Gesellschaft | Podcast | Ep 44

„Sie wollte nicht sterben“

Ist Sterbehilfe bei schwerer Krankheit vertretbar? Darüber diskutieren Team-K-Politiker Franz Ploner, Renate Rottensteiner von der Caritas und Seelsorger Peter Gruber.
Franz Ploner, Renate Rottensteiner, Peter Gruber
Foto: SALTO/Andy Odierno
  • Wenn es nach dem Team K und dem Partito Democratico (PD) geht, dann soll Südtirol bei der Sterbehilfe dem Beispiel anderer italienischer Regionen folgen: Die Landtagsabgeordneten Franz Ploner (Team K) und Sandro Repetto (PD) haben einen Gesetzesentwurf vorgelegt, der den assistieren Suizid auf Provinzebene regeln soll.

    Mit Franz Ploner, Renate Rottensteiner von der Hospizbewegung der Südtiroler Caritas und dem Seelsorger Peter Gruber vom Meraner Krankenhaus haben wir „In der Streitergasse“ über ethische Fragen und Selbstbestimmung am Lebensende diskutiert. 

  • Franz Ploner: „Wenn ich heute bei der palliativen Sedierung indirekte Sterbehilfe betreibe, dann bewege ich mich in einem Graubereich.“ Foto: SALTO/Andy Odierno
  • Der ehemalige Intensiv- und Palliativmediziner Franz Ploner will mit dem Gesetzesentwurf gesetzliche Grauzonen klar definieren, um seiner Berufskategorie Rechtssicherheit vor Gericht zu verschaffen: „Wenn ich heute bei der palliativen Sedierung indirekte Sterbehilfe betreibe, dann bewege ich mich in einem Graubereich.“ 

  • Peter Gruber: „Der Mensch spürt, dass er niemanden zur Last fallen will.“ Foto: SALTO/Andy Odierno
  • Pater Peter Gruber hat bereits unzählige Menschen kurz vor ihrem Lebensende begleitet und betont: „Der Mensch spürt, dass er niemandem zur Last fallen will.“ Er plädiert deshalb für einen „menschlicheren Umgang in der Gesellschaft“, um Suizide egal welcher Art zu vermeiden. Auch die Theologin Renate Rottensteiner warnt vor einem zu engen gesetzlichen Rahmen.

  • Renate Rottensteiner: „Es wird gefährlich, wenn wir entscheiden, was ein qualitatives Leben ist.“ Foto: SALTO/Andy Odierno
  • „Als Gesellschaft schätzen wir das Leben an sich sehr wohl wert. Die Frage ist, welche Lebensqualität wir Menschen kurz vor ihrem Lebensende geben können“, sagt hingegen Ploner. „Es wird gefährlich, wenn wir entscheiden, was ein qualitatives Leben ist“, kritisiert Rottensteiner. „Irgendwann stellt sich die Frage, wieso ich den Mensch auf der Brücke aufhalte und den Mensch im Bett nicht.“ 

    Über das vielschichtige und sensible Thema diskutieren:

    Franz Ploner, Landtagsabgeordneter vom Team K

    Renate Rottensteiner, Hospizbewegung Caritas

    Peter Gruber, Seelsorger beim Krankenhaus Meran

  • Zur Folge - all'episodio


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