„Das war übergriffig“
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Jetzt S+ abonnierenSALTO: Herr Steger, wieso ist die SVP kurz vor dem Referendum von der Blockfreiheit abgewichen?
Dieter Steger: Das stimmt so nicht, denn als Volkspartei haben wir keine Position abgegeben, wie es in der Parteileitung schon viele Wochen vor dem Referendum einstimmig beschlossen worden war. Einzelne politischen Mandatare wie der Landeshauptmann und ich haben uns öffentlich geäußert, weil das Justizreferendum ein wichtiges Thema ist.
Trotzdem hat der Kammerabgeordnete Alessandro Urzì (Fratelli d’Italia) der SVP vorgeworfen, keine einheitliche Wahlempfehlung abzugeben…
Das war übergriffig. Wir sind als Partei unabhängig und lassen uns von keiner Seite sagen, was wir zu tun haben.
Der Hintergrund
Die Regierung von Giorgia Meloni (Fratelli d’Italia) hat eine Justizreform vorgeschlagen, über die am vergangenen Sonntag und Montag ein Verfassungsreferendum abgehalten wurde. Bei einer Stimmbeteiligung von knapp 59 Prozent haben 53,74 Prozent der italienischen Bevölkerung gegen die Reform gestimmt.
Hat dieser Vorfall einen Einfluss auf den Fortgang der Südtiroler Autonomiereform?
Nein, ich gehe nicht davon aus. Mir hat es leidgetan, dass in der öffentlichen Debatte sowohl in Südtirol und als auch auf nationaler Ebene alles politisiert worden ist. Am Ende war es die Frage, ob man für oder gegen die Regierung Meloni ist, ähnlich wie beim Referendum 2016 unter der Regierung Renzi (Matteo Renzi, ehemaliger Ministerpräsident des PD, Anm. d. Red.). Dabei wäre das Referendum ein wichtiges Instrument der Demokratie, aber die Möglichkeiten einer sachlichen Argumentation wurden leider nicht ausgeschöpft. Trotzdem bin ich froh, dass zumindest die Wahlbeteiligung bei diesem Referendum hoch war.
Zur Person
Dieter Steger ist seit dem Mai 2024 Obmann der Südtiroler Volkspartei (SVP). Der 61-Jährige ist in Bozen aufgewachsen und war vor seinem Mandat im italienischen Parlament Teil des Südtiroler Landtags. Der Kammerabgeordnete hat Rechtswissenschaften an den Universitäten Padua und Trient studiert.
Sie haben die Justizreform befürwortet, wie beurteilen Sie die Niederlage?
In einem Rechtssystem sollten Anklage, Verteidigung und Urteilsspruch klar getrennt werden, so wie es in allen westlichen Demokratien außer Griechenland der Fall ist.
Tatsächlich?
Ja, überall dort ist die Berufslaufbahn der Anwälte und Richter getrennt. Es ist irgendwo paradox, dass mit der Verfassungsreform ein königliches Dekret aus dem Jahr 1941 von Mussolini (Benito Mussolini, faschistischer Diktator, Anm. d. Red.) abgeschafft hätte werden sollen. Er wollte damit die Bürger unter Druck setzen. Die Mitte-Links-Regierung hat 1988 mit der Verfassungsreform einen ersten wichtigen Schritt für eine unabhängige Justiz gemacht. Auch die haben damals schon gesagt, was jetzt noch zu machen ist, ist die Trennung von Richter und Staatsanwaltschaft.
Die linke Opposition befürchtete, dass Meloni mit dem Referendum mehr Kontrolle über den Staatspräsidenten und über die Justiz bekommt.
Diese Gefahr sehe ich nicht, denn in ganz Europa funktioniert es so.
Also war das nur linker Populismus?
Nein, ich will jetzt nicht von Populismus reden. Aber natürlich hat man politische Ziele verfolgt.
„Aber weil jetzt gravierendere Themen zu behandeln sind, wird man wahrscheinlich schnell wieder zur Tagesordnung übergehen.“
Wenige Tage vor dem Referendum hat die Regierung Meloni die Benzinsteuer gesenkt. Ein Erpressungsversuch, der nicht funktioniert hat?
Nein, das hat überhaupt nichts miteinander zu tun. Ich glaube vielmehr, dass das ein richtiger Schritt war. Italien hat die Benzinsteuer schon gesenkt, Frankreich hat auch reagiert und Deutschland überlegt nun dasselbe zu tun, weil die Preise an der Zapfsäule bei ihnen in die Höhe schnellen. Jetzt müssen wir uns die wirklichen Probleme im Land anschauen, die hohen Energiepreise, die Löhne und auch die Konsequenzen der geopolitischen Lage. Man muss jetzt dringend schauen, wie man das Wirtschaftswachstum garantiert. Das sind die Sachen, die Bürger betreffen.
