Gesellschaft | Jugendhaushalt TURBO

Ein Viertel der Jugendlichen stimmt ab

In mehreren Gemeinden übertrifft die Wahlbeteiligung beim TURBO-Jugendhaushaltsprojekt die Erwartungen, Spitzenreiter ist Schluderns mit über 40 Prozent. Die Vorstellung der Siegerprojekte erfolgt am 27. März im Waltherhaus in Bozen.
Jugendhaushalt
Foto: HL/unsplash
  • Während des vergangenen Wochenendes konnten junge Menschen in 15 Südtiroler Gemeinden erstmals direkt darüber entscheiden, wie öffentliche Gelder eingesetzt werden. Beim Projekt „TURBO-Jugendhaushalt“ stellten die teilnehmenden Gemeinden zwischen 30.000 und 60.000 Euro zur Verfügung. Insgesamt wurden im Vorfeld 370 Ideen eingereicht, über die die 14- bis 25-Jährigen online abstimmen konnten. 

    Auch wenn es eine beträchtliche Herausforderung war, die jungen Menschen zu erreichen, zeigt sich Florian Pallua von der Fachstelle Jugend im Forum Prävention und Koordinator des Projekts dennoch zufrieden. „Es gibt schon Tendenzen, dass sich junge Menschen teilweise zurückziehen. Gleichzeitig zeigt das Projekt: Wenn sie echte Möglichkeiten zur Mitbestimmung haben, machen sie auch mit“, so Pallua. Im Schnitt beteiligte sich jede und jeder vierte Teilnahmeberechtigte.

  • Festgelegte Ziele übertroffen

    Florian Pallua: „Das ist kein Endpunkt, sondern ein Startpunkt.“ Foto: Forum Prävention

    Ohne Referenzwerte sei die Bewertung der Daten zur Wahlbeteiligung schwierig, erklärt Pallua. Während in Schluderns über 40 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgaben, blieb die Beteiligung in Neumarkt mit gut 13 Prozent deutlich niedriger. Auch in Eppan (14,2 Prozent) und Kastelruth (18,1 Prozent) beteiligte sich nur ein kleiner Teil der Jugendlichen. Auf der anderen Seite erreichen mehrere Gemeinden bemerkenswert hohe Werte: Neben Schluderns liegen auch Olang (34,3 Prozent) und Gargazon (32,6 Prozent) klar über der 30-Prozent-Marke.

    Aussagekräftiger erscheint der Vergleich mit den Erwartungen der Gemeinden, die vom Organisationsteam im Vorfeld erhoben wurden. In Ritten etwa lag das angestrebte Niveau bei lediglich sieben Prozent – tatsächlich nahmen knapp 30 Prozent der Jugendlichen teil. Ähnlich in Kaltern, Terlan oder Welsberg-Taisten, wo die reale Beteiligung die gesetzten Ziele klar überstieg. Nur in wenigen Fällen, etwa in Kurtatsch oder Vahrn, blieb die Wahlbeteiligung hinter den ambitionierten Erwartungen zurück.

     

  • Wahlbeteiligung: Spitzenreiter ist Schluderns. Doch auch in Olang, Gargazon und Welsberg sticht die Beteiligung der jungen Menschen heraus. Foto: DO/SALTO
  • Für das Organisationsteam ist das Projekt ein Erfolg. „Es war eine superspannende Erfahrung“, so Florian Pallua. Gerade in einer Zeit, in der sich viele junge Menschen stark in digitalen Räumen bewegen, sei es wichtig gewesen, ein Instrument zu schaffen, das konkrete Mitbestimmung im eigenen Lebensumfeld ermöglicht. Eine der größten Herausforderungen sei es gewesen, die Zielgruppe überhaupt zu erreichen.

     

    „Eine große Chance, etwas Cooles in unserer Gemeinde umzusetzen“ 

     

    Dass das gelungen ist, zeigen auch Rückmeldungen von Jugendlichen aus den Gemeinden. „In meinem Freundeskreis wurde viel darüber gesprochen und diskutiert“, berichtet etwa die 16-jährige Nadine aus Kastelruth. Besonders wichtig sei für viele Jugendliche die Möglichkeit gewesen, selbst Entscheidungen zu treffen. Ähnlich sieht das die 16-jährige Sophie aus Schluderns: Es sei „eine große Chance, etwas Cooles in unserer Gemeinde umzusetzen“.

    Für Pallua ist das Projekt deshalb erst der Anfang. „Das ist kein Endpunkt, sondern ein Startpunkt. Jetzt haben wir erstmals Referenzwerte, an denen wir uns künftig orientieren können.“ Bereits im letzten Jahr hätten 35 Gemeinden und 5 Städte Interesse für die Teilnahme im Jahr 2026 signalisiert. Inzwischen seien neue interessierte Gemeinden hinzugekommen.

  • Tagung am Freitag 27. März

    Die Siegerprojekte werden im Rahmen einer Tagung zum Thema Jugend und Dorfentwicklung am Freitag, den 27. März, von 14 bis 18 Uhr im Waltherhaus in Bozen bekannt gegeben. Eingeladen sind Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Medien sowie alle, denen das Thema junge Menschen im Dorf ein Anliegen ist. Die Anmeldung erfolgt per E-Mail an: [email protected].