßigen Reisenden) vorgestellt. Die Uraufführung wird am kommenden Sonntag, den 22. Februar, um 18 Uhr im Stadttheater Sterzing stattfinden. Die zentrale Fragestellung dieser Aufführung lautet: Was waren die Botschaften von Alexander Langer und wie wirken diese noch heute?
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Wieso ein Theaterstück?
„Das Theater ist etwas, das Fragen aufwirft, zum Nachdenken anregt und Ideen wie Personen lebendig hält und sie immer wieder neu ins Bewusstsein ruft“, meint Nazario Zambaldi, Produzent von Seite des Teatro Pratiko. Durch den Titel „Forum“ wird das Theater als Ort offener Fragen und des Zusammenlebens mit unterschiedlichen Sichtweisen interpretiert, ganz im Geiste von Alexander Langer.
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Zur Person
Diesen Februar wäre Alexander Langer 80 Jahre alt geworden. Zu Lebzeiten hat sich der Südtiroler Politiker und Aktivist für ökologische Verantwortung, Dialog und das Zusammenleben unterschiedlicher Sprachgruppen eingesetzt. Langer gilt als Wegbereiter der grünen Partei in Italien und war Teil des Südtiroler Landtags als auch des EU-Parlaments. Er verstarb 1995.
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Das Stück ist multimedial aufgebaut: Die Texte Langers werden auf der Bühne von Alice Cottifogli, einer 25-jährigen Schauspielerin, rezitiert. Durch dieses Projekt hörte sie erstmals von Alexander Langer, dessen Botschaften laut eigener Aussage inzwischen Teil ihres Alltags geworden sind. Außerdem werden Schülerinnen und Schülern aus Sterzing, Meran, Rom und Reggio Emilia – welche sich mit den Thematiken Langers beschäftigt haben – in Videoform Teil des Stücks sein. Zusätzlich werden auch ehemalige Studentinnen und Studenten von Philosophieprofessor Langer aus den 70er-Jahren zu Wort kommen.
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Das Projekt – welches unter der Schirmherrschaft der Fondazione Alexander Langer Stiftung steht – schlug im Mai 2025 Wurzeln: Damals wurde es im Zuge des „Europatags“ mit deutsch- und italienischsprachigen Schulen vorgestellt. Konzeptuell lieferte Comizi d’amore von Pier Paolo Pasolini, ein Klassiker im Kanon des italienischen Autoren- und Dokumentarfilms, Inspiration. Ähnlich wie Pasolinis Film liegt der Fokus auf Dialogen: Die Interviews mit Schülerinnen und Schülern römischer Gymnasien, von Berufsschulen in Reggio Emilia, des Liceo Pascoli in Bozen und des staatlichen Schulzentrums in Sterzing wurden in Rahmen von schulischen Workshops geführt. Die Themen, mit denen die Jugendlichen konfrontiert wurden, waren „Europa stirbt und wird in Sarajevo neu geboren“ und „Die Erde auf Leihbasis“.
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Forum Langer
Das Forum Langer ist ein Projekt von Teatro Pratiko, einem von Nazario Zambaldi geleiteten Kulturverein. Das Projekt steht unter der künstlerischen Leitung von Zambaldi, Sabina Langer und Alessandro Argnani, dem Co-Direktor des Teatro delle Albe in Ravenna.
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„Eine Flamme entzünden“
Alessandro Argnani führt Regie bei der Koproduktion von Teatro Pratiko und Teatro delle Albe Ravenna. Er ist davon überzeugt, dass das Stück vor allem ein gutes Beispiel sein soll: „Es geht nicht darum, etwas zu lehren oder ein Leben didaktisch zu erklären. Vielmehr soll ein Impuls gesetzt, eine Flamme entzündet werden. Aus der Arbeit und aus der Inszenierung heraus kann das Publikum – nach der Aufführung – den Impuls aufnehmen und selbst weiterforschen: über Langers Denken, vor allem aber auch über die vielen Menschen, die ihn begleitet haben“, meint Argnani.
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Dieser Tage werden noch Bilder und Stimmen in Bosnien und Herzegowina eingefangen – in Sarajevo, Tuzla und Srebrenica. Alexander Langer war dem Land eng verbunden. Während des Bosnienkriegs engagierte er sich intensiv für Dialog und eine europäische Friedenspolitik. Für dieses Engagement verlieh ihm die Stadt Tuzla 1995 die Ehrenbürgerschaft.
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Ein Tag des Erinnerns: 22. Februar
Am 22. Februar Vormittag findet ebenfalls anlässlich des runden Geburtstages von Langer eine Veranstaltung der Sinistra/ die Linke Meran und der Grünen Stadtliste Meran in der Akademie Meran statt. Sie läuft von 9.30 bis 13.00 Uhr und steht unter dem Motto: „Frieden und Zusammenleben: wo stehen wir heute?“
Am selben Tag wird auch an die Geschwister Hans und Sophie Scholl gedacht, welche an an jenem Februartag 1943 von den Nationalsozialisten hingerichtet wurden. In Gedenken an die Mitstreiter der Weißen Rose findet in Bozen am Sonntag um 10.00 Uhr auf dem nach den Geschwistern Scholl benannten Platz an der Ecke zwischen der Rom- und der Triester Straße eine Gedenkfeier statt.
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