Wurde die Regierung Meloni durch die gescheiterte Justizreform geschwächt?
Es ist ohne Zweifel eine Niederlage. Aber weil jetzt gravierendere Themen zu behandeln sind, wird man wahrscheinlich schnell wieder zur Tagesordnung übergehen und die Auswirkungen des Abstimmungsergebnisses werden nicht groß sein.
Wenn die Väter der…
Wenn die Väter der Verfassung - alles andere als Faschisten - das System für Italien als gefährlich erachtet hätten, wäre es geändert worden.
Die Verfassungsänderung…
Die Verfassungsänderung ändert die Verfassung und kein Gesetz aus der Faschistenzeit.
Antwort auf Die Verfassungsänderung… von Ceterum Censeo
heißt das dass die Antwort…
heißt das dass die Antwort von steger eine falsche Behauptung war?
Antwort auf heißt das dass die Antwort… von Reisekrebschen
Logisch. Die italienische…
Logisch. Die italienische Verfassung besteht nicht aus königlichen Dekreten.
Antwort auf heißt das dass die Antwort… von Reisekrebschen
https://www…
https://www.gazzettaufficiale.it/eli/id/2025/10/30/25A05968/sg
Antwort auf https://www… von Ceterum Censeo
grazie :)
grazie :)
Eine Justiz muss unabhängig…
Eine Justiz muss unabhängig von der Politik sein. Dies war durch die mangelhaft gestaltete Reform nicht gewährleistet.
Isch die Meloni nitt a a…
Isch die Meloni nitt a a Relikt aus dem Faschismus??
Der Ausgang dieses…
Der Ausgang dieses Referendums war eindeutig ein politisches Zeichen gegen Meloni. Alles andere ist den Leuten wurscht! Die meisten verstehen ja sowieso nicht worum es geht. — Was den Rest Europas betrifft, simmt es was Steger sagt ...Zitat: „Diese Gefahr sehe ich nicht, denn in ganz Europa funktioniert es so.“ Tja, was das „Funktionieren“ angeht, wäre ich nicht o oberflächlich mit meinem Statement! Die Politik nimmt überall Einfluss auf den Ausgang gerichtlicher Verfahren, die das Machtgefüge angehen! — Der SVP geht es doch nur um das gute Verhältnis mit Meloni, weil sie sich dadurch eine Sonderbehandlung für Südtirol verspricht. — Südtirol ist durch die Autonomie nach dem Krieg zur reichsten Region Italiens geworden... leider auch zur selbstsüchtigsten!
„In einem Rechtssystem…
„In einem Rechtssystem sollten Anklage, Verteidigung und Urteilsspruch klar getrennt werden, so wie es in allen westlichen Demokratien außer Griechenland der Fall ist.“
Das ist halt auch ein längst widerlegter Schwachsinn, der von den Befürworter:innen in Umlauf gebracht worden war.
Antwort auf „In einem Rechtssystem… von pérvasion
erstaunlich, wieviele…
erstaunlich, wieviele falsche Behauptungen steger in einem kleinen Interview mit nur 8 Fragen zusammen bringt. :)
Antwort auf „In einem Rechtssystem… von pérvasion
Man darf da auch gerne noch…
Man darf da auch gerne noch mehr Butter bei de Fische geben.
Die Justizreform diente vor allem auch dazu ihre kriminellen Regierungsmitglieder in den Ämtern zu halten. Diese hat Sie jetzt mal eben fallen lassen. Ein Schelm wer Böses dabei denkt
"- Staatssekretär Andrea Delmastro (in einen Mafiaskandal verwickelt)
- Stabschefin des Justizministeriums, Giusi Bartolozzi (wegen „kontroverser Äußerungen“ während des Wahlkampfes zurückgetreten)
- Tourismusministerin Daniela Santanchè (wegen des Vorwurfs der Bilanzfälschung bei einem Verlagskonzern, dessen Eigentümerin sie einst war, vor Gericht gestellt)."
Antwort auf Man darf da auch gerne noch… von Stefan S
das ist doch alles nur…
das ist doch alles nur Zufall. :)
Ich hoffe, dass die obigen…
Ich hoffe, dass die obigen Kommentatoren Rechtswissenschaften studiert haben.
