Münchner Kindl?
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Wer kennt es nicht, das Münchner Kindl. Eigentlich wird ja die Wappenfigur der bayerischen Landeshauptstadt als Münchner Kindl bezeichnet, doch die Figur wurde schon in den verschiedensten Kontexten dargestellt und verwendet. Aber noch nicht im Hinblick auf einen in Südtirol geborenen und aufgewachsenen Regisseur, der insbesondere wenn es um die Stadt München geht eine andauernde Glückssträhne zu haben scheint und nun sogar in der bayrischen Haupstadt für Glückstränen sorgte.
„Dabei verzichtet er auf Südtiroler Postkartenmotive, sondern zeigt eine Landschaft – rau, abgründig, faszinierend –, so wie seine Figuren…“
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In kleinerer Runde: Martin Rattini mit Michael Kofler und dem Hauptdarsteller Thomas Prenn. Außerdem auf dem Foto: die Produzentinnen von Starhaus Wasiliki Bleser und Nina Spilger. Foto: Oliver CabritVor knapp mehr als einem halben Jahr feierte der Film „Zweitland“ des Südtirolers Michael Kofler eine Festivalpremiere in München. Vor wenigen Tagen erfolgte eine zweite „Münchner Errungenschaft“: ein erster Preis – der Newcomer-Regiepreis – für seinen Debüt-Spielfilm „Zweitland“. Vielleicht weil – drittens – im Film auch die Kunstakademie München klug (und nur am Rande) ins Drehbuch eingebaut wurde? Wer weiß…
„Michael Kofler ist ein ‚Heimatfilm‘ gelungen, der in jeder Szene den Wert dieser Heimat und der dazugehörigen Identität hinterfragt. Dabei verzichtet er auf Südtiroler Postkartenmotive, sondern zeigt eine Landschaft – rau, abgründig, faszinierend –, so wie seine Figuren, die im Dilemma stecken zwischen Loyalität zur Familie und der Sehnsucht nach einer eigenen Identität“, heißt es in der Jurybegründung. Und am Ende: „Für ein Regiedebüt eine große, reife Leistung.“
...kraftvolles, authentisches Werk mit einem einfühlsam geführten Schauspiel-Ensemble...
In größerer Runde: Die erfolgreichen Filmschaffenden. Bei der Verleihung waren auch Renate Ranzi und Erwin Hinteregger für IDM anwesend. Die IDM-Filmförderung hatte "Zweitland" unterstützt. Foto: Oliver Cabrit„Wir haben die mehrstündige Gala mit zahlreichen Persönlichkeiten aus der Filmbranche in vollen Zügen genossen und waren tief bewegt von dieser bedeutenden Auszeichnung“, berichtet Martin Rattini, Ko-Produzent (Helios Sustainable Films) des in München ausgezeichneten Kinofilms. Rattini saß in festlichem Smoking mit seiner Frau Nela Märki im prachtvollen Prinzregententheater in München. „Zweitland ist derzeit in den deutschen Kinos zu sehen und feierte bereits im September einen äußerst erfolgreichen Kinostart in Österreich“, meint Rattini gegenüber SALTO. Besonders hervorzuheben seien aber auch die Verkaufszahlen zum Spielfilm in Südtirol, die sämtliche Erwartungen übertroffen hätten. „Wir sind überwältigt vom Zuspruch, den wir in Südtirol erfahren. Zweitland wurde hier bereits über 280-mal gezeigt und hat mehr als 12.000 Besucherinnen und Besucher ins Kino gebracht. In den Filmclubs gilt er als der meistgesehene Film des vergangenen Jahres. Darüber hinaus touren wir mit dem Film durch zahlreiche Dörfer und bieten zusätzliche Sondervorführungen an.“ In Kürze folgen eine weitere Festivalpremiere und der Kinostart in Italien.
„Zweitland“ wurde von den Juroren in München als ein „kraftvolles, authentisches Werk mit einem einfühlsam geführten Schauspiel-Ensemble“ beschrieben, „das in natürlicher Weise auf Italienisch und im Südtiroler Dialekt spielt“, heißt es außerdem zum Film des Münchner Kindls: Michael Kofler.
SALTO war bei der Südtirol-Premiere von Zweitland dabei und hat Michael Kofler und Thomas Prenn zum Film befragt. Und zur Heimat von Kunst.(c) M. Podini, SALTOWeitere Artikel zum Thema
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