Gesellschaft | Bildung

Bildung in Zahlen

Das Landesinstitut ASTAT hat die neusten Bildungs-Zahlen veröffentlicht. Das Interesse am Besuch einer Oberschule bleibt weiterhin hoch, besonders bei den Mädchen.
Lehrer Unterricht
Foto: © pixabay.com
  • Das Landesinstitut für Statistik hat heute die neuesten Zahlen zu den Schulbesuchen veröffentlicht. Demnach waren im Schuljahr 2023/24 insgesamt 15.367 Kinder in den Kindergarten, 27.927 in der Grundschule und 17.174 in der Mittelschule eingeschrieben. 20.002 junge Menschen besuchten eine Oberschule, während weitere 10.273 an den Berufsschulen ausgebildet werden. Der Ausländeranteil an Südtirols Bildungseinrichtungen betrug in diesem Bezugszeitraum durchschnittlich 12,7 Prozent. Bei der Wahl der Fachrichtung an Berufs- und Oberschulen sind weiterhin klare geschlechtsspezifische Präferenzen zu beobachten. 


    Landesweit waren im Schuljahr 2023/24 insgesamt 90.743 Kinder und Jugendliche Teil des Südtiroler Bildungssystems. 65.376 (72,0 %) Kindergartenkinder bzw. Schüler entfallen auf Einrichtungen mit deutscher und 22.416 (24,7 %) auf jene mit italienischer Unterrichtssprache. Die restlichen 2.951 (3,3 %) waren in Kindergärten und Schulen (ausgenommen Berufsschulen) einer ladinischen Ortschaft eingeschrieben. Mehr als 3.400 Personen waren nach ihrem 18. Lebensjahr in einer schulischen Einrichtung eingeschrieben. Den längeren Verbleib im Bildungssystem führt das ASTAT auf mehrere Gründe zurück, die von einem Aufschub des Schuleintritts über einen etwaigen Schul- bzw. Fachrichtungswechsel mit Neuanfang bis hin zur Nichtversetzung in die nächsthöhere Klassenstufe reichen.

  • Sitzenbleiber

    Im Schuljahr 2023/24 wiederholten an den Grundschulen 119 Mädchen und Buben das Jahr. Mit 0,4 Repetenten je 100 Eingeschriebene ist die Quote im Vergleich zum vorhergehenden Schuljahr (0,6 %) etwas zurückgegangen. Die Erstklässler (1,1 %) verzeichnen nach wie vor die höchste Repetentenquote. In den Mittelschulen wiederholen 265 Schüler die im vorhergehenden Schuljahr besuchte Klasse, was einer Repetentenquote von 1,5 % entspricht. In den 1. Klassen liegt sie bei 2,0 %. An den Oberschulen werden im Bezugsjahr 1.087 Repetentinnen und Repetenten verzeichnet. Ihr Anteil an den Eingeschriebenen liegt bei 5,4 %. 11,4 % beträgt die Repetentenquote bei den Oberschulanfängern.

  • Klare geschlechtsspezifische Präferenzen

    Bezüglich der Oberschulstatistiken sticht ins Auge, dass mehr Mädchen und junge Frauen eine Oberschule besuchen als männliche Jugendliche (10.780 gegenüber 9.222). In Bezug auf Schultyp bzw. Fachrichtung sind laut ASTAT nach wie vor deutliche geschlechtsspezifische Präferenzen zu erkennen: Während die Wirtschaftsfachoberschulen mit 2.549 Schülern und 2.283 Schülerinnen bei beiden Geschlechtern sehr beliebt sind, wählen mehr männliche Oberschüler eine technologische Fachoberschule (3.092 gegenüber 968). 

  • Klare geschlechtsspezifische Präferenzen: Mehr männliche als weibliche Jugendliche sind an Vollzeitlehrgängen in den Bereichen Handwerk und Industrie oder Landwirtschaft interessiert. Foto: ASTAT
  • An den sozialwissenschaftlichen Gymnasien sind hingegen mehr Mädchen (2.854 zu 648) eingeschrieben. Junge Frauen sind auch an den Sprach- und Kunstgymnasien (1.563 zu 325 bzw. 820 zu 187) sowie im klassischen Gymnasium (380 zu 218) klar in der Überzahl, während an den Realgymnasien das männliche Geschlecht überwiegt (1.829 zu 1.435). Ähnliche Tendenzen lassen sich auch an den Berufsschulen beobachten: Mehr männliche als weibliche Jugendliche sind an Vollzeitlehrgängen in den Bereichen Handwerk und Industrie oder Landwirtschaft interessiert. Junge Frauen erlernen den Zahlen zufolge lieber einen Beruf im Gastgewerbe, im Sozial- und Gesundheitswesen oder im Bereich Hauswirtschaft.

  • Kulturelle Vielfalt in Südtirols

    Der in den vergangenen Jahren stetig zunehmende Ausländeranteil an der Wohnbevölkerung spiegelt sich auch in den Bildungsstatistiken wider. Im Schuljahr 2023/24 waren insgesamt rund 11.500 Kinder und Jugendliche ohne italienische Staatsbürgerschaft in einer Südtiroler Bildungseinrichtung eingeschrieben. Ihr Anteil lag bei 12,7 %. 2.068 ausländische Mädchen und Buben besuchen im Schuljahr 2023/24 den Kindergarten, was einem Anteil von 13,5 Kindern je 100 Eingeschriebene entspricht. An den Grundschulen besitzen 13,2 % der Eingeschriebenen nicht die italienische Staatsbürgerschaft, an den Mittelschulen sind es 14,9 % und an den Oberschulen 9,5 %. Die Berufsschulen verzeichnen eine Ausländerquote von 12,3 %. 

  • Kulturelle Vielfalt: Da die ausländische Bevölkerung hauptsächlich in den Städten lebt, ist ihr Anteil an den schulischen Einrichtungen mit italienischer Unterrichtssprache höher als auf dem Land. Foto: Suedtirolfoto.com / Othmar Seehauser
  • Da die ausländische Bevölkerung hauptsächlich in den Städten lebt, ist ihr Anteil an den schulischen Einrichtungen mit italienischer Unterrichtssprache höher als auf dem Land, wo deutsche oder ladinische Kindergärten und Schulen überwiegen. In den italienischen Kindergärten (22,5 %) sowie Grund- und Mittelschulen (25,1 % bzw. 28,0 %) besitzt mehr als eines von vier Kindern nicht die italienische Staatsbürgerschaft. An den Bildungseinrichtungen mit deutscher Unterrichtssprache liegt die Ausländerquote deutlich darunter: 11,2 % in den Kindergärten, 10,0 % in den Grundschulen und 10,8 % in den Mittelschulen. In den ladinischen Tälern liegt dieser Anteil bei etwa 7 %. Mehr als die Hälfte der gesamten ausländischen Schulbevölkerung hat europäische Wurzeln (54,5 %), während 23,0 % aus Asien und 16,7 % aus Afrika stammen. Die am häufigsten vertretenen Nationen sind Albanien, Marokko, Pakistan und Kosovo. Da ein beträchtlicher Teil der ausländischen Schülerschaft andersgläubig ist, steigen mit dem Ausländeranteil auch die Abmeldungen vom katholischen Religionsunterricht im Laufe der Zeit: Im Schuljahr 2023/24 wurden insgesamt 3.088 Schüler an den Grundschulen (11,1 %) sowie 1.571 (9,1 %) an den Mittelschulen vom Religionsunterricht befreit. 15 Jahre zuvor beliefen sich die betreffenden Quoten auf 3,9 % bzw. 3,8 %.