Antwort auf Ich hoffe, dass die obigen… von Josef Ruffa
Dafür braucht es keine…
Dafür braucht es keine Rechtswissenschaft
Wer lesen kann....
https://www.tagesschau.de/ausland/europa/italien-justizreform-meloni-10…
Antwort auf Dafür braucht es keine… von Stefan S
Und was hat dieser Artikel…
Und was hat dieser Artikel mit dem Referendum zu tun?
Antwort auf Und was hat dieser Artikel… von Manfred Gasser
Die Fragestellung kann ich…
Die Fragestellung kann ich nicht nachvollziehen. Gegenfrage. Welche Aussagen in dem Artikel hängen nicht mit dem Referendum zusammen?
Antwort auf Die Fragestellung kann ich… von Stefan S
Sie denken also, dass das…
Sie denken also, dass das Referendum initiiert wurde, um diese 3 Pappkameraden vor der Justiz zu retten? Und wenn ja, wie hätte das funktionieren sollen?
Was mich, und wahrscheinlich viele andere, am Referendum interessierte, und meine Abstimmungshaltung bestimmte, hat mit diesen Drei
gar nichts zu tun.
Ich habe z.B. vor dem Referendum mit meinem Nachbarn diskutiert, der Rechtswissenschaften studiert hat, habe mich auch anderweitig informiert, und bin zu meiner Entscheidung gekommen.
Und diese Entscheidung hatte wenig bis gar nichts mit der aktuellen politischen Lage zu tun, ich habe einfach für mich Pro und Contra abgewogen, und dann entschieden.
Antwort auf Sie denken also, dass das… von Manfred Gasser
Vielen Dank für die Antwort…
Vielen Dank für die Antwort.
Nein nicht nur für diese 3 offensichtlichen Pappnasen. Das sind „nur“ die Bauernopfer um von rechtsaußen wieder weiter in der Mitte vor den italienischen Wählern wahrgenommen zu werden.
Ich sehe das auch in einem anderen Kontext.
Meloni ist Berlusconis politische Ziehtochter und auch dieser versuchte schon die italienische Justiz zu diffamieren und zu beeinflussen.
Dieses setzt sich jetzt unter Meloni fort. Es gibt genügend Bild und Tonbeiträge von Meloni und Ihrem rechten Umfeld welche einem zu keinem anderen Schluss kommen lassen. 2 Bsp.
„Justizminister Carlo Nordio verglich das von der Verfassung vorgesehene Selbstverwaltungsorgan der Richter und Staatsanwälte mit einem “paramafiösen„ System, seine Kabinettschefin Giusi Bartolozzi sagte rundheraus, man müsse die “Richter aus dem Weg räumen„, sie seien ein “Exekutionskommando„. “
Außerdem ist Meloni nach wie vor mit windigen internationalen Rechtsaußen-Politikern unterwegs
"Seit sie in Rom regiert, hat sie sich in aller Stille zum ungarischen Premier auf Distanz gehalten. Zu schlecht ist der Ruf Orbáns in der EU, als dass sie seine Nähe suchte.
Im Januar aber trat sie in einem Werbespot auf, der Orbán bei den anstehenden Wahlen in Ungarn helfen soll. So wichtig ist ihr Orbáns Sieg dann doch. In dem Werbespot treten mit Meloni auf: Alice Weidel, Marine Le Pen, Benjamin Netanjahu, Matteo Salvini, Javier Milei."
https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-03/giorgia-meloni-italien-just…
Die Meinung bzw. der Artikel ist vom Südtiroler Ulrich Ladurner
„Geboren in Südtirol. Nach langen Aufenthalten in Rom, Wien und Zürich 1999 in Hamburg bei der ZEIT als Auslandsredakteur gelandet. Seit 1991 permanent mit Berichterstattung über Kriege und Krisen beschäftigt. Bosnien, Kosovo, Afghanistan, Pakistan, Iran, Irak, Libyen sind einige der Länder, aus denen ich berichtet habe. Autor zahlreicher Bücher.“
Das Italien eine Justizreform braucht ist unumstritten und wurde auch schon von der EU angemahnt aber das o.g. Verhalten deutet nicht auf eine Reform hin sondern auf Vereinnahmung der Justiz durch die Politik.
Steger und Urzi beide…
Steger und Urzi beide erbärmlich unglaubwürdig!!!
In einem von Politikern (…
In einem von Politikern (... nicht an den Maionetten-Fäden ängstlich baumelnden P...) vernünftig geführtem Land,
- bewegen sich die Bürger + die Wirtschaft im Rahmen der Gesetze, die von
den Politikern im Rahmen der Verfassung gemacht werden,
- die Medien wachen + berichten darüber,
- die Polizei + die Gerichte sorgen für die Einhaltung!